(Europäische Union) – Europa im Blickpunkt: Was geschah Spannendes in Europa-Woche 2024/50? Was hat die öffentlichen Diskussionen und politischen Initiativen in Europa angetrieben? Was beschäftigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier meine Nachrichtenauswahl im Europa Blickpunkt – Woche 2024/50 mit Schwerpunkt Syrien

- Deutschland hat momentan in der EU wenig zu sagen – die lahme Ente Scholz ist so schwach wie Macron. Scrolle weiter⤵️.
- Nach dem Umsturz in Syrien gibt es viel Jubel – aber auch viel Sorgen. Details: Unten ⤵️.
- Bahnfahren in Deutschland ist kein Spaßvergnügen, sagen europäische Tester … Siehe unten ⤵️.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)
Blickpunkt Europa Syrien – Woche 2024/50

Europa lässt Berlin und Paris links liegen

Europa formiert sich derzeit neu – ohne die größten Nationen Deutschland und Frankreich. Denn Olaf Scholz und Emmanuel Macron sind jeweils mit innenpolitischen Krisen beschäftigt. Der eine leitet eine Regierung der lahmen Enten, der andere muss überhaupt erstmal eine finden. Das drängt Berlin und Paris ins Abseits.

Das einst einflussreiche deutsch-französische Tandem ist vorerst an die Seite gedrängt. Andere Akteure nutzen den Raum, um ins Rampenlicht zu treten. So nutzt Ursula von der Leyen die Gelegenheit, ihre Vision für die EU-Kommission umzusetzen. Der Abschluss des EU-Mercosur-Handelsabkommens trotz französischer Proteste ist ein Zeichen dafür.
Gleichzeitig etabliert sich Polens Regierungschef Donald Tusk als Anlaufstelle für drängende Fragen der Mitgliedstaaten. Dazu gehören Themen wie Migrations- und Sicherheitspolitik. Das Land zahlt mehr für Militär als jedes andere NATO-Mitglied. Wann Deutschland und Frankreich aus dem Tiefschlaf erwachen, bleibt abzuwarten. Und ob sie dann noch mit ihren eingerosteten Gliedern den Motor spielen können, bleibt abzuwarten.
Syrien-Lage verunsichert EU:
Nach dem Anfangsjubel über den Sturz des Assad-Regimes in Syrien macht sich bei der Europäischen Kommission Ernüchterung breit. Besonders die neue EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas steht vor der komplexen Herausforderung, Hoffnung und Realismus zu verbinden.
Derzeit stehen in Brüssel sicherheits- und humanitäre Fragen im Vordergrund. Dazu gehört der Schutz christlicher Minderheiten und die Gefahr, ungewollt Terroristen zu finanzieren oder zurückkehrende IS-Kämpfer mit europäischen Pässen aufzunehmen. Außerdem will die EU unbedingt neue Flüchtlingsströme verhindern. Auch die vielfach geforderte Rückführung syrischer Menschen in ihre Heimat ist angesichts der Lage schwierig. zdf.de
Terroristen sind lernfähig:

Weltweit operierende politische Gewalttäter sind gut in der Lage, sich an neue geopolitische und technologische Entwicklungen anzupassen. Das geht aus dem neuen EU-Terrorismusbericht hervor. Danach nutzen Terroristen aufpoppende Narrative etwa im Nahost-Konflikt. Sie verwenden neuste Technologien wie Künstliche Intelligenz, verschlüsselte Kommunikation und 3D-Druck. So sind sie in der Lage, passgenaue Propaganda zu verbreiten. Sie können Waffen herstellen und Angriffe planen. Zusätzlich radikalisieren und rekrutieren sie junge Menschen.
Der Bericht zeigt einen deutlichen Anstieg terroristischer Aktivitäten in der EU. Im Jahr 2023 wurden 120 Vorfälle gemeldet, darunter 98 erfolgreich ausgeführte Angriffe. Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Einbindung junger Menschen. Der Krieg zwischen Israel und Hamas seit Oktober 2023 hat den jihadistischen Terrorismus zur größten Bedrohung gemacht. Auch rechtsextreme und linksextreme Akteure verbreiten Ideologien und planen Angriffe. europol.europa.eu
Assad-Sturz bringt Drogenknappheit:

