Das Coronavirus öffnet einen neuen Blick auf den Tod – Nie war das Leben so wertvoll wie heute…

Wir fragen uns, ob der Verlust von weit über einer Million Menschen weltweit durch ein neues Virus unseren Blick auf den Tod ändern wird.“ Das schreibt Zanny Minton Beddoes, die Chefredakteurin des renommierten britischen Wirtschaftsmagazins The Economist. Tatsache sei: Das Coronavirus öffnet einen neuen Blick auf den Tod. Vielen erscheint das Leben seit Langem nicht mehr so wertvoll wie heute.

Von Wolf Achim Wiegand

Laut Economist hat es in wohlhabenden Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg kaum längere Epochen gegeben, in denen Menschen in größerer Anzahl lange vor dem „normalen“ Tod ihr Leben lassen mussten. Während man früher dauernd mit Pest, Tod und Teufel rechnete, leben wir heute in einem aseptischen Wohlstand. Sauberes Trinkwasser ohne Keime, hygienische Aborte von 100%-iger Sauberkeit und ungezieferfreie Wohnungen sind unsere Welt.

Die Sterblichkeit sei in unserer Kultur „außer Sichtweite gerückt„, so Beddoes. Das Ableben finde statt in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Damit sei der Tod „raus aus der gepflegten Unterhaltung.“ Nun jedoch habe das Coronavirus „das Abgewandsein vom Ende des Lebens“ verändert.

Sorge um den Nachlass

Untersuchungen zufolge beschäftigen sich derzeit mehr Menschen als bisher mit ihrem Testament. Oder sie stellen Überlegungen für die eigene Beerdigung an. Denn wir merken:

“Wir sind vom Tod umgeben ob wir wollen oder nicht, und es ist besser für uns, das zu akzeptieren.“

Tracey Bleakley, Vorsitzende der Palliativorganisation Hospice UK

Deutsche haben Scheu vor Sterbenden

Das Coronavirus öffnet einen neuen Blick auf den Tod? Manche offizielle Stellen versuchen genau das durch geschönte Statistiken zu verhindern und den massenhaften Tod zahlenmäßig etwas besser erscheinen zu lassen, als die Lage ist. Der Mortality Tracker (Sterblichkeitsaufspürer), ein schlaues Tool des Economist, geht dem nach.

Ergebnis: Die Todeszahlen für Covid-19 scheinen in einigen Gegenden deutlich höher zu liegen, als amtlich ausgewiesen.

Das habe Gründe, sagen die Autoren:

  1. Manche Statistiken enthalten keine Opfer, die vor dem Tod nicht positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Das schlägt in Regionen mit begrenzten Testkapazitäten zu Buche.
  2. Etliche Krankenhäuser und Meldeämter stellen Todeszertifikate erst nach Tagen oder Wochen aus. Das verfälscht die Datenaktualität.
  3. Die Pandemie hat Ärzte davon abgehalten, „unwichtigere“ Krankheiten zu behandeln bzw. sind etliche Menschen aus Ansteckungsangst gar nicht erst ins Krankenhaus gegangen. Das hat die Zahl der nicht coronabedingten Todesfälle angehoben.

Das bislang unbekämpfbare Coronavirus öffnet einen neuen Blick auf den Tod? Auch in Deutschland, das die Pandemie bislang im Weltmaßstab mit am besten weggesteckt hat? Eher nicht, kann man aus dem Economist-Bericht schließen.

Unterdessen: Kampf gegen Maskenmuffel geht weiter

Rund 90% der Deutschen glauben, das die meisten Mitbürger nicht wissen, wie man mit einem Sterbenden umgehen solle. Zu genau dem werden aber Angehörige von Opfern brutal gezwungen. „Die Pandemie hat allerdings viele Menschen dazu gezwungen ihre Schüchternheit zu überwinden.

Nicht lange aufhalten mit philosophischen Fragen können sich indes die ärztlichen Praktiker, die entscheidungsbefugten Politiker und diejenigen, die das Gesetz umzusetzen haben – Richter, Polizisten.

Aber: Was macht man bloß mit Menschen, die sich partout nicht an die Corona-Regeln (Abstand – Händewaschen – Alltagsmaske) halten? Und das womöglich auch noch ganz bewusst?

Peanutssanktionen, Drakonerstrafen und Laxheit…

In Deutschland können Maskenverweigerer teilweise mit 250 Euro Bußgeld bestraft werden. Darüber regen sich Manche auf. Das völlig überzogene Wort von der „Corona-Diktatur“ macht die Runde.

Dabei sind die deutschen Sanktionen nur Peanuts im Vergleich zu Corona-Strafen andernorts.Von öffentlichen Liegestützen über Stockhiebe bis zu mehrmonatigem Knast reicht die Palettelaut BILD.

Besonders kuriose Auswüchse zeitigt das Corona-Strafsystem in dem riesigen muslimischen Inselreich Indonesien:

In New York City, wo schon 21.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind, versucht man es derzeit auf die sanfte und die harte Tour zugleich. Wer in Sperrzonen ohne Make angetroffen wird, der bekommt von den Ordnungshütern zunächst kostenlos eine Mund-Nasen-Bedeckung überreicht. Wer sich weigert diese aufzusetzen hat empfindliche Strafen zu gewärtigen, die Bürgermeister Bill de Balsio erst noch definieren will.

Anders in Finnland – dort hadert man mit Maskenzwang und Strafmaßnahmen.

„Ich glaube nicht, dass das Coronavirus mit einer Geldstrafe abreisen wird.“

Anna-Maja Henriksson, Justizministerin, Vorsitzende der schwedischsprachigen Volkspartei (RKP)

In der Metropolregion Helsinki beschränkt man sich auf eine „Empfehlung“ zur Verwendung von Masken in Einkaufszentren, Geschäften und Museen. Henriksson nennt Maskenpflicht „eine für mich fremde Idee„. Sie führt Verfassungsbedenken an.

Ich möchte wirklich keine Gesellschaft haben, in der Polizisten Bürger bestrafen würden, weil sie keine Maske im Gesicht haben.

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