Europa Ungarn Demokratie: “Im Blickpunkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochenmagazin. Heute: Passagiere sind entnervt. Fluglotsen und Piloten jammern. Das Bodenpersonal – verzweifelt. Im europäischen Flugraum herrscht Chaos. Muss das sein? .… Dazu habe ich eine Meinung.
Europa Ungarn Demokratie
Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa Luftfahrt
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Moin, liebe Mitmenschen in Europa,
Die Urlaubssaison läuft – und an Europas Himmel ist Ausnahmezustand. Verspätungen, Flugausfälle, überlastete Kontrollzentren: Wer diesen Sommer fliegt, braucht Geduld, Glück – und starke Nerven.
Das Chaos ist kein Zufall. Es ist hausgemacht. Seit Jahren schon scheitert die EU am Aufbau eines einheitlichen Luftraums. Und so müssen Fluglotsen die Piloten an den Staatsgrenzen zur Luft zum nächsten Überwacher weitergeben ohne gesamteuropäisch handeln zu können.
„Single European Sky“ (SES) heißt das Projekt, das seit den 90er Jahren auf der Startbahn steht. Doch jeder Nationalstaat betreibt weiter sein eigenes System. Das ärgert zum Beispiel Stefan Schulte, Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport und neuer Präsident des europäischen Flughafenverbandes ACI Europe:
Flughäfen sind lebenswichtig für Europas Wohlstand
Was technisch klingt, ist ein Symbol europäischer Kraftlosigkeit: Statt effizienter Routen gibt es einen Flickenteppich an Zuständigkeiten. Flugzeuge fliegen Umwege, weil die 27 nationalen Lufträume schlecht koordiniert sind. In den USA steuert dagegen eine einzige Behörde (FAA) einen ähnlich großen Luftraum.
Jeder zusätzliche Kilometer kostet Kerosin, Zeit, Personal. Laut EU-Kommission verursacht die Zersplitterung jährlich bis zu 6 Mrd. € unnötige Zusatzkosten für Airlines und Passagiere. Allein 2023 wurden über zehn Millionen Verspätungsminuten auf strukturelle Engpässe im EU-Luftraum zurückgeführt.
Außerdem belastet unnötige Herumfliegerei das Klima. Umwege und ineffiziente Flugrouten führen zu jährlich 10 Mio. t zusätzlichem CO₂-Ausstoß. Flugzeuge müssen bis zu 50 km längere Strecken fliegen.
Die Kommission mahnt, Airlines jammern, Passagiere leiden – aber:
Bodenständiger Egoismus blockt Einigung zur Luft
Gebremst wird der Fortschritt u. a. von Branchenegoismen. So verteidigen Fluglotsen-Gewerkschaften in Frankreich oder Belgien lieber die gewohnten nationalen Standards, als EU-Lösungen mitzutragen. Damit bleibt der europäische Himmel ein Nirwana und Neuregelungsideen schauen wie blasse Dunstwolken aus.
Dabei wäre ein einheitlicher Luftraum nicht nur ökonomisch sinnvoll – sondern auch klimapolitisch geboten. Europas Ziel lautet: minus 90 Prozent Emissionen bis 2040. Da wirkt die Untätigkeit in der Luftfahrt wie ein Hohn. Zumal die Schifffahrt zeigt: Es geht. Auch, wenn‘s teuer ist.
Wer also diesen Sommer im Stau über den Wolken kurvt oder entnervt am Boden steckt, darf sich ärgern – und sich zu Recht fragen, warum die europäische Einigung am Himmel weiter in den Sternen steht.
Eine Meinung von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung
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Nun rücken Sie mal raus damit: Welche Erlebnisse hatten SIE beim Flug in die Ferien? Geschäftspassagiere dürfen sich natürlich auch äußern… – Feuer frei für Deine Meinung: Schreibe unten in die Kommentare: ⤵️
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