Europäische Themen dieser Woche

Von WOLF ACHIM WIEGAND 🇪🇺

(Europäische Union) – Was hat Europas Macher vergangene Woche an- und umgetrieben? 

Ein Herzstück des “Green Deal”-Projektes, das Europäische Union-Gesetz zur Wieder­her­stellung zerstörter Natur, droht an konser­va­tivem Wider­stand im Europa­par­lament zu scheitern (siehe unten). Das ist ein Schlag für den ambitio­nierten Umwelt­kom­missar Frans Timmermans. Der nieder­län­dische Sozial­de­mokrat muss hoffen, dass eine Kampf­ab­stimmung die geplante Renatu­rierung durch­winkt – sonst sind die EU-Klima­ziele in Gefahr.

Unter­dessen plagt Putsch-Prigo­schin den Präsi­denten-Putin im Kreml – wie viel Macht hat der straffrei abgezogene Chefmeu­terer noch mit seiner Miliz? Die EU schaut analy­sierend auf das benach­barte russische Riesen­reich und rätselt. Klarer ist der Kurs Schott­lands: Die Regierung des nördlichsten Zipfels auf der Insel­nation UK unter Humza Yousaf will den Brexit nicht hinnehmen und strebt weiter in Richtung Europäische Union… 

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EU brüskiert Ukraine: 

Enttäu­schend für die Ukraine hat am Donnerstag der zweitägige Gipfel der EU-Staats- und Regie­rungs­chefs in Brüssel begonnen. Die schwarz-grüne Regierung von Öster­reich blockierte die grund­sätz­liche Zustimmung zu einem Sicher­heits­konzept für Kyïv. Der zugeschaltete Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gehofft, eine Bereit­schaft für militä­rische Garantien zur Sicherung der terri­to­rialen Integrität unabhängig vom NATO-Beitritt zu bekommen. Das blockierte Wien jedoch unter Hinweis auf seine Neutra­lität, ebenso wie die anderen NATO-Nicht­mit­glieder Irland, Malta und Zypern. Selenskyj hatte den einstigen NATO-Chef Anders Fogh Rasmussen um eine entspre­chende Ausar­beitung gebeten. tagesspiegel.de

Das neutrale Österreich driftet ins Abseits

Sich in der EU sicher­heits­po­li­tisch weiter taub zu stellen bedeutet den Abschied aus Kerneuropa – Mehr dazu hier klicken…

Öster­reichs Bundes­kanzler Nehammer auf Twitter

EU-Asylpolitik ein Desaster

Der Asylkom­promiss stand – doch Polen und Ungarn wollen ihn nicht akzep­tieren, weil er nicht einstimmig gefasst wurde. Heute nehmen die Staats- und Regie­rungs­chefs den Asylzank erneut auf die Tages­ordnung… spiegel.de/ausland/eu-gipfel

Die von der Leyensche Zwickmühle:

Nachdem die Christ­de­mo­kraten das geplante EU-Renatu­rie­rungs­gesetz im Umwelt­aus­schuss des Europäi­schen Parla­ments zu Fall gebracht haben, wächst der Druck auf Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen, die Bedenken ihrer eigenen Partei wegzu­wi­schen und den zentralen Teil ihres Europäische Union-“Green Deal” zu vertei­digen. Damit droht eine Spaltung der EU-Konser­va­tiven. Der eine Teil von ihnen findet, dass Brüssel die Industrie und die Landwirte mit zu vielen Klima­vor­schriften überfordert. Andere Abgeordnete sympa­thi­sieren mit dem Gesetz, über das es im Plenum eine Kampf­ab­stimmung geben wird. Von der Leyen, die eine zweite Amtszeit anstrebt, muss nun Farbe bekennen. politico.eu

Schieberei im Mittelmeer:

Täglich spielt sich im Mittelmeer eine fragwürdige Schat­ten­tä­tigkeit der Schiff­fahrt ab – die Umgehung von Ölsank­tionen gegen Russland. Laut einer Medien­re­cherche treffen sich speziell im Lakoni­schen Golf südlich der Peloponnes große Treib­stoff­tanker aus Russland mit anderen Schiffen, um sanktio­nierte Ware in Küsten­sicht­weite für den Weiter­transport z. B. nach Asien umzupumpen. Von dort werde das Öl mit Herkunfts­ver­schleierung weiter­ver­kauft, selbst nach Europa. Da die Ship-to-ship-Geschäfte (STS) in rechts­freien inter­na­tio­nalen Gewässern statt­fänden, könnten Griechenland und andere Länder nicht eingreifen. Der Bericht nennt westliche Ölhändler als Betei­ligte solch politisch wie ökolo­gisch bedenk­licher Seetransfers. investigate-europe.eu  youtu.be (Video)

Offensives Schottland:

Fast genau sieben Jahre nach der Brexit-Entscheidung des UK hat die pro-europäische Regierung von Schottland eine Charme­of­fensive in der Europäi­schen Union gestartet. Regie­rungschef Humza Yousaf weilte für drei Tage in Brüssel, um seine „Vision für eine sinnvolle und für beide Seiten vorteil­hafte Beziehung zur Europäi­schen Union“ darzutun. Schottland sei aus der EU „ausge­schlossen“ worden, obwohl es für den Verbleib gestimmt habe, so Yousaf, der auch Vorsit­zender der mit grüner Hilfe regie­renden Natio­nal­partei (SNP) ist. Ein ständiger schot­ti­scher EU-Gesandter soll in der Europa- Haupt­stadt die Unabhän­gigkeit des Landes forcieren, wofür Yousaf vor dem Abflug nochmals warb.

