Europa Israel Nahost

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Von Wolf Achim Wiegand

Europa NATO Vertei­digung Armee

Europa NATO Vertei­digung Armee

Moin, liebe Mitmen­schen in Europa,

Europa, wach auf! Die Welt ist längst aus den Fugen geraten – und wir Abend­länder sitzen immer noch brav am Katzen­tisch des weit entfernten Pentagon. Kriege toben, Autokraten rüsten auf und Washington schaut zunehmend auf sich selbst. Dennoch vertrauen wir weiter auf den alten Schutz­schirm der USA. 

Aber wer schützt uns zuver­lässig? Jetzt, da der große Trickser Donald Trump Europa als „freel­oading“ empfindet – also als schma­rot­zende Abzocker?

Drei Argumente für die beherzte Schaffung einer Europäi­schen Armee unter einheit­lichem Oberbefehl und Kontrolle des Europäi­schen Parlaments:

1.

Europas sicher­heits­po­li­tische Abhän­gigkeit ist brand­ge­fährlich. Die NATO bleibt wichtig, ja. Aber 80 % der militä­ri­schen Fähig­keiten liegen bei Nicht-EU-Staaten – vor allem in den USA. Eine EU, die sich nicht selbst vertei­digen kann, bleibt ein Spielball fremder Mächte. Wer Freiheit will, braucht Eigen­stän­digkeit – auch mit Helm und Uniform.

Wir sind bereit, in einen Prozess einzu­treten, an dessen Ende wir unsere nationale Armee in eine neue, bessere, supra­na­tionale Armee – eine europäische Armee – einfügen.Positi­ons­papier der SPD-Bundestagsfraktion

2.

Der Aufbau einer europäi­schen Armee schafft echte Schlag­kraft. Statt 27 Mini-Armeen mit 27 Waffen­sys­temen und 27 Befehls­ketten brauchen wir eine gemeinsame Struktur. Heute betreiben EU-Staaten über 30 verschiedene Kampf­panzer-Typen – die USA nur einen. Laut Schätzung der EU-Kommission könnten wir durch gemeinsame Beschaffung und Logistik bis zu 100 Milli­arden Euro jährlich sparen. Einiges wird da schon angeschoben – gut so! Es ist Sicherheit made in Europe – effizient, einheitlich, entschlossen.

3.

Ohne eigene Armee bleibt Europa politisch sprachlos. China, Russland und sogar Regio­nal­mächte wie die Türkei (übrigens zweit­größte NATO-Streit­kraft) rüsten massiv auf. In dieser Welt wird militä­rische Stärke zum diplo­ma­ti­schen Mindestmaß. Die EU gab bislang trotz wachsender Bedro­hungen nicht einmal halb so viel aus wie die USA. Dabei verzettelt sie sich in natio­nalen Egoismen. Aber wer mitreden will, muss notfalls auch durch­greifen können – gemeinsam.

  • 📌 Natürlich wird das teuer. 
  • 📌 Natürlich wird das kompliziert. 
  • 📌 Aber es ist überfällig. 

Ein handlungs­fä­higes, selbst­be­wusstes Europa ist keine Träumerei – sondern eine Überlebensfrage.

Leider gibt es interne Bremser, deren Denke nicht über nationale Besitz­stands­wahrung hinausgeht. Spanien etwa, dessen weit links stehende Koali­ti­ons­re­gierung erpres­se­risch dafür gesorgt hat, dass es auch künftig den magersten NATO-Beitrag einbringt. Wer sich so davon­schleicht, stellt die jahrzehn­telang vertraute Werte- und Sicher­heits­ge­mein­schaft in Frage.

Eine Europäische Armee würde klare Verant­wort­lich­keiten schaffen. Kein Ausruhen mehr in der Gewissheit, dass Uncle Sam stets die Spendier­hosen anhat. Äußerlich als histo­risch insze­niertes Schul­ter­schließen verdeckt nicht, dass notfalls eine Koalition der Willigen zur Taufe einer alter­na­tiven europäi­schen Sicher­heits­struktur gebildet werden muss.

Deshalb bleibt es dabei: Europa, wach auf! Es ist Zeit, den Helm selbst aufzu­setzen – bevor es andere für uns tun. Die Europäische Armee muss kommen. Jetzt.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung


Demnächst mehr aus Europa.

Europa NATO Vertei­digung Armee

☕ Du kannst meine journa­lis­tische Arbeit unter­stützen. Kaufe mir eine Tasse Kaffee. Hier klicken: https://buymeacoffee.com/european.expert

Europa NATO Vertei­digung Armee


Entdecke mehr von http://www.european.expert

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E‑Mail zu erhalten.