GEGEN DEN #TUNNELBLICK 🦠 5 X #Coronavirus anderswo – FOLGE 5 (22.4.2020) – Tod mit WĂĽrde oder einsam und verlassen?

Von Wolf Achim Wiegand

Hamburg (22. April 2020 / waw) –  – Die herausragende Tagesnews heute ist fĂĽr mich: Der Umgang mit dem Tod ist mancherorts wĂĽrdelos. Auf dem Foto unten sehen wir Arbeiter der brasilianischen Urwaldmetropole Manaus. Sie heben Gräber aus. Mit dem Bagger. Als lange Gräben. FĂĽr Massenbestattungen.

Man muss nicht bis nach SĂĽdamerika schauen. Die Bilder aus Italien haben uns alle erreicht. Da wird einsam gestorben. Angehörige dĂĽrfen an die Sterbenden nicht ran. Auch an die Leichen nicht. Schnell werden sie begraben. Ohne Trauergemeinde. Was macht das mit jedem einzelnen Hinterblieben? Wir werden es vermutlich nie erfahren…

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Quelle: Twitter

Weitere News zum Coronavirus anderswo

GroĂźbritannien: 🇬🇧 Aus Leichenwagen gefilmt – Pfleger verabschieden toten Arzt

Ich schrieb anfangs über den Tod. Auch diese Nachricht hat mit ihm zu tun. Aber dieses Mal auch mit Würde. Im englischen Whiston Hospital, einem Akutkrankenhaus bei Liverpool, erwiesen Hunderte Pflegekräfte und Mediziner einem Toten die letzte Ehre. Sadeq Elhowsh, selbst Arzt, war an COVID-19 gestorben. Der Bestatter filmte das endlos lange stumme Ehrenspalier aus seinem Leichenwagen heraus. Und den Beifall am Ende der letzten Fahrt eines Doktors zu seinem Arbeitsplatz. Würdevoll.

Singapur: 🇸🇬 Beim Kampf gegen Corona wurden Arbeitsmigranten „übersehen“

Der reiche asiatische Stadtstaat Singapur meistert die Coronakrise bestens. So die offizielle Lesart. Die stimmte anfangs auch. Die blitzblanke Nation von der Größe Hamburgs meldete mit die geringsten Fallzahlen weltweit.

Nun hat sich das Blatt gewendet. Singapur steht in den Negativankings weit vorne. Denn es hatte bei der Bekämpfung des Coronavirus seine Arbeitsmigranten „übersehen“, berichtet die taz. „Wo sich 20 Personen ein Zimmer teilen, breitet sich das Virus aus.“ Die engen ĂĽberbelegten Quartiere der billigen Arbeitskräfte aus dem Ausland sind Brutstätten des Virus geworden. Denn physische Distanz zu halten ist dort unmöglich.

Indien: Es gibt auch Erfolgsstories

Das Riesenreich Indien (neunmal größer als Deutschland, 1,4 Milliarden Menschen) ist nicht gerade der Inkubator für Erfolgsmeldungen in der Coronakrise. Das Heer der Arbeitslosen, die bittere Armut und vollgedrängte Slums bieten wenig gute Voraussetzungen für den Kampf gegen das neue Virus. Dazu kommt hinduistischer Rassismus gegen Moslems, der selbst die Ressource Gesundheit angreift.

Es tut gut zu hören, dass es in Indien immerhin eine bekanntgewordene Enklave des Erfolges gibt, Jabalpur, mit ĂĽber 1 Million Einwohner die drittgrößte Stadt im Bundesstaat Madhya Pradesh. Dort haben weitblickende Stadtväter schon am 20. März den Lockdown verkĂĽndet. Ein Krisenzentrum mit ĂĽber 100 Mitarbeitern hilft der Bevölkerung. Selbst Wirtschaftshilfen sind möglich.

Das zeigt: oft sind es lokale Initiativen, die den Weg weisen können. Mehr aus Jabalpur hier und da 👇

Mexiko: 🇲🇽 Gräber für namenlose Leichen

In dem Tod unten sehen wir eine Sohn vom städtischen Friedhof Nr. 13 in der mexikanischen Stadt Tijuana. Dort müssen die Bestatter immer wieder namenlose Tote begraben. Dazu sind Erdlöcher am Rande des Begräbnisplatzes vorgesehen.

Zu vermuten ist, dass es sich bei vielen Gestorbenen um FlĂĽchtlinge handelt. Tijuana ist ein Endpunkt und Durchzugsort fĂĽr tausende Mittelamerikaner, die sich hinter der scharf gesicherten US-Grenze ein besseres Leben versprechen. Niemand weiĂź woher die Toten kommen, wie sie heiĂźen und wer sie kennt.

Die Bestatter arbeiten in Vollkörperschutzanzügen. Der Sarg ist in eine Plastikhülle gewickelt. Damit das Virus bei den Toten bleibt. Das ist Alltag. Nicht nur in Tijuana, der Millionenstadt unmittelbar an der Grenze zu den USA.

Kanada: 🇨🇦 „Corona hat neues Umweltproblem geschaffen“

Weltweiter Umweltschmutz – die Coronakrise macht’s möglich. Darauf weist die kanadische Bloggerin Talin Orfali hin. „Es gibt Leute, die wirklich widerlich sind,“ entrĂĽstet sich die Schreiberin aus Toronto, und weist daraufin, dass Schutzhandschuhe und Gesichtsmasken achtlos irgendwohin geworfen wĂĽrden. „Das schafft ein groĂźes Problem fĂĽr unsere Welt.“

Der Weckruf aus Kanada ist berechtigt. Auch hierzulande kann man achtlos weggeworfenes Material in der Gegend herumliegen sehen. Besonders vor den Papierkörben in Tiefgaragen von Supermärkten und Einkaufszentren. Diejenigen, die womöglich infiziertes Material so entsorgen, sind wahrlich eine Gefahr fĂĽr die Mitmenschen…

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