EU-Abweichler wünscht Trump herbei:

Die immer wieder querschie­ßende Regierung von Victor Orbán in Ungarn wünscht sich offen Donald Trump wieder ins Weiße Haus. Wie der US-Exprä­sident setzt Budapest auf dieselben konser­va­tiven Werte und einen starken Natio­nal­staat. Treiber der ungari­schen Pro-Trump-Haltung ist der 44-jährige Langzeit-Außen­mi­nister Peter Szijjártó. Er will erreichen, dass Ungarn bei seinen Abwei­chungen vom EU-Kurs „wieder einen mächtigen Verbün­deten im Weißen Haus hat,“ erläutert ein Analyst der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR). n‑tv.de/politik/Ungarn

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Prigoschin, das Kreml-Monster…

„Das Monster, das Putin mit Wagner geschaffen hat (…), beißt ihn jetzt. Das Monster agiert gegen seinen Schöpfer“

Josep Borell, Chefdi­plomat Europäische Union, über Russland-Präsident Putin und seinen meuternden Bluthund, Wagner-Söldner­kom­mandant Prigoschin
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Runderneuerung für unser Geld:

Die EU-Kommission will den Euro zweifach „refor­mieren“. Einer­seits soll die Währung digital werden und sowohl für geschützte Online- als auch für Offline-Zahlungen zur Verfügung stehen. Brüssel will damit auf „steigende Nachfrage nach sicheren und zuver­läs­sigen elektro­ni­schen Zahlungs­mitteln“ reagieren. Anderer­seits soll Euro-Bargeld weiterhin für Bürger und Unter­nehmen zugänglich bleiben. Dafür sollen Banken genügend Geldau­to­maten vorhalten müssen – jeder Bürger im Euro-Währungs­gebiet solle seine Zahlungs­me­thode frei wählen können, heißt es. Aber Kritiker befürchten eine Bürger­kon­trolle durch die Hintertür und der Handel ist unfroh über die vorge­schlagene Akzep­tanz­pflicht. weser-kurier.de ecb.europa.eu (EZB)

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Cybergesetz für Europäische Union formt sich:

Nach einer Indis­kretion schält sich das Aussehen des geplanten Gesetzes für die Europäische Union zur Cyber­si­cherheit (Cyber Resilience Act) heraus. In Brüssel kursiert die Verhand­lungs­vorlage der Europa­ab­ge­ord­neten mit den formu­lierten Anfor­de­rungen an Produkt­her­steller und Open-Source-Software. Danach soll es eine Melde­pflicht für Firmen geben, die den Missbrauch von Program­mier­schwach­stellen bemerken. Zudem sollen Impor­teure politisch einge­stufte Risikoware etwa aus China zurück­nehmen müssen. Das Europäische Kompe­tenz­zentrum für Cyber­si­cherheit bekäme Kontroll­be­fug­nisse. Das finale Vorhaben soll nächsten Mittwoch (5. Juli) offiziell verkündet werden.

E‑Deutschland nur Mittelmaß: 

Die Elektro­mo­bi­lität ist bei uns eher unter­ent­wi­ckelt. Das zeigt der „Readiness Index“. Er testet jährlich 22 europäische Staaten darauf, ob sie für elektrische Antriebe beim Personen- und Güter­transport gerüstet sind. Danach ist Deutschland mit dem Rückfall von Platz acht auf Rang zehn ein Verlierer. Grund: Erlah­mende E‑Autozulassungen bei weniger Staats­för­derung. Europas Spitzen­reiter sind Norwegen, die Nieder­lande und Großbri­tannien. Aufsteiger des Jahres aber ist Dänemark, das im Index von Rang elf auf Platz sieben geklettert ist. autobild.de

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Partikel sollen Klima schützen:

Die Europäische Union will unter­suchen lassen, ob es andere Maßnahmen gegen die Erder­wärmung gibt als die reine Bekämpfung klima­schäd­licher Gase. Das Zauberwort heißt „Geo-Engineering“. Das sind technische Eingriffe in die Erdat­mo­sphäre, etwa um Sonnen­strahlen von der Erde abzulenken. Das ist möglich durch „strato­sphä­rische Aerosol-Injek­tionen“, bei denen Flugzeuge oder Schiffe winzige licht­dichte Partikel im Himmel aussetzen. Die EU-Unter­su­chung soll ethische, recht­liche, politische und Gover­nance-Fragen ausleuchten, da Geo-Engineering in der Kritik steht. Am 5. Juli 2023 soll der Rahmen­entwurf für die Studie vorliegen. t3n.de/news/geoengineering

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Ausgerechnet Mallorca!

strand auf Mallorca

Wer denkt, dass die schönsten Strände der Welt auf den Malediven, am Roten Meer oder in der Karibik liegen, der irrt. Laut einem Reise­portal ist der Sieger in Sachen Bewer­tungen der Playa de Muro, ein Strand mit feinem Sand an der Nordküste der spani­schen Urlaubs­insel Mallorca. Auch der zweite und dritte Platz für die Top-Strände gehören zu Europa. Weitere Infor­ma­tionen


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