Europa Klima Schiff­fahrt: Nach dem Scheitern des Weltkli­ma­ab­kommens rutscht die EU-Schiff­fahrt in die Krise - Dazu habe ich eine Meinung.

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa Klima Schifffahrt

Europa Klima Schiff­fahrt

Von Wolf Achim Wiegand (Foto: KI)

Moin, liebe Mitmenschen in Europa,

Gute Nachrichten sehen anders aus: Zum Wochen­beginn ist die Hoffnung auf ein weltweites Klima­ab­kommen für die Schiff­fahrt krachend gescheitert – und zwar durch die USA. 

Europa bleibt allein zurück und steht im Auge des Orkans, ohne eine Kurs für die globale Navigation zu haben. Was bleibt scheint ein Scher­ben­haufen an Regeln zu sein, der die Branche weltweit spalten wird. Die vertagte Abstimmung bei der Inter­na­tio­nalen Seeschiff­fahrts-Organi­sation (IMO) ist schließlich kein Papier­schiffchen, das vom Tisch weht. Was wir jetzt haben ist ein Sturm, der wirtschaft­liche Unsicherheit, regula­to­rische Zersplit­terung und Verzö­ge­rungen beim Klima­schutz herbeiwirbelt.

Für die EU bedeutet das harte Realität: Ohne globalen Kompass muss Brüssel eigene Regeln hochhalten – und vielleicht sogar verschärfen. Der Emissi­ons­handel (EU-ETS) und die FuelEU-Maritime-Verordnung, die den Treib­haus­gas­gehalt von Schiffs­kraft­stoffen begrenzen, rücken in den Mittel­punkt. Für europäische Reede­reien drohen höhere Kosten, Wettbe­werbs­nach­teile und Frust. Martin Kröger vom Verband Deutscher Reeder (VDR) bringt es auf den Punkt: „entsetzlich“:

Gerade jetzt hätte die EU mit klaren Worten das Ruder herum­reißen können – statt­dessen blieb sie stumm. - Martin Kröger vom Verband Deutscher Reeder (VDR) ärgert sich auch über Brüssel

Noch gravie­render: Die Blockade der USA unter­gräbt die ja längst einge­leitete maritime Energie­wende. Ohne eine globale CO₂-Abgabe fehlt den Schiff­fahrts­un­ter­nehmen der entschei­dende Anreiz, in andere Antriebe und grüne Schiffs­tech­no­logien zu inves­tieren. Dänemarks Indus­trie­mi­nister Morten Bødskov warnt vor „ungleichen Wettbe­werbs­be­din­gungen“ – europäische Reede­reien stehen schon jetzt im Vergleich zu anderen Regionen unter verschärfter Regulierung.

Auch klima­po­li­tisch ist das ein herber Schlag. Europas Führungs­rolle im Kampf gegen die Erder­wärmung gerät ins Wanken. Die Dekar­bo­ni­sierung der Schiff­fahrt, die drei Prozent aller Emissionen verur­sacht, verzögert sich. 

Organi­sa­tionen wie Transport & Environment drängen nun auf eigene, härtere Maßnahmen der EU. Sie gilt bislang als ein Klima-Vorreiter. Mit Blick auf die bald bevor­ste­hende Klima­kon­ferenz COP30 in Brasilien ist klar: Europa kann sich nicht verstecken – oder die US-Blockade für Untätigkeit vorschieben.

Donald Trump hat das Abkommen als „betrü­ge­risch“ verdammt. Er drohte Unter­stützern sogar mit Sanktionen. Dass Branchen­ver­treter und Umwelt­or­ga­ni­sa­tionen dies als „herben Rückschlag“ bezeichnen, ist eine diplo­ma­tische Untertreibung. 


☕ Du kannst meine journa­lis­tische Arbeit unter­stützen. Kaufe mir eine Tasse Kaffee. Hier klicken: https://buymeacoffee.com/european.expert

Tiefschlag für den Klima­schutz? Was meinst Du? Jede Meinung und jeder Kommentar zählen – Feuer frei: Schreibe unten in die Kommentare: ⤵️


Entdecke mehr von http://www.european.expert

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E‑Mail zu erhalten.