Von Wolf Achim Wiegand

Berichte aus Europa, Russland, USA, Afgha­nistan, Irak, Japan, Bosnien, Australien…

Hamburg (14. Mai 2020 / waw) – Die heraus­ra­gende Tagesnews heute ist für mich:

🇪🇺 Europa lockert sich (mehr oder weniger)

Wird die Europäische Union bald wieder das sein, was sie vor der Corona­krise war – ein Netz von Nationen ohne sichtbare der und einem gemein­samen Binnen­markt? Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis das alles so wieder­her­ge­stellt ist. Immerhin: erste Locke­rungen an unseren Grenzen sind da:

  • Frank­reich verlängert die Grenz­kon­trollen in Absprache bis zum 15. Juni, fährt aber Kontrollen zurück.
  • Öster­reich öffnet sich am 15. Juni wieder vollständig, aber Kontrollen laufen wie in Frank­reich nur noch stichprobenartig.
  • Die Schweiz macht es so, wie Österreich. 
  • Luxemburg wird ab dem 15. Mai wieder frei zugänglich sein.
  • Belgien lässt den Schlagbaum oben – bis mindestens 8. Juni.
  • Nieder­lande: die Grenze ist offen.
  • Dänemark ist noch nicht schlüssig, was es tun soll.
  • Polen geht eigene Wege und will seine Kontrollen bis zum 12. Juni beibehalten.
  • Tsche­chien bleibt bei der Abschottung – sie könnte noch Wochen, mögli­cher­weise zwei Monate bestehen, sagt die Regierung.

Hier alle Infos – Wann kann ich wohin reisen?

🇺🇸 Unterdessen in Kalifornien:

Trotz Öffnung von Pazifikstränden bleibt der berühm­teste, Venice Beach, merkwürdig leer – siehe Video:

🇷🇺 Russland bald Corona-Weltmeister?

Im Verbor­genen kämpft Russland hart gegen das Virus – und scheint nicht gut voranzukommen:

Bislang ist Russland in der Corona-Bericht­erstattung eher ein Neben­schau­platz. Das liegt an der intrans­pa­renten Regie­rungs­po­litik. Beobachter misstrauen veröf­fent­lichten Kreml-Zahlen. Doch nun scheint klar zu sein: Das Riesenland hat mittler­weile nach den USA die meisten Corona­fälle der Welt: über 232.000, wie der Kreml einräumt.

Russland befindet sich im von ganz oben verord­neten “Urlaub”. Nun hat das Virus hat aber selbst die abgeschottete Staats­spitze erreicht. Zunächst musste Präsident Wladimir Putin persönlich wegen möglicher Infektion in Quarantäne. Dann meldete sich der neue Premier­mi­nister Michail Mischustin ab – kurz nach Amtsan­tritt. Und jetzt sind weitere Personen aus Putins Macht­be­reich betroffen: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Kultur­mi­nis­terin Olga Lyubimova und Baumi­nister Wladimir Jakuschew…

Die opposi­tio­nelle russische Frauen-Rockband Pussy Riot hat ein Video heraus­ge­bracht, das sich gegen den Missbrauch an Frauen richtet – solche Fälle sollen sich in der russi­schen Lockdownzeit erheblich ausge­breitet haben. 

🇿🇦 Südafrika: Linderung per Bahn

Das Land am Kap der Guten Hoffnung hat eine der härtesten Ausgangs­sperren der Welt. Groß ist die Angst, das Corona­virus könne sich in den Townships der Armen ausbreiten. Deshalb kontrol­lieren dort Militär und Polizei regel­mäßig, teils mit Demütigung und Gewalt, was für Empörung sorgt. 

Eine cleveres Behand­lungs­an­gebot macht dieser Tage Station in der Provinz Ostkap. Es ist ein zum Medizin­zentrum umgerüs­teter Zug, die “Phelo­phepa-Bahn”. Gerade macht er Halt im südafri­ka­ni­schen Städtchen Stutterheim, gelegen am waldreichen Fuß der Amathole-Berge. Die Menschen können Corona­tests machen. Bald fährt die Bahn weiter. Er ist übrigens keine Neuerfindung, sondern seit 1994 jährlich neun Monate in ganz Süfafrika zu Behand­lungen unterwegs. 

🇦🇫 Afghanistan: Taliban als Virusbekämpfer

Ausge­rechnet radikal menschen­ver­ach­tende Islamisten schwingen sich in Afgha­nistan zu Vorkämpfern gegen das Corona­virus auf. Verschiedene Social­Media-Accounts der terro­ris­ti­schen “Gottes­krieger” zeigen sie in Dörfern beim Verteilen kosten­loser Mundmasken und beim Fieber­messen. So soll die US-gestützte Regierung als kontroll­un­fähig darge­stellt werden. Ihren Krieg führen sie indessen weiter.

🇮🇶 Irak: IS-Terroristen nutzen Corona zur Neuaufstellung

Im Irak wittert das wieder­auf­er­standene Terror­netzwerk IS eine Chance zum Neubeginn. Sein Arm reicht bis in viele tausend Kilometer entfernte Nigeria

Corona bewirkt auch Vergnügliches

🇯🇵 In Japan bietet ein wegen Corona verwaistes Aquarium acht gelang­weilten Pinguinen die Chance, einen Rundgang vor der verglasten Unter­was­serwelt zu machen: 

🇧🇦 In Bosnien zog man der Statue von Papst Johannes Paul II. eine Augen­binde über das Gesicht – als Protest gegen eine umstrittene Messe 

🇦🇺 In Australien setzen Kneipen­be­treiber wie echt ausse­hende Pappka­me­raden auf Sitzplätze, die laut Lockdown-Verordnung gästefrei bleiben müssen:


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