Neben politischen Folgen dürfte der Sturz des Assad-Regimes in Syrien auch spürbare Konsequenzen für den europäischen Rauschgiftmarkt haben. Nach Erkenntnissen von Fahndern ist das Land ein Zentrum für Captagon/Fenetyllin-Kartelle. Sie verteilen die illegal hergestellten Aufputschtabletten über in Deutschland lebende Syrer in der gesamten EU. Diese Lieferketten dürften zumindest vorübergehend gestört sein und hohe Aufschläge verursachen.
Das hochprofitable Geschäft mit syrischem Captagon erstreckt sich auch in den gesamten arabischen Raum. Dort erzielen die tonnenweise produzierten Pillen enorme Profite. Berichten zufolge kostet das Zusammenbacken von hundert Kilogramm Captagon etwa 50.000 Euro, der Verkauf erbringt mehr als acht Millionen. tagesschau.de (Hintergrund)
Blickpunkt Europa Syrien – Woche 2024/50
Großbritannien auf EU-Kurs?
Fast fünf Jahre nach dem EU-Austritt (Brexit) nähert sich das Vereinigte Königreich wieder an die Europäische Union an. Das hoffen Kreise in Brüssel, nachdem Finanzministerin Rachel Reeves (Foto rechts) erstmals zur Eurogruppe gereist ist. Doch zu Hause erhält die 45-jährige Politikerin eher Prügel. In London gilt sie als das „Hirn“ der neuen Labour-Regierung unter Keir Starmer.

Der EU-affine New European vermutet eine „Rosinenpick“-Mentalität der Inselregierung gegenüber dem Kontinent ohne eigene Angebote. Das liberal verortete Portal The Independent schreibt sogar von „fehlender Aufrichtigkeit“ der eigenen Seite. Und das konservative Wochenmagazin The Spectator hat einen Horror vor möglicher „Rückkehr zur EU-Bürokratie“. Fazit: Die EU ist im UK keineswegs populär. eurotopics.net manager-magazin.de
Im Grunde sagen wir: “Wir haben nichts zu bieten. Und was gebt ihr uns?“ – Der Londoner New European über britische EU-Annäherungsversuche
Blickpunkt Europa Syrien – Woche 2024/50

Neue EU-Verbrecherliste:

Die europäische Polizeibehörde Europol hat die Namen der 24 derzeit meistgesuchten mutmaßlichen EU-Verbrecher veröffentlicht. Es sind mutmaßliche Mörder und andere Kriminelle, die schwere Verbrechen begangen haben sollen. Unter ihnen ist auch ein Deutscher. Er soll bereits 1991 einen 35-jährigen in einem Wald bei Sindelfingen getötet haben.
Die Fahnder hoffen, durch die Online-Veröffentlichung der Fotos und Profile auf der Website „EU Most Wanted“ neue Hinweise zu bekommen (siehe eumostwanted.eu). Sie wünschen sich, dass die Öffentlichkeit hilft. Das rund um die Uhr einsatzbereite europäische Polizei-Netzwerk warnt: „Wenn Sie jemanden erkennen, sprechen Sie die Person nicht direkt an!“ europol.europa.eu

„In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Hackerei!“:
Europäische Strafverfolger haben 27 Internet-Plattformen geblockt. Sie taten dies in Koordination mit der EU-Polizeibehörde Europol. Ihr Ziel war es, übliche Cyberangriffe während der bevorstehenden Feiertage zu verhindern. Ziel waren sogenannte „DDoS-Booter“-Dienste. Von diesen Plattformen hacken sich Kriminelle traditionell am Jahresende in Behörden- und Firmennetzwerke ein. Sie tun dies aus Rache, zur Erpressung oder einfach, um „spaßiges“ Unheil anzurichten.

Mögliche Folgen: „Überschwemmung“ durch Datenfluten oder die Komplettlähmung von Computern. Europol bittet Bürger und Firmen, sich mit Profihilfe eilends gegen unerbetene „Weihnachtsgäste“ aus dem Cyberraum zu schützen. europol.europa.eu
Dunkle Ostseekabel-Affäre:

Einen Monat nach der womöglich absichtlichen Durchtrennung unterseeischer Datenkabel in der Ostsee treten die Ermittlungen auf der Stelle. Experten sind sich immer noch nicht sicher, ob die Schäden Teil eines umfassenden russisch-chinesischen Komplotts sind. Sicherheitskreise verdächtigen den chinesischen Frachter Yi Peng 3. Sie glauben, dass er seinen Anker über den Grund der Ostsee gezogen hat. Dies geschah auf Anweisung des russischen Kapitäns, so die Vermutung.
China hat ebenso wie Russland alle Sabotagevorwürfe zurückgewiesen. Dänische Marineschiffe halten die Yi Peng 3 seit Wochen im Kattegat fest und versuchen erfolglos, die Besatzung zu befragen. Das Schiff und die Crew können aber zu nichts gezwungen werden, weil sie in internationalen Gewässern ankern. Dort gilt nationale Rechtsprechung nicht. breakingdefense.com
Behinderungen im Zugverkehr:

