Europäische Top-Ten-Themen der Woche

Von WOLF ACHIM WIEGAND 🇪🇺

Was hat Europas Macher vergangene Woche an- und umgetrieben? 

Einer nervt sie alle. Immer mehr. Viktor Orbán. Regie­rungschef von Ungarn. Wird ihm jetzt das Handwerk gelegt? Siehe unten. 

Auch Rumänien nervt. Anders als der Mann aus Budapest. Gleich­ge­schlecht­lichkeit ist in Europa kaum weniger geschützt, als in Rumänien.

Ist Ihre Zahnpas­tatube eine Umwelt­gefahr? Womöglich schon. Mehr dazu unten.

DAS ALLES UND NOCH VIEL MEHR ⤵️

Politik Foto Europas

Geduldsfaden mit Orbán gerissen? 

Die EU-Blockaden des Dauern­örglers Viktor Orbán scheinen den Kipppunkt erreicht zu haben. Im Europäi­schen Parlament gibt es Überle­gungen, der Regierung des ungari­schen Regie­rungs­chefs die rotie­rende EU-Ratsprä­si­dent­schaft zu entziehen. In einem kursie­renden Entschlie­ßungs­entwurf wird das Budapester Kabinett als ungeeignet für die halbjähr­liche EU-Führung erklärt, womit Ungarn in der zweiten Hälfte 2024 dran wäre. Verur­teilt werden unter anderem die Anti-EU-Kampagnen Orbáns. Das noch nicht öffent­liche Papier fordert die EU-Regie­rungs­chefs auf, das Problem zu lösen, andern­falls könnte das Parlament eingreifen.


OpenAI warnt Europäische Union

Pläne in der Europäi­schen Union (EU) zur Regulierung bei der Anwendung von Künst­licher Intel­ligenz (KI) stoßen auf massiven Wider­stand der betrof­fenen Branche. Das US-Unter­nehmen OpenAI, das sich mit der KI-Erfor­schung beschäftigt, droht mit einem Rückzug aus dem europäi­schen Markt, sollten die Regeln nicht entschärft werden. Man solle abwarten, wie sich KI weiter entwickle und erst danach staatlich eingreifen, so Sam Altman, Chef von OpenAI. Der Mitgründer der Microsoft-Betei­ligung hatte sich kurzfristig in Berlin mit Bundes­kanzler Olaf Scholz (SPD) getroffen. Die EU plant angesichts diverser KI-Gefahren einen sogenannten Artificial Intel­li­gence (AI) Act. Durch das Gesetz soll die Bereit­stellung und Verwendung von KI durch private und öffent­liche Akteure weitrei­chend reguliert werden. the-decoder.de

Schwulenrechte? Nicht in Rumänien: 

Der Europäische Gerichtshof für Menschen­rechte hat das Recht auf gleich­ge­schlecht­liche Partner­schaften bekräftigt. Die Richter in Straßburg gaben 21 gleich­ge­schlecht­lichen Paare aus Rumänien recht, die klagten, weil sie in dem EU-Land keine Möglichkeit haben, ihr gemein­sames Leben rechtlich anerkennen zu lassen. Laut Urteil ist der Staat genau dazu verpflichtet. Dennoch erwarten Beobachter keine rasche Umsetzung, da die Entscheidung unver­bindlich ist und LGBTQIA-Rechte in diversen rumäni­schen Parteien und Kirchen auf breiten Wider­stand stoßen.

Wirtschaft Foto Europas europäische

EU-Imperium schlägt zu: 

Die irische Daten­schutz­be­hörde DPC hat im Namen der Europäi­schen Union (EU) eine Rekord­strafe von 1,2 Milli­arden Euro gegen den Facebook-Mutter­konzern Meta verhängt. Grund: Verstöße gegen EU-Daten­schutz­regeln. Hinter­grund ist die Betei­ligung der Mark-Zuckerberg-Firma an Massen­über­wa­chung durch US-Geheim­dienste. DPC hatte Meta bereits im Januar zu 390 Millionen Euro verur­teilt, weil Facebook- und Instagram-Nutzer zu perso­na­li­sierter Werbung gezwungen wurden. zeit.de wiwo.de (Kommentar)

Europäischer Plastikberg:

