“Europa im Blickpunkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochenmagazin. Heute: Die Welt jubelt über den Sturz des blutrünstigen Assad-Regimes in Syrien. Aber die Europäische Union birgt Regierungen, die Israels positive Rolle auch für Europa nicht sehen wollen. Ob Europaparlament, EU-Kommission oder Europäischer Rat – in allen Institutionen der EU gibt es tendenziell israelkritische Haltungen. Ist das OK? Israel Europa

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen
Israel Europa im Blickpunkt – Bilder: KI
Erstaunt blickt Europa weiter aufs umgekrempelte Syrien. Keiner der 27 nationalen EU-Geheimdienste hat Assads Fall erahnt. Schon gar nicht der Auswärtige Dienst (EEAS) der Europäischen Union.
Die Neuordnung im Nahen Osten wurde ermöglicht durch Israel. Es war die Zerstörung der Hamas- und Hisbollah-Terroristen und des syrischen Horrorwaffenarsenals, das die iranisch-russische „Achse des Widerstands“ zerbrochen hat.
Ist es schlau, sich von Israel abzuwenden?

Man braucht Jerusalem dafür nicht zu danken. Es agierte im Eigeninteresse für seinen Selbstschutz. Aber dass Jauchekübel über Israel ausgekippt werden, ist falsch und manisch.
Einige EU-Regierungen tun sich mit maßloser Israel-Kritik speziell hervor.
Irland etwa. Das Land tritt der südafrikanischen Genozid-Klage beim Internationalen Gerichtshof (ICJ) mit bitterem Beigeschmack bei. Außenminister Micheál Martin will die übliche Völkermord-Definition „juristisch erweitern“. Will heißen: Die Beweise gegen Israel sind so dünn, dass eine Neuformulierung hermuss. Dublin will das Recht zurechtbiegen, damit der Angeklagte chancenlos ist.
Der Hass der liberal-konservativen Regierungskoalition in Irland auf Israel ist so groß, dass die Regierung in Jerusalem den Stecker ziehen musste. Voriges Wochenende verkündete sie die Schließung ihrer Botschaft in Dublin. Das ist einzigartig in Europa. Irland ist nun das einzige EU-Land ohne Vertretung des jüdischen Staates. Israelische Fachkräfte in der wichtigen IT-Branche erwägen zu kündigen.
„Es gibt eine systematische Hasskampagne speziell gegen mich als Vertreterin des Staates Israel in Irland. Dazu gehören Plakate auf der Straße, negative Kommentare bei Demonstrationen und die Regierung verurteilt nie, was mir widerfährt“ – Dana Erlich, bisherige Botschafterin Israels in Irland (Foto unten)

Oder Spanien. Regierungschef Pedro Sánchez verbietet US-Frachtschiffen mit Militärgütern für Israel an Bord die Nutzung seiner Häfen. Der von linken Koalitionspartnern abhängige Sozialdemokrat will, dass die Gesamt-EU die Israelis entwaffnet. Hätte man das getan, hätte Israel nie die für Europa brandheißen Islamistenherde löschen können.
Auch andere EU-Länder finden Sabotage gegen Israel ok. Selbst in Berlin sind nicht alle frei von solchen Gedanken.
Man muss die extremistische Regierung Netanjahu nicht mögen. Man kann innenpolitische Vorgänge und den Umgang mit Arabern, die sich Palästinenser nennen, sehr hart kritisieren. Aber: Europa darf in den nahöstlichen Politikwüsten nicht diejenigen Oasen übersehen, aus denen es Wasser für Plantagen der Zukunft schöpfen kann.
Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung
Demnächst mehr aus Europa.
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