Von Wolf Achim Wiegand

Mit Berichten aus 🇺🇸 🇨🇩 🇨🇱 🇬🇧 🇯🇵

Hamburg (7. Mai 2020 / waw) – Die heraus­ra­gende Tagesnews heute ist für mich:

Der Corona-Musterknabe lebt ganz am Rand

Was ist der Unter­schied zwischen Schweden und Portugal? Ein riesiger: Während die rot-grüne Regierung unter Stefan Löfven in Stockholm das Leben trotz Corona-Pandemie locker laufen ließ, schritt das links-unabhängige Kabinett von Premier­mi­nister António Costa in Lissabon tatkräftig ein. Wer es besser gemacht hat, das wird natürlich erst nach Abklingen des Virus feststehen. Aber…

… bislang hat Portugal die Nase vorn. Es hat so viele Einwohner wie Schweden, doch nur halb so viele Corona-Tote zu verzeichnen, berichtet der ARD-Weltspiegel in einem spannenden Bericht (unbedingt anschauen!). Dazu kann man nur gratulieren. 

Als der linke Sozial­de­mokrat Costa 2015 das erste Mal eine Regierung bildete, feixten manche in Europa hinter vorge­hal­tener Hand, der “Sozi” werde das schwer verschuldete Land am Atlantik niemals in den Griff bekommen. Inzwi­schen hat er das Land im äußersten Westen Europas nicht nur finan­ziell wieder aufge­stellt, er ist sogar wieder­ge­wählt worden und nun der erfolg­reichste Sozial­de­mokrat der Europäi­schen Union. Sein Corona-Erfolg bedeutet, dass er die Krone noch länger aufbe­halten könnte.

USA: 🇺🇸 Unvernunft oder Freiheitsliebe?

Die Freude in der wichtigsten Stadt des US-Sonnen­staates Florida währte nur kurz. Nach einem Wochenende, das tausende zu masken­losen Karibik­freuden am Strand von South Pointe Park hinge­rissen hatte, ließ Bürger­meister Dan Gelber die Sandstrecke “bis auf Weiteres” wieder schließen. “Das ist die einzige Option, die wir haben,” sagte das Stadt­ober­haupt, “Abstand­halten ist eine ernste Sache und es ist zu früh, es schleifen zu lassen.”

Zuvor hatte die Polizei von Miami unzählige Verstöße gegen die Masken­pflicht und enges Beiein­an­der­liegen am Strand regis­triert. Nun wollen Anwohner gegen die harte Haltung des Bürger­meisters protes­tieren. Der Landkreis Miami-Dade County hatte zuletzt 13.092 Infizierte und 378 Tote gemeldet. 

Kongo: 🇨🇩 Friedenssoldaten greifen Virus an

Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen greifen jetzt in den Anti-Corona­kampf der Demokra­ti­schen Republik Kongo ein. Die Mission der Vereinten Nationen für die Stabi­li­sierung des Landes (MONUSCO) organi­sieren Aufklä­rungs­kam­pagnen unter der oft ahnungs­losen Bevöl­kerung. Dabei versuchen sie über mögliche Corona-Symptome, Anste­ckungs­ge­fahren und Vorbeugung hin. 

MONUSCO ist einer der derzeit größten friedens­si­chernden Einsätze der Vereinten Nationen. Sie wurde nach dem zweiten Kongo­krieg von 1998 bis 2002 entsandt. Dabei hatten sich Truppen der Regierung Kabila und verschiedene Rebel­len­gruppen sowie Einheiten aus Nachbar­staaten bekämpft. Die Zahl der inter­na­tio­nalen Militär­be­ob­achter beträgt um die 500 Soldaten.

Großbritannien: 🇬🇧 Coronavirus befällt auch Computer

Das neue Virus gefährdet nicht nur Menschen lebens­ge­fährlich, sondern auch Computer – jeden­falls indirekt. Die britische Regierung hat diesder Tage davor gewarnt, dass sich im Schatten der Corona­krise etliche Hacker auf den Weg gemacht haben, um die Datenwelt auszuspähen. 

Besonders gefährdet seien Notfall­helfer, sagte Vizepremier und Außen­mi­nister Dominic Raab. Das sei “besonders gefährlich”, warnte der konser­vative Politiker. Ziel der Dunkel­männer im Netz seien alle möglichen Motive – von Spionage bis hin zu Betrug. In jedem Fall gehe es aber um das Abgreifen von Daten. “Oft sind diese Leute mit staat­lichen Akteuren vernetzt und sie werden ihr Wirken wohl noch monatelang fortsetzen.”

Chile: 🇨🇱 Einkaufsverbot für über 70jährige

Mit unseren Augen etwas merkwürdig sind die Maßnahmen, die das in Chile bekannte Einkaufs­zentrum Apumanque in der Haupt­stadt Santiago ergriffen kürzlich hatte. Wer in der ältesten Laden­zu­sam­men­ballung des südame­ri­ka­ni­schen Landes shoppen möchte, der musste in einer Testphase:

  • Eine Maske tragen,
  • in Läden eine Mütze aufbe­halten und -
  • jünger als 70 Jahre alt sein.

Doch die Manager des Einkaufs­zen­trums im wohlha­benden Viertel Las Condes kamen damit nicht durch. Nach erneutem Ansteigen der Infek­tions- und Todes­zahlen in Gesamt-Chile zog Bürger­meister Joaquín Lavín die Notbremse. Die Laden­in­haber mussten schließen.

Japan: 🇯🇵 Schönheitstänzerinnen in Not

Die “Exotik­tän­ze­rinnen” in Japan sind durch das Corona­virus in schwere wirtschaft­liche Probleme gekommen. Das meldet die britische Nachrich­ten­agentur Reuters. Den Angaben zufolge haben die Damen, dier wir Strip­pe­rinnen nennen würden, in der Regel kaum Erspar­nisse und Rücklagen. Das gerade bis Ende Mai verlän­gerte Öffnungs­verbot für Bars und Nacht­klubs trifft diese Branche besonders hart.

Manche nutzen die Ruhezeit für “Ausbes­se­rungs­ar­beiten”, schreibt Reuters. Etwa durch das Nähen neuer Kostüme mit Federn, Kunstpelz oder Funkelkram. Auch für die Fitness muss etwas getan werden, damit das Stangen­tanzen nach der Corona­krise noch klappt. Staats­hilfen aus dem milli­ar­den­schweren Hilfs­paket sind nicht zu erwarten, weil die Tänze­rinnnen weitgehend vom Trinkgeld leben – eine Einnahme, die bei Antrag­stellung nicht nachge­wiesen werden kann… 

Photo by Satoshi Hirayama on Pexels.com

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