Europa Woche 2025/04 Trump Russland China: Was geschah Spannendes in dieser Europa-Woche? Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier meine Nachrich­ten­auswahl im Europa Blick­punkt

  • Die EU will sich gegenüber dem mächtigen US-Präsi­denten Trump nicht klein machen. Scrolle⤵️.
  • Die Kriegs­gefahr durch Russland steigt in Europa weiter, sagen Experten. Details: Unten ⤵️.
  • Die EU-Kommission zieht die Volks­re­publik China vor den Welt-Schieds­richter. Mehr ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Europa Woche 2025/04

EU will selbstbewusst auf Trump reagieren 

Wir werden pragma­tisch sein, aber wir werden immer unsere Prinzipien vertei­digen. – EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen

Mit diesen Worten hat “Uschi” beim Weltwirt­schafts­forum (WEF) in Davos den Kurs Europas gegenüber US-Präsident Donald Trump beschrieben. Sie hob hervor, dass die EU über den “größten Handels­sektor der Welt” verfüge. Außerdem schneide sie in vielen Bereichen besser ab als die USA. Ein “globaler Wettlauf nach unten” müsse daher vermieden werden. die-tagespost.de youtu.be (vdL)


Trump teilt aus

Auftritt Donald Trump gestern (Donnerstag 23.01.2025) beim Weltwirt­schafts­forum (WEF) in Davos. Der neue US-Präsident sprach per Video­schaltung. Er präsen­tierte den versam­melten Politik- und Wirtschafts­führern seine Vorhaben. Pläne für “the good old USA”, wie Trump jovial sagte. Wichtigste Ankün­di­gungen: Straf­zölle gegen unwillige Handels­partner, Beendigung des Krieges in der Ukraine, Angebote zum Inves­tieren zu US-Bedin­gungen… Aufzeichnung

Was Trump sagte, Auszüge: 

In den vergan­genen 72 Stunden vollzogen wir die Revolution des gesunden Menschen­ver­standes”. “Es ist einfach so: Wenn Sie nicht in Amerika produ­zieren, werden Sie Zölle zahlen.”—“Die EU behandelt uns steuerlich sehr, sehr unfair; sie will weder unsere Agrar­pro­dukte noch unsere Autos kaufen.” t-online.de


Putin angeschlagen?

Der Kreml ist nach Ansicht westlicher Beobachter zunehmend besorgt. Verzer­rungen in der russi­schen Kriegs­wirt­schaft sind ein Problem. Der selbst entfachte Ukraine-Krieg und darauf bezogene westliche Sanktionen verur­sachen die Probleme. 

Meldungen zufolge ist die Wirtschaft der Föderation zwar in den vergan­genen zwei Jahren robust gewachsen. Aber das Land kämpft mit Arbeits­kräf­te­mangel, hohen Zinsen und einer durch Militär­aus­gaben getrie­benen Inflation.

Die Zentralbank in Moskau hatte den Leitzins erst kürzlich auf 21 % erhöht, um die Inflation zu bekämpfen. Dies hemmt jedoch Inves­ti­tionen. Es erleichtert auch Insol­venzen. Dazu kommt: US-Präsident Donald Trump erwägt zur raschen Kriegs­bei­legung weitere Sanktionen wie hohe Zölle und Sanktionen auf russische Produkte. reuters.com/world


Neue US-Ukrainepolitik: 

Marco Rubio, der bisherige republi­ka­nische Senator aus Florida, wurde einstimmig zum Außen­mi­nister der neuen Trump-Adminis­tration ernannt. Die Perso­nalie lässt die Konturen der künftigen US-Ukraine­po­litik gegen Russland deutlich werden. So erklärte Rubio, beide Seiten müssten für die Beendigung des Konfliktes „Zugeständ­nisse“ machen. Zuvor hatte er unter­strichen, der Krieg müsse beendet werden. Dies gelte auch, wenn nicht alle russisch besetzten Gebiete zurück­ge­geben werden.

Im Senat hatte Rubio weitere milli­ar­den­schwere Unter­stützung der angegrif­fenen Ukraine abgelehnt. Doch US-Präsident Trump hat die Militär­hilfe für die Ukraine ausdrücklich von einem Erlass zum Stopp inter­na­tio­naler Leistungen ausge­nommen. Der 53-jährige Rubio ist Sohn kubani­scher Einwan­derer und gilt als Israel-Freund. newsukraine.rbc.ua deutschlandfunk.de (Trumps Minister) rubio.senate.gov 

Ich meine, es ist ein komplexer Konflikt, aber ein blutiger, und er muss enden. - Der neue US-Außen­mi­nister Marco Rubio hat in der Ukraine viel vor

Kriegsgefahr für Westeuropa? 

