„GEGEN DEN #TUNNELBLICK 🦠 #CORONAVIRUS ANDERSWO“, FOLGE 23 – HEUTE: „Lockdown in Australien“ … DAS UND MEHR AUS 🇪🇨 🇦🇺 🇿🇼 🇮🇩 🇮🇹 🌐

Ein Blog von Wolf Achim Wiegand

Liebe Lesende,

das finde ich rührend: Während bei uns in Deutschland ein krudes Gemisch aus Coronaleugnern, Maskenverweigerern, Esoterikern und Rechtradikalen gegen die objektiv erfolgreiche deutsche Antiseuchenpolitik auf die Straße ging, kümmerte sich im fernen Ecuador ein kleiner Junge um seinen Hund:

Für eine kleine Ausfahrt auf seinem Schülerfahrrad verpasst der vielleicht Achtjährige seinem Tier eine Mundmaske. Ein Video hält die liebevolle Szene aus dem südamerikanischen Anden- und Pazifikstaat fest (siehe unten).

Was für ein lebendiger und starker Kontrast zu jenen teutschen Wohlstandsprotestlern, die am ersten Augusttag 2020 in Berlin abstands- und schutzlos durch die Straßen zogen… 💖



🇦🇺 Melbourne, Australien: Eingesperrt und abgekapselt

Unterdessen ist auch Australien in den Coronastrudel geraten. Eigentlich hatte man auf dem Inselkontinent zunächst geglaubt, sich durch scharfe Abwehrmaßnahmen von der infizierten Welt abkapseln zu können. Ganze Kreuzfahrtschiffe hatten abdrehen müssen, um nur ja kein Virus an Land zu lassen. Doch seit dem Wochenende ist alles anders:

Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews (48, Labour), hat einen scharfen Lockdown ausgerufen (siehe Video unten). Anlass: 671 Neuansteckungen laut Stand 2. August 2020 innerhalb eines Tages allein in Victoria (in ganz Australien waren es nur 687). Auslöser des Ausbruchs sollen drei Frauen sein, die nach der Rückkehr von einer Party falsche Angaben machten, von der Polizei als „betrügerisch und kriminell“ bezeichnet werden und nun mit fünf Jahren Gefängnis rechnen müssen.

Besonders hart trifft es Australiens zweitgrößte Stadt:

Die fünf Millionen Einwohner von Melbourne werden mindestens die nächsten sechs Wochen unter verschärftem Lockdown leben müssen. Das Nachtleben ist verboten. Kinos und Museen: geschlossen. Homeoffice wird empfohlen. Pro Haushalt darf nur eine Person ein Mal am Tag zum Einkaufen gehen – und höchstens fünf Kilometer im Umkreis vom Daheim. Die Grenzen zu den Nachbarstaaten New South Wales und South Australia sind geschlossen.

Natürlich gibt es nun auch in Australien heiße Diskussionen:


🇮🇩 Indien: Innenminister an Corona erkrankt

Der Innenminister von Indien ist am vergangenen Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach eigenen Angaben auf Twitter wurde Amit Shah sofort in eine Klinik verlegt.

Ich bin bei guter Gesundheit,“ teilte der nationalistische Hindu-Politiker auf Twitter mit (siehe oben), „aber auf Anweisung der Ärzte bin ich ins Hospital eingeliefert worden„.

🇮🇹 Italien: Leere Altertümer und Museen

Das am härtesten von Tod und Krankheit betroffene EU-Land Italien bekommt auch kulturell die Auswirkungen der Coronapandemie zu spüren:

Laut einem Bericht der Zeitung „Il Sole 24 ore“ betrug der Besuchereinbruch in Italiens Museen und Ausgrabungsstätten im Mai und Juni minus 90 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein der Königspalast von Caserta bei Neapel, eines der größten Schlösser Europas, konnte nur rund 1.000 Einlassbillets verkaufen (im Vorjahr: 90.000).

Im März mussten sogar fast alle Kulturstätten in Italien komplett schließen. Auch derzeit braucht man für die meisten Altertümer eine Voranmeldung, da nur wenige Besucher eingelassen werden.


🇿🇼 Simbabwe: Im Chaos blühen Lügendoktoren und Traditionsheiler

Das von politischem Chaos schwer geschüttelte afrikanische Land Simbabwe kriegt das Coronavirus nicht in den Griff. Wunderheiler versprechen das Blaue vom Himmel. Doch gegen Korruption, Misswirtschaft und Menschenrechtsverletzungen kommen auch sie nicht an:

Das Coronavirus befördert die politische und önomische Krise nur noch, berichtet das journalistische Recherchenetzwerk Coda. Seit Beginn der Pandemie ist die einheimische Währung ins Bodenlose gerutscht. Gegen aufkommende Unruhen hat Präsident Emmerson Mnangagwa zum „bewährten Mittel“ gegriffen: hartes Durchgreifen gegen Opposition und Kritiker inklusive Militäreinsätzen gegen Zivilisten.

Unterdessen wachsen die Wut und die Verzweiflung der Gesundheitskräfte in Simbabwe. Die Folge sind Streiks aus Protest gegen Niedrigbezahlung und kaum vorhandenes Schutzmaterial. Dadurch verschärft sich die Viruskrise nochmals.

Da Ärzte und Pfleger aber kaum etwas für Coronakranke tun können, wenden sich immer mehr Menschen dubiosen Heilern und traditioneller Medizin zu. Zugleich verbreiten sich über WhatsApp und andere Plattformen rasend schnell Desinformationen. Dazu gehört das Streuen der Behauptung, schwarze Menschen seien weniger anfällig für Covid-19 und sie bräuchten daher als Vorbeugung nur ein heißes Bad zu nehmen…


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