Israel Iran Krieg: Irans Waffen töten in der Ukraine – und bedrohen Europas Sicherheit. Drohnen, Raketen, Terrornetzwerke: Die Islamische Republik ist längst Teil des Krieges gegen unsere Ordnung.—Dieser Essay analysiert, warum Europa nicht länger zuschauen kann – und warum der Schutz unserer Städte in Isfahan beginnt.
Israel Iran Krieg
Von Wolf Achim Wiegand (Titelbild: KI)
Ich zweifle nicht daran, dass dieses Régime enden wird … Das steht außer Frage. Die Frage ist nur, wann und zu welchem Preis … – Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, Exilpolitiker
Hamburg / Jerusalem / Teheran (waw) – Wie ein greller Blitz hat der Krieg zwischen Israel und dem Iran die Schattenrisse einer Bedrohung sichtbar gemacht, die Europas Sicherheit längst umkreist: das Mullah- Régime in Teheran – mit seinen Waffen, seinem Terrornetzwerk und seinen Allianzen.
Bisher hat man in Brüssel das über 4.000 Kilometer entfernte Land zwar im Visier gehabt. Dennoch wurde es eher als „Problem am Rand“ betrachtet. Man sah es als eine Zone, die vor allem die USA und Israel beschäftigt. Doch diese Zeit ist vorbei. Europa kann es sich nicht mehr leisten, den Iran als weit entfernte Unruhequelle zu betrachten.
Teheran bedroht nicht nur Israel, sondern auch die Ukraine, die europäische Sicherheitsarchitektur – und zunehmend den europäischen Alltag selbst.
| Die gravierendsten Taten in Europa mit Iran-Bezug | |||
|---|---|---|---|
| Jahr | Ort | Tat | Konsequenz |
| 1992 | Berlin (Mykonos) | Vier Exil-Iraner, darunter KDPI-Führer, ermordet | Gericht: Tat von iranischer Staatsführung geplant |
| 2015/17 | Niederlande | Zwei regierungskritische Iraner ermordet | Regierung: Iranische Geheimdienste verantwortlich |
| 2018 | Paris | Vereitelter Bombenanschlag auf MEK-Veranstaltung | Diplomat Assadollah Assadi in Belgien zu 20 Jahren Haft verurteilt |
| 2018 | Dänemark | Geplanter Anschlag auf Oppositionspolitiker | Dänischer Geheimdienst macht iranische Agenten verantwortlich |
| 2022 | Europaweit | Drohungen & Spionage gegen Exiljournalisten, jüdische Einrichtungen | Europäische Sicherheitsdienste warnen vor wachsender Gefahr |
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Die EU hat auf solche Vorfälle unter anderem mit Sanktionen geantwortet. Die richteten sich gegen iranische Verantwortliche und Organisationen (z. B. MOIS = iranischer Geheimdienst). Doch Forderungen zur Einstufung der Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation wurden in Europa bisher nicht umgesetzt – trotz intensiver Debatten, besonders nach der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste im Iran 2022.
Vom Atomprogramm zur Raketenmacht
An sich ist das keine neue Erkenntnis. Den geistlichen Männern im Iran wird zur Last gelegt, seit Jahrzehnten zahlreiche Terrortaten in Europa begangen zu haben. Diese reichen von gezielten Tötungen exiliranischer Oppositioneller über versuchte Bombenanschläge bis hin zur systematischen Ausspähung von Dissidenten und jüdischen Einrichtungen. Alles im Namen des Traums einer Welt unter ihrer islamistischen Knute. Innere Opposition wie die populäre Frauenbefreiungsbewegung machen sie brutalstmöglich nieder.
