Europa Rohstoffe Autonomie: Europa erlebt die nächste Abhän­gigkeit. Nach Gas und Vertrauen fehlen nun die Rohstoffe. Unsere Zukunft entscheidet sich, so scheint’s, nicht an Werten, sondern an handfesten Materialien. - Dazu habe ich eine Meinung.

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

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Europa Klima Schifffahrt

Europa Rohstoffe Autonomie

Von Wolf Achim Wiegand (Foto: KI)

Moin, liebe Mitmenschen in Europa,

Erst das Gas, dann das Vertrauen – und jetzt die Rohstoffe. Europa erlebt eine geopo­li­tische Lehrstunde in drei Akten, schmerzhaft und selbstverschuldet.

📌 Der erste Schock kam mit Putins Panzern. Wir waren abhängig von russi­scher Energie. Trotzdem glaubten wir an den Mythos vom „Wandel durch Handel“. Das klappte anfangs, dann aber nicht mehr.

📌 Der zweite Schock folgte mit dem Rückzug Amerikas ins Eigene. Washington dachte wieder in Kategorien von Macht, Märkten und Muskeln – vorbei sind roman­tische Vorstel­lungen trans­at­lan­ti­scher Loyalität.

📌 Und der dritte Schock trifft uns dieser Tage – härter, weil er leiser ist. China verweigert Europa den Zugang zu Gallium, Graphit und Seltenen Erden. Das sind die unsicht­baren Metalle, ohne die keine Chips, keine Batterien und keine Panzer entstehen. (inzwi­schen strömt wieder ein bisschen)

Europa steht nackt da

Peking spielt Schach – Brüssel spielt Bürokratie. Denn während China seine Liefer­ketten ohne Rücksicht auf die Welt für sich baut, schreibt Europa Strate­gie­pa­piere und verteilt Absichts­er­klä­rungen. Wir nennen das „strate­gische Autonomie“ – und sitzen weiter brav am Katzen­tisch der Weltpolitik.

Nun hat auch Katar einem Großteil Europas mit Einstellung von Flüssigerdgas‑Lieferungen gedroht. Die Ankün­digung des islamis­ti­schen Golfscheichtums hat in Brüssel und bei natio­nalen Regie­rungen Alarm ausgelöst. Katar will die EU erpressen, Vorgaben zur Nachhal­tigkeit in Liefer­ketten zu lockern. Ein Stopp der LNG‑Zufuhr hätte erheb­liche Folgen für Preise und Stabi­lität des europäi­schen Energiemarkts.

Unser Kontinent, der sich einst mit morali­scher Überle­genheit schmückte, steht plötzlich nackt da. Es fehlt an Energie­un­ab­hän­gigkeit, techno­lo­gische Souve­rä­nität und geopo­li­ti­schem Rückgrat. Europas Indus­trie­po­litik bleibt ein Konjunktiv. Doch wer wirklich unabhängig sein will, muss fördern, bauen, inves­tieren – nicht bloß regulieren. Dafür braucht es Mut, Tempo und Realitätssinn.


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