Von Wolf Achim Wiegand

Hamburg (20. April 2020 / waw) – Die heraus­ra­gende Tagesnews heute ist fĂĽr mich: Italien lässt sich nicht unter­kriegen! Selbst in der schlimmsten Krise nach dem Zweiten Weltkrieg bewahren sich die Menschen zwischen Mailand und Neapel ihre WĂĽrde und ihren Humor. Sie sind schlieĂźlich die Erfinder des weltweit kopierten fröhlichen Abend­sing­sangs zwischen Häuser­schluchten und von Balkonen aus. 

Sinnbildlich fĂĽr den Willen Italiens, die schwere Situation zu meistern, ist fĂĽr mich das heute verbreitete Bild junger tennis­spie­lender Frauen. Und nein, nicht etwa auf dem Tennis­platz, sondern von Hausdach zu Hausdach… Schauen Sie selbst! 

Weitere News zum Coronavirus anderswo

Syrien: Vertriebene bevorzugen BombentrĂĽmmer vor coronainfizierten Lagern

Eine Nachricht, die verstört: Tausende geflohene Menschen kehren derzeit aus Flücht­lings­lagern nach Idlib in ihre schwer beschä­digten Häuser zurück. Der Grund: sie haben Angst, sich in den überfüllten und unhygie­ni­schen Zeltstädten mit dem Corona­virus zu infizieren. Das schafft natürlich riesige neue Probleme, wie die Deutsche Welle berichtet:

GroĂźbritannien: Jeder zweite Zahnarzt ohne Schutzmaterial

In der Corona­krise offenbart sich eine weitere Schwäche des schon zu Normal­zeiten stark gebeu­telten staat­lichen Gesund­heits­systems NHS. Bei den Zahnärzten bestehen so kritische Engpässe an Schutz­ma­terial gegen das Corona­virus, dass Patienten vielerorts “die Sache selbst in die Hand nehmen müssen”. Das teilt laut Presse­be­richten die Berufs­ver­ei­nigung British Dental Association (BDA) mit. Mehr als jeder zweite nieder­ge­lassene Zahnarzt müsse selbst dringende Fälle abweisen. Besonders schlimm sei die Lage in England, während es in Schottland, Nordirland und Wales entspannter zugehe.

Indien: Rekordzahl an Corona-Infizierten

Die größte Demokratie der Welt erwartet die groĂźe Epidemie erst noch. Die 1,4 Milli­arden Einwohner haben besonders schlechte Voraus­set­zungen, heil aus der Seuche heraus­zu­kommen: Ăśberbe­völ­kerung, enge Slums und bittere Armut verhindern geregeltes Abstand­halten und Zuhausebleiben. 

Zwar verzeichnete Indien diese Woche mit 1.553 neuen Infizierten innerhalb von 24 Stunden einen vorläu­figen Tages­rekord, der gemessen an deutschen Zahlen milde aussieht. Doch Gesund­heits­experten erwarten die große Anste­ckungs­welle erst im Juni, berichtet The Hill.

In ihrer Not, das Schlimmste zu verhindern, hat die Regierung in Neu Delhi gewisse Locke­rungen des seit 24. März geltenden Lockdowns zugelassen. So dĂĽrfen einige Fabri­ka­tionen und Landwirt­schafts­ak­ti­vi­täten ausgeĂĽbt werden, solange Abstand­halten und Hygiene gewärl­sietet sind. Aber genau das ist in Indien oftmals gar nicht möglich… Unter­dessen muss sich die Regierung etlicher Falsch­mel­dungen erwehren, etwa, sie habe ihre Arbeit eingestellt. 

Chile: Drohnen versorgen Ältere

Das kleine Küstendorf Zapallar hat die Drohnen­tech­no­logie als gutes Mittel entdeckt, um Medika­mente, Masken und Desin­fek­ti­ons­mittel an ältere Einwohner zu bringen. Die leben nämlich oft in der unzugäng­lichen Umgebung und sind schwer erreichbar. Nun beladen kommunale Angestellte täglich Material in das vierpro­pel­lerige Fluggerät, das dann fernge­steuert durch die Lüfte entschwebt. Das erspart den Betrof­fenen bis zu zweistündige Fußmärsche zur nächsten Apotheke.

Brasilien: Ja-Sager wird Gesundheitsminister

Der brasi­lia­nische Präsident Jair Bolsonaro gilt als härtester Corona-Leugner der Welt. KĂĽrzlich hat sich der 65jährige mit seinem Gesund­heits­mi­nister Luiz Henrique Mandetta ĂĽberworfen – die Folge: der frĂĽhere Arzt wurde gefeuert. 

Das Vergehen des beliebten Politikers: er befür­wortete strikte Ausgangs­be­schrän­kungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sein Chef hingegen verlangte die “Rückkehr zur Norma­lität”. Der Staatschef nahm sogar selbst an einer Demons­tration gegen die Maßnahmen von Bundes­staaten teil.

Nachfolger des aufmĂĽp­figen Gesund­heits­mi­nisters ist der Onkologe und Unter­nehmer Nelson Teich. Zum Amtsan­tritt betonte er Inter­essen der Wirtschaft. FĂĽr ihn bestehe “eine perfekte Ăśberein­stimmung mit dem Präsi­denten”. Unter­dessen sprachen sich radikal rechts­ge­richtete Bolsonaro-Fans fĂĽr eine Militär­in­ter­vention zu Gunsten ihres Idols aus. 


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