Im Zentrum dieser Bedrohung steht das iranische Atomprogramm. Seit dem faktischen Scheitern des Nuklearabkommens 2018 hat der Iran seine Urananreicherung massiv vorangetrieben. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnt regelmäßig:
📌 Die mangelnde Kooperationsbereitschaft des Iran und seine wachsenden Bestände an hochangereichertem Uran stellen eine erhebliche Herausforderung für die globale Sicherheit dar. – Rafael Grossi, IAEA-Generaldirektor am 5. Juni 2023 vor dem Gouverneursrat)
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Experten sind sich einig: Ein nuklear bewaffneter Iran würde nicht nur Israel unter ständigen Vernichtungsdruck setzen. Er würde ein regionales Wettrüsten auslösen. Terrornetzwerke könnten mit atomarer Rückendeckung versorgt werden – wie die Hamas vor der Haustür Israels, die Hisbollah im benachbarten Libanon oder die Huthi am Weltschifffahrtsnadelöhr Jemen. Europa käme unter nukleare Erpressung.
Selbst ohne Atombombe zeigt der Iran längst, wozu er willens und fähig ist.

Irans ballistische Raketen reichen bis Südosteuropa, wohl bald bis Skandinavien. In seinem Arsenal lauern wohl über 3.000 solcher Geschosse plus tausende Drohnen. Diese strategische Bedrohung bringt auch Zentraleuropa in Gefahr.
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Und Irans Drohnentechnologie – schon bei Angriffen auf US-Stützpunkte im Irak und Syrien eingesetzt – wurde auch an Russland geliefert. Inzwischen hat der Kreml selbst mit der Herstellung begonnen – mit Lizenz aus dem Iran.
Das bedeutet: Der Iran tötet heute in der Ukraine – die iranische Aufrüstung ist somit längst ein Kriegsthema mitten in Europa.
Iranische Drohnen über der Ukraine
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ist der Iran ein zentraler militärischer Unterstützer Moskaus. Er liefert sogenannte „Shahed“-Drohnen – tödliche, vergleichsweise günstige Präzisionswaffen, die ukrainische Städte terrorisieren.
Die Shahed-Drohnen (russisch: „Geran“) sind sogenannte lauernde Waffen (loitering weapons). Sie werden mit einer Rakete gestartet. Dann kreisen sie mittels Propeller-Antrieb einige Zeit über dem Zielgebiet. Der Operator am Boden lenkt sie mit Sprengstoff auf ihr Ziel.
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Das Waffensystem hat völlig neue militärische Fähigkeiten eingebracht. Es gilt daher als Gamechanger, der die Art der Kriegsführung maßgeblich neu geformt hat. Sein Preis von zwischen 10.000 bis 50.000 US-Dollar pro Drohne beträgt nur einen Bruchteil der Kosten für einen Marschflugkörper oder eine ballistische Rakete.

Diese Drohnen sind das Rückgrat der russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur des nach Westen gestrebten Landes. Ohne sie hätte Russland erhebliche Probleme, den militärischen Druck aufrechtzuerhalten.

Das heißt im Umkehrschluss: Ohne iranische Drohnentechnologie wäre Russland in der Ukraine weit stärker eingeschränkt. Ein geschwächter Iran ist daher ein direkter Vorteil für Kyjiw – und damit für ganz Mittel‑, Ost- und Westeuropa. Jede Zerschlagung iranischer Produktionsstätten oder Transportwege schwächt Putins Kriegsmaschinerie.
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Die Schattenkrieger unter uns
Berichte bestätigen, dass der Iran Russland nicht nur Drohnen exportiert hat. Aus seinen Rüstungsfabriken kommen auch Kurzstreckenraketen, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden.
Doch es sind nicht nur Uran und Drohnen, die Europa bedrohen. Es sind auch dessen verschwörerischen Netzwerke aus Spionen, Cyberkriegern und ideologischen Kämpfern, die der Iran seit Jahren weltweit still ausbaut. Geheimdienste warnen vor iranischen Terrorzellen in europäischen Großstädten, vor Anschlagsplänen auf Dissidenten, jüdische Einrichtungen und kritische Infrastrukturen.
Dabei schrecken die angeworbenen oder instrumentalisierten Täter vor nichts zurück. So ist im Jahr 2022 ein geplanter Anschlag auf jüdische Einrichtungen in Wien vereitelt worden, darunter ein Kindergarten. Er wurde mit einem iranischen Auftragsmordnetzwerk in Verbindung gebracht. Ein in Österreich lebender deutscher Staatsbürger mit iranischen Wurzeln wurde festgenommen.