Russland könnte die Europäische Union ab 2028 angreifen. Diese Möglichkeit hat die EU-Außen­be­auf­tragte Kaja Kallas vor der Europäi­schen Vertei­di­gungs­agentur (EDA) in Brüssel skizziert. Die liberale Estin warnte unter Berufung auf Geheim­dienste, der Kreml sei schon in drei bis fünf Jahren zur EU-Attacke fähig. Deshalb müssten sich die 27 Mitglieds­staaten aktiv vorbe­reiten. Kallas nannte Russland eine existen­zielle Bedrohung. 

EU-Vertei­di­gungs­kom­missar Andrius Kubilius (Litauen) hatte bereits vor Längerem kriti­siert, Europa sei nicht ausrei­chend auf einen Angriff aus dem Osten vorbe­reitet. Er will in Kürze gemeinsam mit Kallas ein entspre­chendes Strate­gie­papier vorlegen. Auch General­inspekteur Carsten Breuer mahnt, die Bundeswehr müsse sich jetzt für ein Worst-Case-Szenario wappnen. welt.de (Kallas) rnd.de (Kubilius) welt.de (Breuer)

Wir befinden uns nicht im Krieg, aber sicherlich auch nicht im Frieden. - NATO-General­se­kretär Mark Rutte sieht Europa in einer Grauzone

EU klagt China an: 

Der Handels­kon­flikt zwischen der Europäi­schen Union und China hat eine neue Runde erreicht. Die EU-Kommission leitete bei der Welthan­dels­or­ga­ni­sation (WTO) ein Verfahren ein. Der Grund ist, dass die Volks­re­publik ohne Zustimmung der Eigen­tümer weltweit verbind­liche Lizenz­ge­bühren für bestimmte europäische Patente festlegt. Dabei geht es vorrangig um Schutz­rechte für die neue Generation der Mobil­funk­tech­no­logien 5G und 6G.

Geschä­digte sind europäische Unter­nehmen wie Nokia und Ericsson. Laut EU schadet China europäi­schen Hightech-Firmen und verschafft eigenen Herstellern einen ungerecht­fer­tigten Vorteil. Weitere Strei­tig­keiten mit China hat die EU in Subven­tions- und Zollfragen. reuters.com


EU künstlich unintelligent?

US-Präsident Donald Trump möchte die Regulie­rungen für Künst­liche Intel­ligenz (KI) in seinem Land abschaffen. Dieser Plan hat direkte Auswir­kungen auf uns in Europa. Laut Experten wird die Deregu­lierung US-Firmen im KI-Bereich schneller und flexibler machen. Das wäre aus europäi­scher Sicht eine Verschärfung des techno­lo­gi­schen Wettbewerbs. 

Das Problem: In der EU ist KI schon jetzt stärker reguliert als in den USA. Das soll soll ethische Standards und Daten­schutz gewähr­leisten. EU-Entschei­dungs­träger stehen nun vor der Heraus­for­derung, nötige Bürokratie und gewünschte Innovation für den globalen KI-Wettlauf auszu­ba­lan­cieren. faz.net/pro/digitalwirtschaft


Atomkraft? Ja bitte! 

Polen als derzeitige EU- Ratsprä­si­dent­schaft will in der Europäi­schen Union die Atomkraft puschen. Das geht aus vertrau­lichen Unter­lagen hervor, über die Medien berichten. Danach wirbt unser Nachbarland für den Ersatz unerwünschter russi­scher Gas-Importe durch Strom aus Kernenergie.

Polen setzt selbst auf Kernspaltung. Sein erstes AKW soll direkt am Ostsee­strand bei der beschau­lichen Gemeinde Choczewo entstehen. Dort sind bereits hunderte Hektar Wald gerodet worden. Obwohl ungeklärte Fragen wie der Müllver­bringung vor Ort bestehen, gibt es kaum Aufbe­gehren der Bevöl­kerung. Dagegen protes­tieren Touristen und Sommer­haus­be­sitzer umso heftiger. welt.de swr.de 


Suezkanal bald frei? 

Die Asien-Europa-Fahrt durchs Rote Meer könnte bald wieder ohne Gefahren möglich sein. Die islamis­ti­schen Huthi-Terro­risten im Jemen haben überra­schend das Ende ihrer Attacken auf Handels­frachter erklärt. Aller­dings gilt das noch nicht für Schiffe in Zusam­menhang mit Israel. Ob dahinter Druck durch massive israe­lisch-britische Luftschläge und Drohungen von US-Präsident Donald Trump stehen, ist unklar. Die vom Iran unter­stützte Miliz attackiert seit über einem Jahr Schiffe mit Raketen, Drohnen und Bombenbooten.

