„GEGEN DEN #TUNNELBLICK 🦠 #CORONAVIRUS ANDERSWO“, FOLGE 24 – HEUTE: „Grenzzaun mit Loch, Mullahs schönen Zahlen, Terror“ … DAS UND MEHR AUS🌐 🇵🇸 🇮🇱 🇪🇺 🇮🇷 🇸🇦 🇵🇭

Von Wolf Achim Wiegand

Hamburg (waw) – Kann man der Corona-Pandemie etwas Gutes abgewinnen? Kaum. Auch diese neue Blogausgabe, die erneut über den deutschen Corona-Tunnelblick hinausschaut, enthält wieder viel Trauriges.

Diese Meldung aber enthält Begrüßenswertes (jedenfalls im Kleinen):

aus „Der Standard“, Wien

Es ist ein ungewohntes Bild:

Seit zwei Wochen kühlen sich an den Mittelmeerstränden Israels nicht nur Bewohner des jüdischen Staates, sondern auch Palästinenser aus dem Westjordanland.

Das ist ein durchaus sensationeller Vorgang.

Dürfen die Menschen aus den besetzten Gebieten doch seit Jahrzehnten nicht so ohne Weiteres das Territorium ihrer Besatzer betreten.

Wie ist das also jetzt möglich?

Die Antwort ist banal: „Im Grenzzaun, der das Westjordanland von Israel trennt, klaffen große Löcher,berichtet die österreichische Journalistin Maria Sterkl. „Jeden Tag marschieren hunderte Palästinenser durch, um ans Meer zu fahren.“ Die Grenze ist zwar vollgespickt mit israelischen Videokameras, Bewegungsmeldern und Armeepatrouillen. Aber die Soldaten lassen es – derzeit – zu.

Offenbar will Israel damit „Offenheit“ in Coronazeiten demonstrieren. Denn im Westjordanland gilt auf Anweisung der arabischen Autonomiebehörde der Lockdown. Im liberalen Israel dagegen kann man lustvoll der brütenden Sommerhitze entgehen – so lautet wohl die Botschaft.

🇪🇺 Europa: Flickenteppich bei Corona-Reaktionen

Der Spiegel listet übersichtlich auf, wie unterschiedlich die Regierungen in Europa die bisherigen Corona-Epidemie gemeistert haben. Man mache sich klar, dass auf unserem Kontinent immerhin mehr als 200.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind Das entspricht immerhin der Einwohnerzahl der Stadt Kassel!

Die nationalen Statistiken sind zwar wegen nicht einheitlicher Zählmethoden sorgsam zu betrachten. Aber klar ist: Belgien wurde am härtesten getroffen, das Land kommt auf 87 Covid-19-Toten je 100.000 Einwohner auf Platz 1 der Todesraten. Auch interessant: „Spanien, Italien, Großbritannien und die Niederlande hingegen haben womöglich nicht alle Corona-Toten als solche erfasst,“ das heißt: dort ist die Situation wohl noch schlimmer gewesen, als ohnehin schon offiziell verlautbart. Mehr dazu: klicke auf die oben dargestellte Twittermeldung.

🇮🇷 Iran: Schönen Mullahs die Zahlen?

Der Iran gehört gehört zu denjenigen Ländern, die verdächtig sind, das wahre Ausmaß der Virusfolgen unter der Decke zu halten. Laut der britischen Rundfunkanstalt BBC zeigen Regierungsdokumente aus Teheran, dass bis Ende Juli rund 42.000 Menschen an Covid-19 starben. Das wären mehr als doppelt so viele wie amtlich angegeben. Auch Amnesty International und die iranische Exilopposition sind alarmiert.

Nun meldet eine regierungsnahe Publikation 341.000 Infizierte. Innerhalb eines Tages seien 2.245 neue Fälle entdeckt worden. Im selben Zeitraum starben 161 Menschen. Nach der Zahl der Toten pro 100.000 Einwohner liegt der Iran hinter Italien und vor Mexiko auf Platz 86 der Weltstatistik – offiziell. Die regierenden Mullahs hatten das Land bereits im April wieder schrittweise geöffnet, offenbar, weil sie wegen US-Sanktionen stark unter Druck sind.

🇸🇦 Saudiarabien: Massenbremse in Mekka

In der Stadt Mekka versammeln sich jährlich um diese Zeit eigentlich Millionen Muslime aus der ganzen Welt zur Pilgerfahrt Haddsch – aber dieses Jahr ist dort alles ganz anders.

Die Wüstenstadt, die als Geburtsort des Propheten Mohammed und des Glaubens selbst gilt, hat strengste Corona-Regeln erlassen. Nur eine abgezählte Zahl Gläubiger darf die Al-Haram-Moschee aus dem 7. Jahrhundert betreten und die Kaaba umqueren, das Zentralheiligtum des Islams.

In dem Tweet oben versucht der Absender Mustafa Armağan, ein bekannter türkischer Publizist, der Situation etwas Positives abzugewinnen:

„Die Distanz zu Menschen ist nicht so wichtig. Wichtiger ist es, Allah nahe zu sein.“

Mustafa Armağan

🇵🇭 Philippinen: Corona beflügelt Terrorgruppen

Die Coronakrise hat für die 110 Millionen Einwohner des südostasiatischen Inselreiches Philippinen gefährliche Nebenwirkungen. Extremistische Gruppen nutzen die Abstandsregeln propagandistisch aus. So drohen SocialMedia-Seiten, die der Terrorgruppe IS zugerechnet werden, mit Gewalt, falls virusbedingt geschlossene Moscheen der kleinen Moslemminderheit weiterhin unzugänglich bleiben.

Für die USA sind die Propagandaschlachten peinlich. Sie unterstützen das philippinische Militär und müssen nun zusehen, dass die radikalen Gegner nicht verstummen. Dass die Regierung größere Geldmengen vom Sicherheitsetat abziehen und in den Kampf gegen das Corona-Virus stecken musste, macht die Lage noch verzwickter.

“Wir sehen in den Philippinen wenig Fortschritt bei der Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Situation…“

stöhnt ein US-General.

🌐 Welt: Corona anderswo…

Zum Schluss noch ein augenzwinkernder Rundblick in die Welt. Die Grafik oben zeigt Besonderheiten und Begebenheiten der Corona-Pandemie anderswo.

  • In Peru versuchen drei Zwillinge in den Höhen der Anden ihre Handys auf Empfang für den Online-Unterricht auszurichten.
  • In Italien protestieren Bräute gegen die coronabedingte Verschiebung geplanter Hochzeiten.
  • In Mexiko: An einem Strand wandert ein junger Mann als Tod verkleidet auf und ab, um Badegäste zu mehr Distanz zu ermahnen…

Die Welt ist im Banne von Corona. Es ist gut, einmal den deutschen Tunnelblick zu verlassen und zu schauen, was die Pandemie anderswo anrichtet. Ich meine:

Der Rundblick ins Ausland zeigt, dass wir in Deutschland keinerlei Grund haben, zu verzagen – das Krisenmanagement von Bund und Ländern hat uns einen bislang beschaulichen Verlauf der Corona-Pandemie beschert. Lob ist angebracht. Das wird man wohl noch sagen dürfen!

Photo by cottonbro on Pexels.com

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