Die Islamische Republik betreibt zudem gezielte Desinformationskampagnen im Netz. Sie unterwandert kritische Diskurse über Israel, die Ukraine oder die Rolle der USA. So versucht sie, das Vertrauen in europäische Demokratien systematisch zu untergraben.
Drei Krisen, eine Ursache
Der Angriff Israels auf iranische Militäranlagen ist insofern mehr als ein regionaler Gegenschlag. Er öffnet das Tor zu drei möglichen Szenarien. Das analysiert Josef Braml. Er ist einer der weltweit renommiertesten USA-Experten und European Director der globalen Trilateralen Kommission. Nach seiner Ansicht gibt es aus europäischer und deutscher Sicht mehrere Gründe, warum eine Schwächung der militärischen Kapazitäten des Iran wünschenswert sein könnte:
- Erstens würde eine Unterbrechung des Drohnen- und Raketennachschubs Russlands dessen militärische Schlagkraft verringern. Dies käme der Ukraine zugute und würde indirekt die europäische Sicherheit stärken.
- Zweitens würde eine Reduzierung der iranischen militärischen Kapazitäten die Bedrohung durch iranische Raketen in Europa verringern. Sanktionen etwa gegen die Fluggesellschaft Iran Air zeigen, dass Europa bereit ist, gegen die Bedrohung vorzugehen. Eine gezielte Zerstörung dämmt die Gefahr noch besser ein.
- Drittens hat Deutschland ein Interesse daran, die Verbreitung von Waffentechnologien in instabile Regionen zu verhindern. Die Lizenzproduktion von „Goran“-Drohnen in Russland zeigt, wie schnell iranische Technologie in andere Konflikte exportiert werden kann. Diese Technologie kann auch zum Terrorismus gelangen.
Wer heute noch glaubt, der Iran sei ein Problem „des Südens“ oder „des Westens“, verkennt die Dynamik eines globalen Bedrohungsszenarios. Der Iran ist längst ein systemischer Gegner Europas. Seine Zweckallianz mit Russland und China dient nur dem Ziel, Destabilisierung für die eigene Machterweiterung in die Welt zu tragen.
Der Iran ist längst ein systemischer Gegner Europas.
Seine Zweckallianz mit Russland und China dient nur dem Ziel, Destabilisierung für die eigene Machterweiterung in die Welt zu tragen.

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Ein Moment der Klarheit
Europa muss daraus die einzig logische Konsequenz ziehen: Die gezielte Schwächung des iranischen Atomprogramms, die Unterbindung seiner Waffenlieferungen an Russland und die Bekämpfung seiner terroristischen Netzwerke. Das alles ist keine israelische Mission mehr – es ist eine europäische Notwendigkeit. Jeder erfolgreiche Schlag gegen Irans militärisch-terroristische Infrastruktur schützt nicht nur Israel, sondern auch die Menschen in Lwiw, Berlin, Paris.
Der Raketenkrieg zwischen Tel Aviv und Teheran ist ein letzter Warnruf. Er zeigt Europa in brutaler Klarheit: Die größte Bedrohung ist nicht immer die lauteste. Sie kann auch die sein, die man für „regional“ hält. Sicherheit ist keine Frage der Geografie, denn der Iran hat eine kämpferisch weitreichende Reichweite. Der Iran kann gefährliche Waffen in großen Stückzahlen produzieren. Er exportiert diese Technologie. Diese Fähigkeiten machen das Land zu einem entscheidenden Akteur in modernen asymmetrischen Konflikten.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Lehre dieses Moments: Dass Europa den Israelis künftig dankbar sein wird für die Schwächung des iranischen Regimes – weil das unsere Freiheit, unsere Städte und unsere Zukunft schützt.
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🫵 Sollten wir Europäer Israel für den Angriff auf den Iran dankbar sein? Eine kontroverse Frage… – Schreibe gerne unten in die Kommentare: ⤵️
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