In Europa blüht ein riesiger Schwarz­markt für die billige Entsorgung von Kunst­stoff­ab­fällen wie Joghurt­becher, Milch­kartons, Shampoo­fla­schen und Zahnpas­ta­tuben. Das ergibt eine Recherche des paneu­ro­päi­schen Journa­lis­ten­netz­werkes Inves­tigate Europe, die jetzt veröf­fent­licht worden ist. Danach verfügen die EU- Behörden nur über unzurei­chende Ressourcen und unwirksame Vorschriften gegen illegale Altstoff­händler. Riesige Mengen Plastikmüll würden zu geringen Kosten unerlaubt entsorgt und deponiert. Die EU-Staaten recycelten nur 40 Prozent ihres Plastik­mülls korrekt, heißt es.

Wacht auf See: 

Mit großem Aufwand versucht Europa, die Windkraft‑, Öl- und Gasför­der­region Nordsee vor russi­schen Saboteuren zu schützen. Kriegs­schiffe und Spezi­al­ein­heiten sind tags und nachts in Aktion, weil es Anzeichen gibt, dass der Kreml Unter­was­ser­pipe­lines und Inter­net­kabel ausspäht. Mehrere Länder – insbe­sondere Norwegen und Großbri­tannien – haben ihre Seepa­trouillen verstärkt. Die EU und die NATO haben eine gemeinsame Eingreif­truppe einge­richtet. Im NATO-Haupt­quartier in Brüssel sorgt eine „Koordi­nie­rungs­zelle” für Zusam­men­arbeit zwischen Industrie und Militär. Eine plastische Reportage zu dem Thema bietet das europäische Nachrich­ten­portal Politico. politico.eu

Natur vs. Existenzrecht: 

Vorschläge der Europäi­schen Kommission, den Verlust der biolo­gi­schen Vielfalt rückgängig zu machen, sind im Europäi­schen Parlament auf Granit gestoßen. Die konser­va­tiven und liberalen Abgeord­neten der zustän­digen Ausschüsse blockierten den Entwurf einer Rechts­vor­schrift. Die Natur­wie­der­her­stel­lungs­ver­ordnung (heißt wirklich so) zielt darauf ab, in einem ersten Schritt bis 2030 mindestens 20 Prozent der geschä­digten Land- und Meeres­ge­biete zu renatu­rieren. Das Gegen­ar­gument: Landwirte und Fischer verloren die Lebens­grundlage und die Verbraucher die Ernäh­rungs­si­cherheit. Lokale und nationale Maßnahmen seien ausrei­chend. Ob es eine Einigung beim Treffen der EU-Umwelt­mi­nister am 20. Juni in Brüssel gibt, ist fraglich. ec.europa.eu

Digitales Bankenhinken:

Die Fortschritte bei der Digita­li­sierung des europäi­schen Banken­sektors sind noch nicht befrie­digend. Das stellt die Aufsicht der Europäi­schen Zentralbank (EZB) fest. So hätten Inspek­tionen zu viele unter­schied­liche Strategien für digitale Trans­for­mation festge­stellt. Oder es fehle an forma­li­sierten übergrei­fenden Entwick­lungs­pro­zessen. Positiv zu vermerken sei indes, dass die Banken sich bemühten, ihre Führungs­gremien digital weiter­zu­bilden. bankingsupervision.europa.eu

Gesellschaft Foto Europas europäische

Briten träumen von EU: 

Der Austritt aus der Europäi­schen Union (EU) ist in Großbri­tannien so unpopulär wie nie. Nur neun Prozent der Menschen halten den Brexit für einen Erfolg. Das geht aus einer Umfrage hervor. Beinahe zwei Drittel (62 Prozent) sehen dagegen einen Misserfolg. Unter­schiede gibt es bei der Einschätzung, was der Grund für den Misserfolg ist. Die meisten finden, der Brexit sei schon von Anfang zum Scheitern verur­teilt. Andere meinen, die verschie­denen Regie­rungen hätten nichts aus dem Austritt gemacht. www.sueddeutsche.de

Zitat Foto Europaseuropäische

“Die Bilder des zerstörten Hiroshima erinnern mich sehr, sehr stark an Bachmut … Mir stehen die Tränen in den Augen”

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem Besuch des Atombom­ben­mu­seums in Hiroschima

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