Europa Regionen Stadt­planung: Verfallene Plätze, leere Schau­fenster, wachsende Distanz zwischen Nachbarn… Europas urbane Krise ist längst mehr als ein ästhe­ti­sches Problem. Sie bedroht Zusam­menhalt, Sicherheit und das Vertrauen in unsere Gesell­schaft. - Dazu habe ich eine Meinung.

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Europa Regionen Stadt­planung

Von Wolf Achim Wiegand (Foto: KI)

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen bei FORUM – Das Wochenmagazin

Moin, liebe Mitmenschen in Europa,

Wenn Friedrich Merz den Verfall im deutschen Stadtbild kriti­siert, dann trifft der Bundes­kanzler damit ein europa­weites Thema. Verschmutzte Plätze, verwaiste Schau­fenster, Unsicherheit auf der Straße – das ist real und kein Ressen­timent, sondern ein Hinweis auf Konflikte. Es geht um öffent­liche Räume, gesell­schaft­lichen Zusam­menhalt und staat­liche Handlungsfähigkeit.

In Frank­reich klagt die Regierung über Banlieues, in denen sich Paral­lel­ge­sell­schaften verfestigt haben. Die Schweden debat­tieren nach Jahren liberaler Zuwan­de­rungs­po­litik über Banden­kri­mi­na­lität und geschei­terte Integration. Und in Italien stehen zerfal­lende Innen­städte leer, während am Rand Zeltlager von Migranten wachsen. Schließlich die Nieder­lande: Wohnungsnot wird zunehmend zur sozialen Sprengladung.

Überall offenbart sich die gleiche Spannung zwischen Wohlstand und Verwahr­losung. Die Stadt wird zum Spiegel europäi­scher Brüche – zwischen Arm und Reich, Einhei­mi­schen und Zugewan­derten, digitaler Ökonomie und analoger Lebens­rea­lität. Ein Übriges für maximales Unwohlsein tun massive Beton­blöcke an Märkten, Überwa­chungs­ka­meras an Freibädern oder Bahnhöfen und Security bei Events.

Wegdiskutieren nicht empfehlenswert

Das Ansprechen solcher Zustände wird oft reflexhaft kriti­siert. Besonders in “aufge­weckt links” einge­stellten Kreisen gilt das Thema­ti­sieren verlot­terter Stadt­bilder schnell als „rassis­tisch“ – ein Reflex, der die Debatte erstickt, anstatt die dringend nötigen Lösungen zu fördern. 

Sogar ein Jesuit meinte, die Formu­lierung des Kanzlers sei rassis­tisch und rückwärts­ge­wandt – er selbst erlebe die Vielfalt seiner Stadt als Berei­cherung. Viele Menschen tun das aber eben nicht. Europaweit. Das kann man nicht ignorieren.

Die Antwort darf natürlich nicht in Symbol­po­litik enden, weil das wiederum den scharf rechten Extremen in die Hände spielt. Mehr Polizei hilft nur kurzfristig. Langfristig braucht es Inves­ti­tionen in Bildung, Integration, Kultur und Nachbarschaft.

Städte müssen wieder als Orte des Mitein­anders gedacht und erlebt werden, nicht nur als Konsum­räume. Konkret: Es braucht kommunale Inves­ti­ti­ons­pakete, präventive Sozial­arbeit, mehr Raum für Kultur und einen europa­weiten Austausch zur Stadtplanung.


Europa Regionen Stadt­planung

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