Europa Woche 2025/05 Grönland Bürokratie Russland: Was geschah Spannendes in dieser Europa-Woche? Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier meine Nachrich­ten­auswahl im Europa Blick­punkt

Europa Woche 2025/05
  • Die Trump-USA wollen massiv Truppen aus Europa abziehen. Scrolle⤵️.
  • Die EU will schlanker werden – weniger Bürokratie für Wirtschafts­er­folge. Details: Unten ⤵️.
  • Die Europäische Raumfahrt baut eine eigene Mondfähre. Mehr ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Europa Woche 2025/05 Grönland Bürokratie Russland

Amis go home?

Eine Woche nach Amtsan­tritt hat US-Präsident Donald Trump mit konkreten Vorhaben die erwartete Fortsetzung von Debatten über Europas Vertei­digung losge­treten. Sein bekannt gewor­dener Plan, rund 20.000 US-Soldaten abzuziehen und den NATO-Partnern zugleich höhere Militär­bei­träge abzuver­langen, stößt auf Besorgnis. 

Einige Regie­rungen fühlen sich überfordert im gleichen Atemzug die russische Bedrohung im Kontext des Ukraine-Kriegs zu kontern. Anderer­seits gibt es Staaten wie Polen, die durchaus zu Aufsto­ckungen bereit sind. Ihnen springen Experten zur Seite. Die sprechen von der Chance, eine stärkere sicher­heits­po­li­tische europäische Eigen­ver­ant­wortung herzu­stellen. Außerdem mindere sich die Abhän­gigkeit von den USA. merkur.de/politik

Wir sollten nicht entsetzt sein – dies ist eine Zeit, in der Europa nicht bei der Sicherheit sparen kann. – Polens Regie­rungschef Donald Tusk sieht keinen Grund zu zaudern


EU ordnet Sanktionspolitik:

Die Europäische Union wird ihre Syrien-Sanktionen wegen des Macht­wechsels in Damaskus lockern und die Restrik­tionen gegen Russland verlängern. Das ist das Haupt­er­gebnis des EU-Außen­mi­nis­ter­treffens in Brüssel. Wegen Einspruches der natio­na­lis­ti­schen Regierung von Ungarn wurden die Straf­maß­nahmen gegen den Kreml länger diskutiert. 

Letztlich ließ es der ungarische Außen­mi­nister Péter Szijjártó nicht auf ein Veto ankommen. Dafür bekam er das Versprechen, die EU werde sich um den ungari­schen Energie­sektor kümmern, den russische Liefer­aus­fälle plagen. Gescheitert am Einspruch Budapests ist dagegen eine gemeinsame Erklärung zur Präsi­den­tenwahl in Belarus. Die EU-Außen­be­auf­tragte Kaja Kallas publi­zierte daraufhin eine eigene Stellung­nahme und sprach von “Schein­wahlen”, die “weder frei noch fair” gewesen seien. diepresse.com

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EU-Soldaten nach Grönland?

Der Konflikt um US-ameri­ka­nische Ansprüche auf die autonome dänische Region Grönland ist ernster, als nach außen dringt. Dänemarks Minis­ter­prä­si­dentin Mette Frede­riksen hatte ein wohl recht unerfreu­liches Telefonat mit Präsident Donald Trump geführt. Danach reiste sie hilfe­su­chend zu ihren Kollegen und größten EU-Verbün­deten Deutschland und Frank­reich. Außerdem beriet sie sich in Brüssel mit NATO-General­se­kretär Mark Rutte. Dort kursieren Vorschläge zur Statio­nierung von EU-Soldaten auf der rohstoff­reichen weltgrößten Insel Grönland. brusselstimes.com

Anschließend warnte Bundes­kanzler Olaf Scholz vor gewalt­samen Grenz­ver­schie­bungen. Frede­riksen will fast zwei Milli­arden Euro in die Sicherheit der strate­gisch wichtigen Arktis-Region inves­tieren. Das Geld werde in neue arktische Marine­schiffe, zusätz­liche Langstre­cken­drohnen und Überwa­chungs­sa­tel­liten fließen. Vivian Motzfeldt, Außen­be­auf­tragter der autonomen Region Grönland, schmiedet mit Dänemark eine Art Militärpakt, dem auch die Färöer-Inseln angehören sollen. Einer Umfrage zufolge wollen nur sechs Prozent der 57.000 Grönländer zum Teil der USA werden, was Trump nicht rührt. fr.de/politik focus.de/wissen (Hinter­grund)

Jetzt bekommen wir eine Diskussion über Europas Vertei­di­gungs­willen. – Dänemarks Vertei­di­gungs­mi­nister Lund Poulsen versucht Gutes zu sehen

Europa schießt sich zum Mond:

Die Europäische Weltraum­or­ga­ni­sation (ESA) hat den Bau ihrer ersten eigenen Mondlan­de­fähre namens “Argonaut” in Auftrag gegeben. Ein Konsortium unter der Leitung von Thales Alenia Space (Italien) baut das „Lunar Descent Element“ (LDE). Es ist zentral wichtig zum Aufsetzen auf dem Planeten. Der Auftrag hat einen Wert von 862 Millionen Euro. 

