Von Wolf Achim Wiegand

Heute aus der #Welt, #Thailand, #Italien, #Großbri­tannien, #Hongkong

Hamburg (26. Mai 2020 / waw) – Die heraus­ra­gende Nachricht des Tages ist heute für mich: 

Der Corona-Lockdown hat den menschlichen Siedlungsraum entleert – die Natur füllt ihn wieder…

Unten sehen sie Beispiele dafür, wie kräftig Flora und Fauna sind. Wo sich der Mensch zurück­zieht, machen sich Tiere und Pflanzen umgehend breit.

Ich bin kein grüner Apostel. Dennoch macht mich das ökolo­gische Wunder nachdenklich. Lasst uns bedenken, dass wir nicht die einzigen Lebewesen dieses Planeten sind!

Das Daheim­bleiben hat aber mancherorts auch Kehrseiten. Umwelt­freunde warnen, dass zu viele Spazier­gänger und Wanderer beim Auslüften von der Quarantäne achtlos in bislang einsame Winkel strömen, gerne auch in Natur­schutz­ge­biete, was nicht verboten ist – aaaber:

Bei der Suche nach Abstand wahrenden Wald- und Wiesen­er­leb­nissen durch­pflügen die Ausflügler häufig Brut- und Nistge­biete. Hunde bleiben nicht an der Leine, sondern jagen hinter Karni­ckeln und Enten her. Andere scheinen Mutter Natur für einen Mülleimer zu halten: nicht nur in Hongkong (siehe unten) ist man gefährlich achtlos… 

Photo by Tom Fisk on Pexels.com


WELT: 🌐 Menschenleere Räume sind Paradiese für Tiere 

Kurze Clips aus aller Welt zeigen, wie sich wildle­bende Tiere wieder in den Lebensraum der Menschen trauen. Es bedarf nicht viel, um die Kreatur wieder zum Herrscher zu machen. Ich selbst habe neulich nachts an einem Markt­platz meines städti­schen Bezirkes Eulenrufe gehört. Das sind Moment­auf­nahmen, die wir so nach dem Abebben der Pandemie nicht mehr wieder erleben werden. 


Thailand: 🇹🇭 Keine Menschen am Strand, aber mehr Schildkrötenbabies 

Die Forscher des Phuket Marine Biolo­gical Center haben so viele Schild­krö­ten­nester gefunden wie seit 20 Jahren nicht mehr, berichtet Direktor Kongkiat Kitti­wa­tanawong. “Das ist ein sehr gutes Zeichen, denn viele Eiabla­ge­stellen sind von Menschen zerstört worden.” 

Auch an der thailän­di­schen Küste der Andama­nensee wurden auffällig viele Panzer­tier­babies gesichtet. Die dort vorkom­mende – aber fast ausge­storbene – Leder­schild­kröte ist die größte lebende Schild­kröte der Welt: sie kann eine Panzer­länge von bis zu 2,5 Metern und ein Gewicht von beinahe 700 Kilogramm erreichen.

Italien: 🇮🇹 Klares Wasser in Venedig lockt Quallen zurück 

Quallen sind nicht so beliebt wie Schild­kröten. Aber auch sie sind ein Indikator dafür, wie sehr die Natur imstande ist, sich in neue – bzw. alte – Lebens­räume einzu­passen. So sieht man es jeden­falls in der Kanal­stadt Venedig. 

Hatten Schiffs- und Boots­schrauben das Wasser in der berühm­testen Lagune der Welt bislang stets trübe gewirbelt, ist es nun wundersam klar.

Die Trans­parenz hat nicht nur zart durch­schei­nende Quallen in die Wasser­straßen rund um den St.-Markus-Platz gelockt, sondern sogar neue Fisch­arten. Sie alle finden Licht und Nahrung – also das, was ihnen das geschäftige Treiben der Menschen vorenthält. 


Großbritannien: 🇬🇧 Renaturierung von Nutzflächen – nicht jeder ist begeistert 

Die Lebens­kraft von Flora und Fauna in Zeiten einer für Menschen todbrin­genden Krankheit lassen den Gedanken aufkommen, bewirt­schaftete Flächen des Planeten wieder an die Natur zurück­zu­geben. Renatu­rierung nennt sich das. 

Es bedeutet, dass in ausge­suchten Regionen die Zahl der Nutztiere zurück­ge­fahren wird, Zäune abgebaut und der jewei­ligen Natur angepasste Tiere und Pflanzen angesiedelt werden. In Großbri­tannien ist das gerade ein hippes Thema mit Befür­wortern bis in die konser­vative Regierung, berichtet die Financial Times.

Tony Juniper, Präsident des Regie­rungs­bei­rates Natural England, hat kürzlich die Ansiedlung von Luchsen angeregt. Das löste erbit­terten Wider­stand von Landwirten aus. Sie fürchten um Herden und Weiden, wenn sich in der Nachbar­schaft plötzlich wildle­bende Tiere ansiedeln würden. 

Der vom Corona­virus beför­derte Streit darum, wer recht hat, dürfte nicht nur im Verei­nigten König­reich noch länger andauern… 


Hongkong: 🇭🇰 Schutzmasken sind Umweltproblem fürs Meer 

Nach all dem Lob für ökolo­gisch positive Folgen der #Corona­krise zum Schluss noch ein unerquick­liches Kapitel. 

Es gibt Zeitge­nossen, die ihre bakte­riell verseuchten Gummi­hand­schuhe und Gesichts­masken nicht brav in einem Abfall­be­hälter entsorgen, sondern in der Natur. In Hongkong hat das bereits zur Verseu­chung des Meeres­wassers geführt. Das Material könne in den Mägen von Delphinen, Schweins­walen und Schild­kröten landen und diese elendiglich verenden lassen – 

  • womit der Kreislauf zur obigen Meldung aus Thailand geschlossen wäre… 

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