Reede­reien wie Hapag-Lloyd (Hamburg) müssen auf die erheblich längere Route rund um Südafrika gehen. Das bringt längere Liefer­zeiten und erhöhte Trans­port­kosten. Inter­na­tionale Akteure hoffen auf eine Norma­li­sierung der Situation auf dem wichtigsten Handelsweg Europas. Dies betrifft auch die Israel-Logistik. Akteure hoffen auf völlig freie Durch­fahrt spätestens, wenn der Waffen­still­stand zwischen Jerusalem und Gaza vollständig umgesetzt ist. handelsblatt.com

Wissen über Holocaust schwindet: 

In Europa und den USA gibt es erheb­liche Kennt­nis­lücken über die Juden­ver­nichtung. Das zeigt eine Studie der Claims Confe­rence vor dem Hinter­grund des 80. Jahres­tages der Befreiung des NS-Konzen­tra­ti­ons­lagers Auschwitz. Die inter­na­tionale Organi­sation hält die Erinnerung an die Verbrechen an jüdischen Menschen aufrecht. 

Laut ihrer Erhebungen schwindet das Wissen darüber besonders bei jungen Erwach­senen. In Frank­reich weiß jeder zweite dieser Alters­gruppe nichts von der Schoa oder ist darüber unsicher. In Deutschland sind es zwölf Prozent. Gideon Taylor, Präsident der Claims Confe­rence, fordert eine inten­sivere Bildungs­arbeit. Die Studie sei ein Weckruf für Regie­rungen. israelnetz.com tagesschau.de 

Der besorg­nis­er­re­gende Anstieg antise­mi­ti­scher Gewalt in Deutschland hat seine Wurzeln in Desin­for­mation und Mangel an Infor­ma­tionen über den Holocaust - Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland zeigte sich alarmiert

Umweltzonen enttäuschen: 

Die Einrichtung verkehrs­armer oder ‑beruhigter Gebiete führt nicht automa­tisch zu mehr genereller Lebens­qua­lität. Das hat der Europäische Rechnungshof (EuRH) heraus­ge­funden. Die Wächter über die Staats­aus­gaben hatten Projekte in Athen, Barcelona und Krakau analy­siert. Das Ergebnis: 

Zu den Erfolgen direkt in den sanierten Gebieten zählen zwar weniger schäd­liche Emissionen und weniger Lärm. Aber dafür verschlechtert sich die Belastung in den umlie­genden Gebieten. Der Verkehr wird nur punktuell verdrängt, bleibt aber nicht generell weg. In Barce­lonas grünen “Super­blocks” gibt es zudem 33 % mehr Geräusch­be­lastung durch verstärkte kommer­zielle Aktivi­täten in Nachtbars und Restau­rants. euractiv.de eca.europa.eu

Vorsicht, Gefahr aus der Luft!

Feinstaub­be­lastung macht an Landes­grenzen nicht halt. Das zeigt sich dieser Tag über Deutschland. Laut Wetter­be­ob­achtern ist aus Polen „eine gefähr­liche Smog-Wolke“ im Anmarsch. Der Grund: In unserem Nachbarland gibt es unzählige veraltete Kohleöfen. Minder­wertig befeuerte Betriebe erzeugen ebenfalls große Mengen an Emissionen. Diese belasten die Luftqua­lität Polens massiv. Das verstärkt sich bei niedrigen Temperaturen.

Vor allem die Ballungs­zentren in Krakau, Warschau oder Katowitz geben regel­mäßig Feinstaub­werte über die EU-Grenz­werte ab. Das Mega-Hoch „Beate“ verstärkt den Effekt. In Deutschland trifft es derzeit besonders Brandenburg und Sachsen. Die Folge sind Atemwegs­er­kran­kungen. Experten raten zur Vorbeugung: Fenster schließen und das Freie möglichst meiden. merkur.de 


Europa Woche 2025/04

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Europawoche 2024/35

1.800.000

Das ist die Einwoh­nerzahl von Hamburg. Die Hafen­me­tropole in Norddeutschland ist die größte Stadt der EU, die nicht Haupt­stadt eines Landes ist.

Europa Woche 2025/04

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Algenpest vor Mallorca & Co: 

Die wohl gefähr­lichste Algenart von Europa, Rugul­op­terix okumurae (Japan), breitet sich unkon­trol­lierbar im Mittelmeer aus. Besonders betroffen: Spanische Balea­ren­inseln. Sie wurde einge­schleppt durch Fracht­schiffe. mallorcamagazin.com

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