Europäische Politische Gemein­schaft: Die öffentlich kaum bekannte EPG versammelt die Staats- und Regie­rungs­chefs Europas – Schwatzbude oder wichtiges Forum? – Dazu habe ich eine Meinung.

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Europäische Politische Gemeinschaft 

Von Wolf Achim Wiegand

Moin, liebe Mitmenschen in Europa,

Es wirkt wie ein Schul­ausflug, wenn sich die europäi­schen Staats- und Regie­rungs­chefs zur „Europäi­schen Politi­schen Gemein­schaft“ (EPG) treffen. Dieser Tage wieder – im schönen Kopen­hagen. Dann werden alle 47 Großkopfeten brav die Hand bei guten Vorsätzen heben – und danach ihren eigenen Weg gehen.

Wissen Sie überhaupt, was die EPG ist? Wohl die wenigsten werden jetzt „Ja!“ rufen. Die EPG wurde 2022 auf Initiative des franzö­si­schen Präsi­denten Emmanuel Macron gegründet. Sie versammelt praktisch alle Staats­spitzen Europas – EU-Mitglieder und Nicht-Mitglieder. Themen: Sicherheit, Energie und Zusam­men­arbeit. Die Runde hat aber keinen verbind­lichen Rahmen, sondern dient dem Austausch.

Europäische Politische Gemeinschaft

Die Agenda des Treffens am 2. Oktober 2015 klingt nach Weltrettung: Sicherheit, Energie, Konflikt­be­wäl­tigung. Doch wer die bishe­rigen Gipfel verfolgt hat, weiß: Am Ende dominieren Gesten, warme Worte, Familienfotos.

Die EPG sollte eine echte Chance sein, Europas politische Zukunft aktiv mitzu­ge­stalten – und nicht nur ein symbo­li­scher Platz­halter.Dr. Bojana Zorić, Politik­ana­lystin am Institut der Europäi­schen Union für Sicherheitsstudien

Das Grund­problem: Weil die EPG kein offizi­elles Gremium ist, fehlen verbind­liche Instru­mente. Statt Durch­set­zungs­kraft bleiben Rituale. Führende Köpfe nutzen die Bühne zur reinen Selbst­in­sze­nierung. Reale Lösungen – etwa zum Krieg gegen die Ukraine – werden vertagt oder in Arbeits­gruppen verlagert.

Europa kann sich solche Schön­wet­ter­ver­an­stal­tungen an sich nicht leisten. Angesichts von Konflikten, Wettbe­werbs­druck und internen Rissen müssten greifbare Beschlüsse her. Statt­dessen feilt man an Formu­lie­rungen, die zuhause niemandem wehtun.

Und doch:


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