Für die deutschen Bahnen kommt es im Vergleich mit europäischen Schienenbetreibern ziemlich dicke. Sowohl die staatseigene Deutsche Bahn AG wie die private Flixtrain GmbH fallen in einem europaweiten Vergleich durch. Die DB landet in einer Rangliste mit 27 Teilnehmern nur auf Rang 16. Die grün gestrichenen Züge der Konkurrenz erreichen sogar nur Platz 20.
Besonders negativ ist bei beiden deutschen Bahnen die Unpünktlichkeit. Das Schlusslicht der Auswahl bildet der britische Anbieter Eurostar mit seinen häufig gestörten Hochgeschwindigkeitszügen unterm Ärmelkanal. Als strahlender Sieger erweist sich die italienische Eisenbahngesellschaft Trenitalia mit Bestwerten der Kategorien Sondertarife und Ermäßigungen. bild.de/ vcd.org/
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„Stracki“ ist am Ziel:

Nach monatelangen Verhandlungen haben die Fraktionschefs im Europaparlament vereinbart, dass die Volksvertretung erstmals einen vollwertigen Ausschuss für Verteidigung bekommen soll. Bislang war das Thema an die Außenpolitik angedockt.
Damit kann die deutsche FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann als autonome Vorsitzende die Leitung des Gremiums übernehmen. Es soll den ersten Verteidigungskommissar der EU-Kommission, Andrius Kubilius (Litauen), beim Aufbau milliardenschwerer europäischer Rüstungsprojekte kontrollieren. In Brüssel wird vom Dach gepfiffen, die streitbare „Stracki“ könnte als derzeit mächtigste FDP-Amtsträgerin eine Schlüsselfigur beim möglichen Neuaufbau der gebeutelten deutschen Liberalen werden. euractiv.de Das Original-Beschlusspapier
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Ukraine erfindet Drohnen neu

Die Ukraine entwickelt eine innovative Drohnentechnologie, um Störungen durch elektronische Jammer zu umgehen. Dabei werden die Flugkörper mit einem bis zu 20 Kilometer langen Glasfaserkabel gesteuert. Es überträgt Lichtsignale statt elektronischer Funksignale und macht die Drohne in Radars unsichtbar.
Hauptmerkmale der neuen Drohnen:
- Einsatzmöglichkeiten: Aufklärung, Angriffe auf russische Stellungen, Überwindung erster Hindernisse. Kostenreduktion: Die Lösung ist etwa halb so teuer wie vergleichbare russische Modelle. Unabhängigkeit von China: Der Anteil inländischer Komponenten kann gesteigert werden.
Die ukrainischen Glasfaser-Drohnen sollen ab 2025 einsatzbereit sein und könnten die Kriegsführung des angegriffenen Landes revolutionieren. t‑online.de

Fußball-Europa ringt um Einfluss:
Europa hat zwar die meisten besten Fußballmannschaften der Welt, steht aber im internationalen Sport an der Seitenlinie. Diese Meinung vertritt Ex-Nationalspieler Philipp Lahm in einer Zeitungskolumne. Es gibt Beispiele dafür, dass Europa zunehmend an Einfluss verliert. Dazu gehört die Verlagerung des FIFA-Hauptsitzes in die USA. Ein weiteres Beispiel ist die umstrittene Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien.
Lahm weiter: Europas Apelle, Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Diversität und Chancengleichheit konsequent anzuwenden, liefen ins Abseits. Dennoch fordert Lahm, den europäischen Gedanken wie kultureller Austausch und Chancengerechtigkeit weiter ins Tor zu schießen. Dazu muss sich Fußball-Europa reformieren und noch attraktiver werden. zeit.de/sport
Wenn Europa zusammenrückt, ist es schwer zu schlagen. - Ex-Fußballer Philipp Lahm ist guter Hoffnung, was den Fußball angeht
Blickpunkt Europa Syrien – Woche 2024/50

25.000
Das ist die geschätzte Zahl der produzierten Käsesorten innerhalb der Europäischen Union. Allein in Frankreich gibt es über 1.000 Varianten. Diese immense Vielfalt führt dazu, dass Käse bei offiziellen Verhandlungen ein sensibles Thema sein kann, insbesondere bei Herkunftsschutz und Handelsabkommen.
Blickpunkt Europa Syrien – Woche 2024/50

Kuriose Nachhaltigkeitsstrategie

Bei einer Tagung in Brüssel zeigte die EU-Kommission großes Engagement für Nachhaltigkeit – keine Plastikteller, stattdessen Bambusgeschirr. Eingeflogen aus Asien…
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