Europäische Themen dieser Woche

(Europäische Union) – Was hat die europäi­schen Macher und Beobachter bei EU-Kommission, Europäi­schem Rat und Europa­par­lament vergangene Woche an- und umgetrieben? 

  • Nach der Europawahl des kommenden Jahres könnte es im EU-Parlament zu einem starken Rechts­block kommen – unter Betei­ligung der Christ­de­mo­kraten. Siehe unten.
  • Nie war er Europa so fern wie heute, der fünfte Kontinent. Australien wird vorerst kein bevor­zugter Handels­partner. Siehe unten.
  • Emmanuel Macron versucht auf Biegen und Brechen die franzö­sische Sprache in der EU nicht unter­gehen zu lassen – selbst juris­tisch… Ebenfalls unten.

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EUROPA-TopThemen von WOLF ACHIM WIEGAND 🇪🇺

Europa europäische Politik

Neuer EU-Rechtsblock? 

Bereits seit längerem wird in Brüssel speku­liert, ob die europäi­schen Christ­de­mo­kraten nach der EU-Wahl 2024 in Brüssel enger mit Rechts­po­pu­listen koope­rieren könnten. Tsche­chien scheint jetzt ein Testgebiet zu sein, denn dort werden die jewei­ligen Parteien auf einer gemein­samen Liste antreten. Das ist im EU-Parlament bislang nicht der Fall, denn die Europäische Volks­partei (EVP) mit CDU/CSU bildet eine eigene Fraktion neben den Konser­va­tiven und Reformern (EKR). Letzteren gehören als größte Gruppe die gerade in Polen abgewählte natio­nal­kon­ser­vative PiS-Partei und die Neofa­schisten der italie­ni­schen Regie­rungs­chefin Giorgia Meloni an. euractiv.de

Sprachenstreit: Parlez-vous francais?

Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat die Europäische Kommission vor dem EU-Gerichtshof verklagt – um die schwin­dende Bedeutung von Franzö­sisch bei der Verstän­digung europäi­scher Insti­tu­tionen aufzuhalten. 

Anlass sind verpflich­tende Tests auf Englisch, die bei der Einstellung neuer EU-Mitar­beiter angewendet werden. Dieses Auswahl­ver­fahren bevorzuge anglo­phone Bewerber gegenüber ihren Konkur­renten, obwohl Englisch nur in den kleineren Mitglieds­staaten Irland und Malta gesprochen wird (= zwei Prozent der EU-Bürger). 

Frank­reichs Vorstoß spiegelt eine innen­po­li­tische Debatte über den Einfluss­verlust des Landes in der Welt wider. politico.eu

beautiful woman holding an open book

Baerbock’sche Rechenkünste:

Bundes­au­ßen­mi­nis­terin Annalena Baerbock hat neue Ideen zur Reform der Europäi­schen Union (EU) vorgelegt. So forderte die Grünen-Politi­kerin bei einer inter­na­tio­nalen Konferenz in Berlin , dass die EU-Insti­tu­tionen – wie Kommission und Parlament – mit jedem neuen Mitglied­staat personell größer würden. Notfalls gäbe es eben nicht für jeden neue Posten – Deutschland selbst könne zeitweise auf einen Kommissar oder eine Kommis­sarin zu verzichten. Außerdem sei es “einfache politische Mathe­matik”, dass es bei bald 36 möglichen Vetos aus den EU-Mitglieds­staaten “irgendwann unbeherrschbar wird“, Entschei­dungen zu treffen. Baerbock regte zur Kanali­sierung ein Verfahren gelber und roter Karten an. n‑tv.de/

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“Wir werden erfolg­reich und siegreich bleiben, keine imperia­lis­tische Macht kann dies verhindern”

Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan will Glaubens­brüdern gegen Israel helfen

Rutte neuer NATO-Chef? 

