Europa ESC Eurovision Israel: Der europäische Rundfunk-Wettbewerb hat erneut gezeigt, wie weit Publikum und veröffentlichte Meinung auseinanderliegen. – Dazu habe ich eine Meinung.
Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa ESC Eurovision Israel
Von Wolf Achim Wiegand (Bilder: KI)
Moin, liebe Mitmenschen in Europa,
die öffentliche Meinung stand am Wochenende der veröffentlichten Meinung diametral entgegen – jedenfalls beim Eurovision Song Contest (ESC).
Gewinnerin Dara, 27jähriger nationaler Superstar in Bulgarien ((bürgerlich Darina Nikolaeva Yotova), war der klare und verdiente Gewinner. Ihr unbekümmerter Partysong “Bangaranga” war:
Mitreißende Popmusik mit tanzbaren Beats und humorvollen Elementen.
So analysiert es T‑Online-Redakteur Tobias Schibilla. Zu Recht. “Bangaranga” ist ein ESC-gerechter Song, der gute Laune macht. So soll es sein. Sehr schön!
Pop-Power plättet Politik
Niemand hatte “Bangaranga” auf dem Zettel. Nicht die Buchmacher und auch die angeblich immer kundigen Medien nicht. Eine krasse Fehleinschätzung des Publikums in Redaktionsstuben und bei Meinungsforschern. Glaubwürdigkeitskrise, würde ich sagen!
Aber nun die zweite Sensation.
Israels zweiter Platz kam, obwohl etliche Medien das Land unserer christlich-jüdischen Wurzeln seit Jahren abledern. Auch die Jurys voten offenbar an der Basis vorbei. Das ESC-Publikum folgte deren Weltensicht jedenfalls nicht.
Kein Pieps vom Plapperprofi
Deutschland und die Schweiz gaben Israel in Wien sogar die Höchstpunktzahl (wie Finnland, Portugal, Aserbaidschan und Frankreich)! Aber das verschwieg die sonst so plapperfreudige Barbara Schöneberger in ihrer ARD-Aftershow.
Ich frage mich: warum so g’schamig, wenn wir Abstimmenden es anders sehen, als die selbsternannten Meinungsbefugten? Wovor haben Barbara & Co eigentlich Angst? Warum werden “Kulturschaffende” aus einer musikalisch blühenden Nation (viermaliger ESC-Gewinner!) wie inexistent behandelt? Das hat Methode, oder nicht Barbara?
Israelische Künstlerinnen und Künstler sowie Juden anderer Staatsangehörigkeiten sind weltweit, auch in Deutschland, zunehmend mit Boykottaufrufen, Auftrittsverboten und subtiler Ausgrenzung konfrontiert. Oft werden sie unter Druck gesetzt, sich öffentlich von Israel zu distanzieren, um an Veranstaltungen teilnehmen zu dürfen.
Übrigens: Angeblich wird der ESC “politisiert”. So heißt es immer dann, wenn Kräfte wirksam werden, die vom Mahlstrom des Gewünschten abweichen. So auch jetzt. Dunkle Kräfte sollen das Fest des Jedermann-Stimmrechts zurechtgebogen haben. Geht’s noch?
Publikum pariert politische Propaganda
Es sei daran erinnert: Der Grand Prix war immer in Teilen politisch. Schon der Nicole-Hit „Ein bisschen Frieden“ war 1982 ein kalkuliertes Zeichen. Ich selbst war als dpa-Reporter dabei, als die Saarländerin im englischen Harrogate dem damaligen Superpower-Kräftemessen eine zarte Friedensvision entgegensetzte – das saß! “Douze points” – twelve points – zwölf Punkte!
Ach ja, ESC-Siegerin Dara hat sich anders als andere Krawallgebürstete, klar hinter ihren Kollegen Noam gestellt. Hut ab!
Lieber, könntest du bitte, wenn möglich, deinen Kommentatoren mitteilen, dass Dara die einzige Künstlerin war, die Noams Auftritt in den sozialen Medien öffentlich gelobt hat, damit sie das vielleicht in der Sendung erwähnen? Vielen Dank. – Daras Management an den israelischen Journalisten Amit Harari
Nun meine Prognose:
Der klebrige Hass wird 2027 beim ESC in Sofia leider wiederkehren. Darauf deuten Reaktionen schlechter Verlierer hin. Für sie ist der Sängerwettstreit eine politische Bühne – mit uns Zuschauern als bloßen Statisten. Aber wir haben ein Korrektiv: das Voting.
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