(Europäische Union) – Was hat die Macher in der EU und die Beobachter Europas vergangene Woche umgetrieben?
Europa: Themen der Woche
- Was erwartet Europa von einer US-Präsidentin Kamala Harris? Siehe unten.
- Tauziehen um “Team Ursula”: Das neue EU-Kommissarskollegium zeichnet sich ab. Details siehe unten.
- “KlimaKleber” quälen zehntausende auf Europas Flughäfen: Scrolle runter.
Das alles und noch viel mehr: von Wolf Achim Wiegand

USA: Bald „Bye, bye Europe“?

Die Berufung von J.D. Vance als Vize des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump hat in Europa Besorgnisse vor einem Ausstieg des größten Verbündeten aus der Ukrainehilfe verstärkt. Politiker und Experten halten es für möglich, dass sich eine Trump-Regierung ganz auf die Auseinandersetzung mit China konzentrieren könnte. Vance ist bekannt für seine Ablehnung von Hilfe für die Ukraine. Er möchte die Mittel lieber aus Europas Stützpunkten nach Taiwan umleiten. theconversation.com

Ein bisschen Rätselraten herrscht in Europas Hauptstädten noch über eine eventuelle Präsidentin Kamala Harris. Offiziell gibt es dazu aus diplomatischen Gründen keine Äußerungen. In Brüssel streicht man hinter der Hand die Rolle der demokratischen Noch-Vizepräsidentin bei Energie und Klima hin, zentralen Themen zwischen der EU und USA. Es heißt, Harris sei „seit langem eine Stimme, die sich während ihrer Jahre als Staatsanwältin, US-Senatorin und zuletzt als Vizepräsidentin für die Umwelt einsetzte.“ Einiges dabei kollidiert aber mit Interessen am Atlantik-Ostufer. euractiv.de
Eine Schwächung der transatlantischen Verbindung wird unweigerlich eine aufstrebende chinesisch-russische eurasische Allianz stärken. – Europas Sicherheit ist in Gefahr meint Tracy Walsh, Redakteurin, The Conversation (USA)

Brüsseler Spekulatius um “Team Ursula”

Wild ins Kraut schießen gegenwärtig die Spekulationen darüber, wer zum neuen Kommissarsteam von EU-Behördenchefin Ursula von der Leyen gehört. Die muss kniffeln, um für jedes der 26 anderen Länder (sie selbst steht für Deutschland) eine Person in ein Ressort zu bugsieren. Bei den ersten kolportierten Namen fällt auf, dass viele Sich-Bewerbende wirtschaftsbezogene Ämter wünschen wie Energie, Agrar oder Finanzen. Vielleicht, weil Ökonomie künftig eine größere Rolle spielen soll.
Etliche der “alten Hasen” (und Häsinnen) streben eine zweite Amtszeit an, einer sogar die dritte: Vladis Dombrovskis. Der Handelskommissar Europas und Christdemokrat aus Lettland wäre gerne Chef beim EU-Binnenmarkt oder für Wiederaufbau der Ukraine. Endgültig gesetzt ist niemand, nur Estlands eigens abgetretene liberale Regierungschefin Kaja Kallas als Außenbeauftragte. Eine Scheibe für Gefolgsleute wollen nun auch neue Regierungen wie die von Italiens Neofaschistin Giorgia Meloni und der rechtskonservative Tscheche Petr Fiala. euractiv.de
Flucht endet im Tod auf See

Einige Tage nach einem Bootsunglück mit mehreren Dutzend Menschen sind vor Italiens Küste 14 weitere Leichen aufgefunden worden. Die Küstenwache Europas zog sie etwa 200 Kilometer vor dem Festland aus dem Mittelmeer. Somit steigt die Zahl der Ertrunkenen auf 34, weitere Tote treiben wohl noch auf See. Drei Schiffe suchen die Region ab. Seit Jahresbeginn sind sind mindestens 1.045 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. de.statista.com

“Europa ist wie ein Fahrrad. Man muss es in Bewegung halten – sonst fällt es um.” - Jacques Delors, ehemaliger EU-Kommissionspräsident.

Attacke auf Urlauber und Geschäftsreisende

Die umstrittenen “KlimaKleber” von der womöglich kriminellen Vereinigung “Letzte Generation” hatten eigentlich angekündigt, der Bevölkerung keine Blockaden mehr zustimmen zu wollen. Doch wenige Wochen, nachdem ihr Einzug in das Europäische Parlament mit nur 0,3 % der Stimmen grandios gescheitert war, haben die wohl aus den USA geförderten Extremisten wieder zugeschlagen:
Sie durchbrachen in ganz Europa Flughafenzäune. So verhinderten sie stundenlang mitten in der Ferienzeit für zehntausende Menschen den Start und die Ankunft. Künftig stehen darauf zwei Jahre Gefängnis. Die Politik fordert, die Flughafenbetreiber Europas müssten mehr Sicherheit garantieren. faz.net/aktuell

2024
In diesem Jahr sind Bulgarien und Rumänien in den Schengen-Raum der EU aufgenommen worden. Das heißt unter anderem, dass man diese Länder ohne Ausweiskontrollen betreten und verlassen kann, wenn man aus einem Land der Europäischen Union kommt. Hier die weiteren Mitglieder des Schengen-Raums

Europas schrägste Sport-Events:

Die Wattolümpiade in Deutschland, das Steckenpferdreiten in Finnland und das Schlittenfahren ohne Schnee in Portugal – das sind nur drei der verrücktesten Wettbewerbe in der Europäischen Union… youth.europa.eu
Hinweis: Das Titelbild (ganz oben) und einige andere Fotos sind mit KI kreiert worden.
Was denkt ihr zu alledem, was sich in und um Europa herum derzeit so tut? Schreibt es hier unten in den Kommentar. Dankeschön!
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