Mark Rutte Europa
Mark Rutte bald oberster Militär­vor­steher? / Foto: Berliner Zeitung

Die Anzeichen, dass der schei­dende nieder­län­dische Regie­rungschef Mark Rutte neuer NATO-General­se­kretär werden könnte, mehren sich. Der liberale Politiker, der seit 14 Jahren in Den Haag regiert, sagt selbst: Es wäre “sehr inter­essant”, das westliche Vertei­di­gungs­bündnis zu führen. Sein Land geht am 22. November in vorge­zogene Neuwahlen, bei denen Rutte nicht mehr antritt. 

Der derzeitige Amtsin­haber Jens Stoltenberg (Norwegen) hat schon zweimal termi­niert verlängern müssen, weil die 30 Mitglieds­staaten keinen Nachfolger gefunden hatten, der die Allianz aus den meisten EU-Staaten plus Nordamerika durch die heutige Krisenwelt führen könnte. politico.eu instagram.com (Rutte) 

Europa allein zu Haus: 

Sollte ein US-Präsident Donald Trump die militä­rische Unter­stützung der Ukraine einstellen wäre Schicht im Schacht. Diese Einschätzung hat Frank Haun, Chef des deutsch-franzö­si­schen Rüstungs­kon­zerns KNDS. In einem Interview sagte er auf die Frage, ob die angegriffene Ukraine den Krieg gegen den Angreifer Russland nur mit Europa an der Seite gewinnen könnte: “Nein. Insgesamt gesehen sind wir militä­risch derart schwach, dass wir eine langfristige Unter­stützung des Landes allein gar nicht leisten könnten.” Hinzu komme, dass die Vertei­di­gungs­budgets so geschrumpft seine, dass es negative Folgen für Liefer­ketten und die Verfüg­barkeit bestimmter Rohstoffe habe. focus.de/magazin

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Kein Känguru-Pakt: 

Die Gespräche zwischen der Europäi­schen Union und Australien über ein Freihan­dels­ab­kommen sind gescheitert. Streit­punkte waren insbe­sondere Agrar­fragen rund um Fleisch- und Zucker­ex­porte. Die EU-Kommission „bedauert“ das, heißt es in Brüssel. Der austra­lische Handels­mi­nister Don Farrell meinte, „leider“ seien keine Fortschritte zu erzielen gewesen. 

Nach Meinung von Beobachtern ist ein neuer Anlauf zwischen der Alten Welt und dem fünften Kontinent erst wieder nach der Europawahl im Juni kommenden Jahres möglich. politico.eu

kangaroo on sandy terrain against meadow in zoo

Viel Wind, wenig Kohle: 

Europa Windenergie

Um die Nutzung der Luft zur Energie­ge­winnung ist in den vergan­genen Jahren viel Wind gemacht worden. Doch trotz Subven­tionen und staat­licher Ankur­belung stecken die Turbi­nen­be­treiber europaweit in der Krise. Grund sind insbe­sondere Kosten­sprünge, die Kalku­la­tionen und Rendi­te­er­war­tungen in die Flaute treiben. 

RWE-Chef Markus Krebber spricht bereits von einem „perfekten Sturm“. Ørsted, der dänische Weltmarkt­führer bei Offshore-Windkraft, berechnet Milli­ar­den­ver­luste. wiwo.de

Das Letzte

Generation Z wie ziellos: 

Europa Umfrage junge Generation

Die Nachwuchs- und Leistungs­träger in Europa sind verun­si­chert und gestresst. Das ist eines der Ergeb­nisse einer Unter­su­chung in fünf EU-Ländern, darunter Deutschland. Überall würden die Krisen der Welt zwar genau erfasst. Aber gleich­zeitig falle es vielen unter 40jährigen schwer, konkrete Lösungen zu finden. 

Nur ein Viertel engagiere sich gesell­schaftlich. Ein Drittel gehe nicht zum Wählen. Die Gemütslage in Deutschland sei im Großen und Ganzen vergleichbar mit den anderen analy­sierten Ländern Großbri­tannien, Polen, Italien und Griechenland. spiegel.de


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