Wirtschaft Europa Startups: Mit dem gut gemeinten europa­weiten Regelwerk 28. Régime will die EU-Kommission Firmen­gründern das Leben erleichtern. Gut so. Doch wir brauchen auch eine ganz neue Sicht der Dinge… – Dazu habe ich eine Meinung.

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Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

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Von Wolf Achim Wiegand

Moin, liebe Mitmenschen in Europa,

Das „28. Régime ist die neue ökono­mische EU-Wunder­waffe – ernsthaft? Was ist das denn? Kurz gesagt: Dahinter steckt ein optio­naler EU-weiter Rechts­rahmen. Er soll die 27 natio­nalen Regel­werke für Start-ups um eine europäische Möglichkeit ergänzen. Ziel: Firmen­gründern das grenz­über­schrei­tende Geschäft erleichtern – weniger Bürokratie, einheit­liche Standards, leich­teres Skalieren.

Klingt alles super – auf den ersten Blick. Aber Paragrafen allein machen noch keine Innovation. Was Europa wirklich ausbremst, ist nicht der fehlende Artikel in einem Gesetzbuch, sondern unsere Mentalität.

Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In den USA überleben nur rund 50 % der Start-ups fünf Jahre, nach zehn Jahren sind es noch etwa 35–40 %. Weltweit scheitern etwa 90 % der Start-ups langfristig. Haupt­gründe: Fehlender Markt­bedarf, Geldmangel, ein schwaches Team – aber auch kultu­relle Hemmnisse. Diese Daten zeigen: Scheitern ist normal.

Wirtschaft Europa Startups Illustration zum EU-Programm 28. Régime für Start-ups

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Schauen wir mal zum Vergleich auf geschei­terte Vorzei­ge­pro­jekte in Europa:

  • Hopin, Großbri­tannien: Während der Pandemie geriet das virtuelle Event-Startup mit einem rasanten Wachstum in den Himmel. Nach Milli­ar­den­be­wertung und weltweiter Expansion explo­dierten steigende Kosten und schwierige Skalierung. Schließlich Absturz: Der Wert krachte von etwa 7,8 Milli­arden US-$ auf unter 200 Millionen.
  • VanMoof, Nieder­lande: 2008 gegründet – hochflie­gende Pläne für nachhaltige Mobilität. Dennoch 2023 zahlungs­un­fähig. Die ambitio­nierten E‑Bikes schei­terten an Material- und Logis­tik­kosten sowie am globalen Wettbewerb.
  • Auctionata, Deutschland: Das Online-Aukti­onshaus für Kunst und Antiqui­täten, sammelte Millionen an Kapital. Es schei­terte jedoch an falschem Geschäfts­modell und mangelnder Rentabilität.

Scheitern klebt wie Pattex – Wir brauchen ein Lösemittel!

Die Beispiele zeigen: Die besten Ideen, die größte Finan­zierung, das mediale Rampen­licht – all das schützt nicht vor dem Absturz. Es passiert, wenn Kultur und Umfeld nicht passen. 

Wer Fehler macht, an dem klebt in Europa der Makel des Geschei­terten. Banken und Inves­toren ziehen sich zurück. Behörden schauen argwöh­nisch. Das soziale Umfeld quatscht von Verant­wortung und Risiko.

Anders in den USA oder Israel: Dort gilt Scheitern oft als Ehren­zeichen. Wer etwas versucht und dafür arbeitet, gilt als vorbe­reitet fürs große Spiel. Man sieht schlechte Erfah­rungen als Teil eines “Learning Journey” – das ganze Leben ist ein Quiz…

Natürlich sind einheit­liche Rahmen­be­din­gungen wichtig, wie sie die EU jetzt schaffen will. Sie können helfen, Kapital leichter über Grenzen zu bewegen. Sie können junge Firmen inter­na­tional schneller wachsen lassen. Sie können Talente in Europa halten. 

Doch ohne einen echten Mentalitätswandel bleibt das „28. Régime“ reine Kosmetik. 

Wirtschaft Europa Startups Illustration zum EU-Programm 28. Régime für Start-ups

Wenn Europa wirklich wettbe­werbs­fähig sein will gegenüber den USA, Israel oder China, dann braucht es mehr als juris­tische Kosmetik. Wir müssen endlich aufhören, Scheitern zu ächten, und anfangen, Mut zu feiern. Dazu gehören öffent­liche Narrative. Diese Narrative stellen Fehler als Lernchance dar. 

Inves­ti­ti­ons­pro­gramme sollten Risiken belohnen statt sie zu bestrafen. Es braucht Insol­venz­re­ge­lungen, die ein Comeback ermög­lichen. Man könnte auch steuer­liche Sonder­re­ge­lungen für Startz-ups geben, wenn sie nachweislich fehlge­schlagen sind. Auch Garantien für zweite Finan­zie­rungs­schritte wären eine Option. Dies wäre keine Almosen­lösung, sondern eine Strategie. Und weniger Bürokratie – das wäre schön!


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Was meinst DU – sind wir zu kritisch mit geschei­terten Projekten? Sollten wir Misserfolge als wertvolle Erfah­rungen buchen? Sind wir in Europa dazu überhaupt fähig? – Jede Meinung und jeder Kommentar zählt – Feuer frei: Schreibe unten in die Kommentare: ⤵️

Was ist das 28. Régime der EU?

Das 28. Régime ist ein optio­naler europäi­scher Rechts­rahmen, der Start-ups grenz­über­schrei­tendes Arbeiten erleichtern soll.

Warum ist das 28. Régime wichtig?

Es soll Bürokratie abbauen und Inves­ti­tionen über Grenzen hinweg verein­fachen – ein Schritt zu einem echten EU-Binnen­markt für Gründer.

Was fehlt der EU-Start-up-Szene?

Nicht nur Gesetze, sondern eine Kultur, die Scheitern erlaubt und als Lernchance versteht.


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