Argonaut soll Fracht, Infra­struk­turen und Forschungs­in­stru­mente zur Mondober­fläche bringen. Die erste Mission ist für das Jahr 2031 geplant. Das unbemannte Gerät soll so robust sein, dass es unter den Extrem­be­din­gungen fünf Jahre lang hält. flugrevue.de

Argonaut wird Europa den Weg für eine nachhaltige mensch­liche Präsenz auf dem Mond ebnen. – ESA-Direktor Daniel Neuen­sch­wander sieht einen Zeiten­wechsel im All voraus


Kompass Richtung „Europe First!“:

Die Europäische Kommission hat den “Compe­ti­ti­veness Compass” vorge­stellt, eine Strategie für die kommenden fünf Jahre zur Stärkung der EU-Wettbe­werbs­fä­higkeit. Ein zentrales Element ist der Abbau von Bürokratie, insbe­sondere im Zusam­menhang mit neuen Klima­ge­setzen. Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen betonte aber bei der Vorstellung des Vorhabens, die Deregu­lie­rungen sollten nicht den grünen EU-Klimakurs beschädigen. 

Laut EU-Schät­zungen könnte der Regel­abbau der Wirtschaft bis 2029 Einspa­rungen von 37 Milli­arden Euro pro Jahr bringen. Weitere EU-Vorhaben sind Innova­ti­ons­för­derung in Schlüs­sel­be­reichen wie Künst­liche Intel­ligenz sowie eine “Buy European”-Initiative, die bei öffent­lichen Aufträgen EU-Bieter bevorzugt. politico.eu commission.europa.eu


Konsequenzen nach erneutem Riss an Ostseekabel

Europa Woche 2025/05

Abermals beschäf­tigte eine zerstörte Untersee-Verbindung die Sicher­heits­kräfte Skandi­na­viens, des Baltikums und der NATO. Der von Schweden beschlag­nahmte Frachter “Vezhen” (Flagge: Malta) soll “schwere Sabotage” begangen haben. Sein Anker ist beschädigt. Er hat wohl am Meeres­grund entlang­ge­schleift – wohl verse­hentlich, behauptet die bulga­rische Reederei.

Unter­dessen ist in den angren­zenden Ländern eine Debatte über die Konse­quenzen entbrannt. Das NATO- und EU-Land Estland schlägt die Einführung einer generellen Transit­gebühr für durch­fah­rende Schiffe vor. Diese Einnahmen könnten die Kosten für den Schutz der Kommu­ni­ka­ti­ons­ver­bin­dungen decken, sagt Vertei­di­gungs­mi­nister Hanno Pevkur. Er denke an Spürgeräte zur Erkennung geschleppter Anker oder den Bau von Kabelschutzgehäusen.

Die NATO hat eine Spezi­al­schutz­ope­ration einge­leitet. Dabei patrouil­lieren Kampf­schiffe mit Überwa­chungs­auftrag und moderne Stealth-Jets vom Typ F‑35A Lightning II. spiegel.de


LNG-Tanker ändern Kurs – Schatten auf Schattenflotte: 

Europa Woche 2025/05

Analysten beobachten seit einer Woche „ziemlich drama­tische“ Kursän­de­rungen von Flüssig­gas­tankern auf den Weltmeeren. Ihre Auftrag­geber haben abrupt das Kommando gegeben, nicht mehr zu den vorge­se­henen Abnah­me­häfen zu navigieren. Statt­dessen sollen sie Kurs auf das lukra­tivere Europa nehmen. Grund: Gestiegene Gaspreise in der EU wegen eines Rückgangs russi­scher Pipeline-Liefe­rungen und mehr Gasver­brauch durch die Winterkälte.

