GEGEN #TUNNELBLICK 🦠 #CORONAVIRUS ANDERSWO, FOLGE 20: Heute aus 🇺🇸 🇷🇺 🇵🇰🇸🇾 🇺🇦

Von Wolf Achim Wiegand

🇺🇸 USA: Indianernationen schotten sich von Corona-Lockerungen ab

Die Nachfahren der amerikanischen Ureinwohner sind nicht bereit, die Corona-Lockerungen zahlreicher US-Bundesstaaten mitzumachen. Stammesführer in den Reservaten nutzen ihr Recht auf begrenzte Souveränität und haben statt weniger ein Mehr an Einschränkungen verkündet. Damit gingen sie auf offene Konfrontation zu den Landesregierungen und zum Weißen Haus.

„Wir fühlen uns dafür verantwortlich, dass es unseren Bewohnern gut geht,“ erklärt Häuptling Harold Frazier vom Stamm der Cheyenne River Sioux. Dahinter stecken Befürchtungen, die ohnehin gebeutelten Indianer könnten – wie schon bisher – übermäßig von der unbeherrschbaren Lungenkrankheit COVID-19 betroffen werden.

Die Stämme der Cheyenne River und der Oglala Sioux hatten sich bereits zuvor von ihrem umgebenden Bundesstaat South Dakota mit eigenen Maßnahmen abgesondert. So hatten sie selbstaufgebaute Kontrollpunkte errichtet und damit Klagedrohungen von Gouveneurin Kristi Noem heraufbeschworen. Die Republikanerin setzte ihre Ankündigungen allerdings nie durch.

„Die Kontrollen bleiben stehen bis es einen Impfstoff gibt,“ verkündet Häuptling Frazier trotzig. Sein Reservat verfüge schließlich nur über acht Krankenhausbetten und die nächste Versorgung sei drei Stunden entfernt.

„Wir müssen das tun – die Alternative hieße Tod.“

Häuptling Harold Frazier, Cheyenne River Sioux (South Dakota)

Tatsache ist: die Ureinwohner Nordamerikas weisen höhere Infektions- und Todesraten auf, als weiße US-Bürger. Der Grund: historisch bedingte Ungleichheiten wie Vorerkraknungen, eine allgemein schlechtere Gesundheit und schlechtere Gesundheitsversorgung.

🇷🇺 Russland: Corona bremst Putins Ambitionen

Der innenpolitische Zustand Russlands ist volatiler als weithin bekannt. Zu diesem Schluss kommen Experten des außenpolitischen Fachmagazins „Foreign Policy“ (FP). Die Coronapandemie untergrabe „ernsthaft“ den Anspruch des Kremls, wirtschaftliches Wachstum und öffentliche Wohltaten zu schaffen.

Damit gerieten zwei Schlüsselprojekte Präsident Wladimir Putins ins Wanken, analysieren die Fachkräfte. Die derzeitige Krise Russlands sei mittlerweile schlimmer, als vorhergehende Krisen, heißt es in dem Magazin weiter. Die Zustände während der Coronakrise würden bestehenden Unmut gegen die Staatsführung vergrößern:

„Während Putin altert wird die russische Gesellschaft moderner, städtischer und unabhängiger von den Staatsmedien.“

Maria Snegovaya, Denis Volkov, Stepan Goncharov in Foreign Policy

Russland könne eigentlich nicht mehr länger rein autokratisch regiert werden, so das Fachmagazin. Zwar verfüge Moskau noch über genügend finanzielle Reserven, um zu überleben, aber Putin selbst sei für das System, das er selbst ins Leben gerufen habe, eine „Belastung“ geworden.

🇵🇰 Pakistan kämpft verzweifelt

Das chronisch instabile Pakistan mit seiner völlig unzureichenden medizinischen Versorgung ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Die Behörden meldeten erstmals seit Beginn der Statistik im März mehr als 100 Todesfälle mit dem Virus Sars-CoV-2. Unterdessen hat sich die Regierung unter Premierminister Imran Khan zur Lockerung von Restriktionen entschieden – trotz Kritik von Medizinern. Siehe Film:

🇸🇾 Syrien: Krieg, Chaos und Corona

Die Menschen im konfliktgeschüttelten Norden des Nahostlandes Syrien leiden nicht nur unter Kriegshandlungen und chaotischen Zustöänden, sondern seit Monaten auch unter der Bedrohung des Coronavirus. Die gemeinnützigen Zivilschutzteams der Hilfsorganisation White Helmets versuchen unterdessen öffentliche Einrichtungen zu desinfizieren und die Menschen über Hygiene- und Abstandsmaßnahmen aufzuklären. Gezielt werden Märkte, medizinische Einrichtungen, Krankenhäuser und Lager aufs Korn genommen.

🇺🇦 Ukraine: LGTB-Gemeinde macht sich sichtbar


Trotz coronabedingter Absage lange geplanter Pride-Feiern 🏳️‍🌈 in der Hauptstadt Kiew hat die ukrainische LGTB-Gemeinde kürzlich für phantasievolle Präsenz gesorgt. So wurde einer riesigen Statue aus der Sowjetzeit eine Regenbogenflagge umgehängt – mit Hilfe einer Drohne. Da das große graue Monument auf einem Hügel steht, war die Aktion kilometerweit in der Millionenstadt sichtbar… Film:

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