GEGEN DEN #TUNNELBLICK 🦠 5 X #CORONAVIRUS ANDERSWO – Folge 17 Berichte aus 🇻🇦 🇮🇳 🇧🇩 🇬🇷 🇩🇪 – „Unheilvolle Symbiose: Corona & Flüchtlinge“

Von Wolf Achim Wiegand

Mit Berichten aus 🇻🇦 🇮🇳 🇧🇩 🇬🇷 🇩🇪

Hamburg (8. Mai 2020 / waw) – Die herausragende Tagesnews heute ist für mich:

Flüchtlinge und Migranten sind Opfer der Corona-Pandemie

Während sich die Welt im Ausnahmezustand befindet und die Zahl der Coronainfizierten insgesamt weiter ansteigt, sind Flüchtlinge und Wanderarbeiter den Folgen der Seuche in der Regel schutzlos ausgeliefert. Wer in überfüllten lagern lebt, der kann keine Distanzregelung einhalten. Wer in elenden Slums wohnt, der kann keine Hygiene genießen. Wer keine Versorgung und Hunger hat, für den ist das Daheim bleiben keine Option. Und wer keine Rechte hat, der kann in zahlreichen Ländern auf keine medizinische Hilfe zählen.

Diese Menschen müssen besonders geschützt werden, bittet das UN-Flüchtlingshilfswerk. Oft sind es – für uns – kleine Dinge, die helfen – und sei es nur ein Stück Seife. Trotz solcher Appelle müssen Millionen Flüchtlinge und Migranten in diesen Monaten mehr als sonst schon mit Angst, Verunsicherung und Hoffnungslosigkeit leben. Deshalb konzentriere ich mich heute auf die Auswirkungen der Coronaseuche COVID-19 auf diese Gruppe Mitmenschen.

Vatikan: 🇻🇦 Papst leitet Hilfsmission

Die persönlich von Papst Franziskus I. geleitete Flüchtlingshilfsorganisation Migrants & Refugees Section bittet vor dem Hintergrund der Coronakrise darum, den „am meisten Verletzlichen“ zu helfen und sie zu schützen. Zugleich beklagt sie den „Mangel an Ressourcen bei Notfallmaßnahmen.“ Man solle „die Krise für einen Wendepunkt beim Überdenken der Herangehensweisen und Antworten auf die Verdrängung von Menschen nutzen.“

Indien: 🇮🇳 Arme helfen Armen

Aktivisten des indischen Studentenverbandes NSUI (Kongresspartei) in Chandigarh verteilen seit dem Corona-Lockdown warme Mahlzeiten an Migranten und andere Bedürftige

Der Tweet oben beschreibt eine in Indien häufig anzutreffende Situation. Menschen, die selbst nicht zu den Oberreichen gehören, teilen am laufenden Band Essen an Bedürftige aus. Dazu gehören Millionen Tagelöhner, die in der Ausgangssperre ihren Job verloren haben. Da sie auch nicht nach Hause fahren können bleibt für Unzählige nur noch die Straße, wo sie dahinvegetieren. Nur die Hilfe Mildtätiger verhindert das Schlimmste – selbst Mumbais Bürgermeisterin Kishori Pedneka hat sich in einem Krankenhaus als Krankenschwester betätigt.

„Offiziell gibt es erst rund 30.000 Menschen in Indien, die sich mit dem Corona-Virus infiziert haben,“ berichtet die Tagesschau Ende April. Weniger als 1.000 seien an den Folgen verstorben sein. Aber das Land mit seinen 1,4 Millionen Menschen bereite sich auf das Schlimmste vor, denn es gäbe weniger als 100.000 Intensivbetten und die staatlichen Kliniken seien bereits so gut wie ausgelastet. Eine drastische Warnung kommt vom Epidemiologen Jayaprakash Muliyil: es könnten bis zu 55 Prozent der indischen Bevölkerung an COVID-19 erkranken.

Bangladesh: 🇧🇩 Das Grauen kommt erst noch

Furchtbare Schicksale spielen sich derzeit im Indischen Ozean ab. Ungezählte Flüchtlinge des Rohingya-Volkes, von dem 800.000 Menschen wegen Verfolgung von Myanmar ins bettelarme Nachbarland Bangladesh geflohen sind, versuchen dem neuen Elend als Bootsflüchtlinge in Richtung Malaysia zu entkommen. Sie fliehen auch vor einer möglichen Coronaansteckung. „Noch hat das Virus die Lager nicht erreicht – aber wenn es hier zu ersten Infektionen kommen sollte, könnte dies schnell zur Katastrophe werden,“ warnt die Unicef. .

Die Situation werde dadurch erschwert, dass auch der Monsun bevorstehe, der in dieser Region meistens im Juni anfängt, so Unicef. Deshalb bereite man sich jetzt für den Ernstfall vor. Helfer installierten in den Camps Wasser- und Sanitäranlagen für Hunderttausende sowie mehrere Tausend Handwaschstationen mit Seife und sauberem Wasser. Besonders übten die Helfer mit Kindern, wie sie sich richtig die Hände waschen.

Griechenland: 🇬🇷 Weg vom Virus – ab aufs Festland

Erst die Angst vor einer massiven Coronaepidemie im berüchtigten Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos hat die griechischen Behörden dazu bewogen, ein paar wenige Menschen aus dem chronisch überfüllten Primitivcamp auf das Festland zu schicken. Rund 500 Menschen hatten als erste das Privileg, berichtet der Spiegel, weitere 2.400 Elende sollen folgen. Damit wird Moria „nur“ noch 16.400 Personen umfassen – mehr als fünfmal der eigentlich vorgesehenen Kapazität.

51 neu auf Lesbos angekommene Flüchtlinge müssen schon die zweite Nacht draußen im Regen schlafen – Der Bürgermeister hat privat drei Kinder aufgenommen

Unterdessen…

Deutschland: 🇩🇪 Irrfahrt mit Schiffbrüchigen

… unterdessen ist ein deutsches Handelsschiff in den seit Jahren schwelenden Streit innerhalb Europas um den Umgang mit Flüchtlingen verstrickt worden. Der Kapitän des aus Schleswig-Holstein stammenden Frachters „Marina“ hatte in Absprache mit den Behörden auf Malta 79 in Seenot geratene Schlauchbootflüchtlinge aufgefischt. Er handelte nach dem internationalen Seerecht, wonach S.O.S.-Rufende zu retten sind.

Nach gegenwärtigem Stand will seit Tagen kein EU-Land das Containerschiff anlegen lassen – angeblich aus Furcht vor dem Coronavirus. Doch das Schiff hat keinen Proviant für so viele Menschen an Bord. Unter den Verzweifelten sollen Messerkämpfe ausgebrochen sein. Die überforderte kleine Crew musste sich verschanzen. Selbst die UN erreichen nichts

… Flüchtlinge & Corona ein Weltproblem!

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