Unter­dessen wirken die Sanktionen des Westens gegen Tankschiffe, die boykot­tiertes russi­sches Öl in die Welt fahren. Laut Berichten müssen über 100 Frachter die Flaggen wechseln. Die Register von Barbados und Panama entfernen die Verdäch­tigen aus ihren Listen. Einige der Kreml-Fahrer nutzen nun weniger renom­mierte Flaggen wie Tansania oder São Tomé und Príncipe. Der Kreml wird in diesem Jahr laut Schät­zungen ein Fünftel seiner Öl- und Gasein­nahmen verlieren. fr.de/wirtschaft united24media.com 


Russland-Gas fließt wie geschmiert:

Trotz der bestehenden Sanktionen gegen Russland hat Deutschland im Jahr 2024 seine Importe von sibiri­schem Flüssig­erdgas (LNG) erheblich gesteigert. Das berichtet die Deutsche Umwelt­hilfe (DUH). Laut ihren Angaben kamen vergan­genes Jahr über den franzö­si­schen Hafen Dünkirchen 5,66 Milli­arden Kubik­meter LNG in die EU. Dieses Volumen war mehr als sechsmal so hoch wie im Jahr 2023. 

Möglich ist die Einnah­me­quelle für die Kreml-Kriegs­kasse, weil die EU-Sanktionen nur gegen Kohle und Öl gelten, nicht aber für LNG. Die größten LNG-Impor­teure in der EU sind Frank­reich, Spanien und die Nieder­lande. Für die Kündigung bestehender Verträge gibt es offenbar keine recht­liche Grundlage. spiegel.de/wirtschaft euractiv.de (Hinter­grund)

Holocaust-Skandal in Irland:

Das Staats­ober­haupt von Irland, Michael D. Higgins, hat beim Gedenktag an die Opfer des Holocaust einen inter­na­tio­nalen Skandal herauf­be­schworen. Als der 83-Jährige in seiner Rede die Ermordung von sechs Millionen Menschen in Beziehung mit den 40.000 Kriegs­toten (Hamas-Zahl) in Gaza brachte, drehten ihm im Publikum mehrere Juden stumm den Rücken zu. Darauf schleiften Sicher­heits­kräfte die Personen ohne Wider­spruch des Publikums aus dem Saal, darunter eine sich wehrende junge Frau. 

Michael D. Higgins, Irland-Präsident (Mitte)

Ein Video der Szene ging in Social­Media weltweit viral. Regierung und Staats­führung in Dublin gelten in jüdischen Kreisen seit langem als antise­mi­tisch. Israel hat seine Botschaft in Dublin kürzlich unter Protest geschlossen. Nun hat Irland als einziger EU-Staat keine Bezie­hungen mit Jerusalem. thejc.com independent.ie twitter.com/NoaMagid 

Was für ein verab­scheu­ungs­wür­diger Mann. Was für eine krumme Politik. Schande! - Zwischen dem israe­li­schen Außen­mi­nister Gideon Sa’ar und Irlands Präsident Michael D. Higgins ist das Tischtuch zerschnitten

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Vorsicht, Fake-Tabletten!

Die EU-Polizei­be­hörde Europol hat Verbraucher vor gefälschten Medika­menten gewarnt, die online verkauft werden. Die illegale Ware sei eine wachsende Bedrohung für die öffent­liche Gesundheit und die Wirtschaft. Wer solche Medika­mente kaufe, unter­stütze Kriminelle. 

Die Beamten hatten bei der inter­na­tio­nalen Operation SHIELD V dutzende Unter­grund­labore und krimi­nelle Organi­sa­tionen entdeckt sowie Hunderte Personen verhaftet bzw. angeklagt. Sie waren in die Herstellung und den Vertrieb illegaler Arznei- und Doping­mittel verwi­ckelt. Laut Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sation (WHO) ist die Hälfte der im Netz gehan­delten Medika­mente gefälscht. Am häufigsten werden Potenz­mittel, Schmerz- und Betäu­bungs­mittel sowie Krebs­me­di­ka­mente nachge­macht. europol.europa.eu houseofpharma.de (Hinter­grund)


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Europawoche 2024/35

2.600.000

2,6 Millionen Kilometer – das ist die Gesamt­länge aller Straßen in der EU. Würde man sie anein­an­der­legen, könnte man damit über 65-mal die Erde umrunden.

Europa Woche 2025/05 Grönland Bürokratie Russland

Europawoche 2024/35

Europa droht tödliche Hitze:

Jahr für Jahr könnten in Europa bis zu 2,3 Millionen Menschen den Hitzetod erleiden. Das malt eine aktuelle Studie um die Jahrhun­dert­wende an die Wand. Danach ist das Szenario möglich, falls nicht Kohlen­di­oxid­ausstoß reduziert und keine Anpas­sungen ergriffen werden. deutschlandfunk.de

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