Telefonat Putin Trump: Der Dienstag dieser Woche sollte große Bedeutung für Krieg oder Frieden haben. US-Präsident Donald Trump und sein russischer Kollegen Wladimir Putin telefonierten miteinander. Doch anstatt des großen Waffenstillstandswurfes kam nur ein rührendes Resultatchen heraus. Erste Kommentare sind zu Recht skeptisch bis sarkastisch…
Von Wolf Achim Wiegand
Telefonat Putin Trump
Hamburg/Moskau/Washington (waw) – Das war eher der Hauch des Todes. Liebesgrüße aus Moskau waren es jedenfalls nicht. Auch nach dem Telefonat mit Donald Trump will sein russischer Kollegen Wladimir Putin das überfallene Nachbarland Ukraine weiter piesacken. Er wolle „zunächst“ seine Angriffe gegen die Stromversorgung der Ukraine für 30 Tage stoppen. Mehr war nicht drinnen.

In seinem Abschlusskommuniqué erklärte der Kreml, Putin habe den Befehl zur Verschonung der zivilen Versorgungsinfrastruktur umgehend ans Militär weitergegeben. Das klingt wie zum Hohn. Denn vor Ort hatte nicht jeder die Order des Oberbefehlshabers gehört.
Kaum hatte Putin den Telefonhörer aufgelegt, krachten seine Drohnen und Raketen weiter in ukrainische Infrastrukturen ein. Auch ein Krankenhaus in der Grenzregion Sumy wurde getroffen. Selbst die Hauptstadt Kyjiw war ein Ziel.
Er (Putin) will die Ukraine schwächen und nicht den Krieg beenden. – Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine – ilcorrieredelgiorno.it
Telefonat Putin Trump
Trotz des mageren Resultats meldete sich Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew bei X zu Wort. Er erklärte kryptisch, die Welt sei heute “ein viel sichererer Ort geworden. Historisch! Episch!” Kreml-Kenner und Weiße-Haus-Gucker dürften derlei Realität&Fiktion-Mix wie seit drei Jahren auch weiterhin zu hören bekommen.

Kommen wird wohl nicht mehr viel. Putin ließ den transatlantischen Anrufer demütigend eine Stunde über den Termin hinaus in der Leitung warten, so seriöse Berichte. Das spricht Bände über den Respekt Moskaus gegenüber Verhandlungen über Waffenschweigen.
Das Blut und die Schätze, die sowohl die Ukraine als auch Russland in diesem Krieg verschwendet haben, wären besser für die Bedürfnisse ihrer Bevölkerung eingesetzt. – Aus dem offiziellen Kommuniqué des Weißen Hauses. https://twitter.com/PressSec/
Wenig kommende Substanz lässt auch die Tatsache erwarten, dass sich die vielbeschäftigten Gernegroßmänner allen Ernstes über die Austragung von Eishockeyspielen unterhalten haben. Mindestens einer hat Matches zwischen der US-Profiliga NHL und der KHL aus Russland aufs Tapet gebracht.
Haben Kriegsgräuel überhaupt eine breite Rolle gespielt? Die Besatzung, die Gebietseinverleibung und die Vertreibung? Das Sterben der Soldaten? Die Leiden der Zivilisten? Das Entführen von Kindern?
Wir haben eigentlich nicht über Hilfe gesprochen. Wir haben überhaupt nicht über Hilfe gesprochen. Wir haben über viele Dinge gesprochen, aber Hilfe wurde nie diskutiert. – Donald Trump, US-Präsident, nach dem Telefonat mit Putin. nbcnews.com/
Erste Kommentare sind vor diesem Hintergrund alles andere als schmeichelhaft:

Telefonat Putin Trump
Putin wahrt den Schein: Hier Donald, hast Du ein Bonbon. Sag schön Danke. – Frauke Niemeyer, ntv.de n‑tv.de/ politik_kommentare
Trump kann Putin nicht dazu bringen, das Schießen einzustellen. – Jamie Dettmer, Meinungsredakteur bei POLITICO Europe. politico.eu
Aus Trumps großer Ankündigung ist ein geradezu armseliges Eingeständnis des Scheiterns geworden. – Bastian Brauns, USA-Korrespondent von t‑online.de
Trump schickt sich an, Putins Erfüllungsgehilfe zu werden. – Rafael Loss ist Politikwissenschaftler der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR). tagesschau.de
Ein Trump-Putin-Pakt zeichnet sich ab – und Europa ist sein Ziel. – Rafael Behr, Kolumnist und Leitartikler bei der britischen Tageszeitung The Guardian. theguardian.com
Wladimir Putin, der sich an das alte sowjetische Verhandlungshandbuch hält, verschiebt die Fristen und akzeptiert nur die Art von Waffenstillstand, die ihm am besten passt. – El Mundo, Madrid elmundo.es/
Putin – das zeigte er schon vor dem Gespräch – lässt sich nicht unter Druck setzen. Auch nicht von Donald Trump. – ZDF zdf.de
Ich glaube kein Wort von dem, was Trump und Putin über die Ukraine sagen. – Thomas Loren Friedman, Korrespondent und Kommentator der New York Times nytimes.com
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