⇒ Inhalt dieses Blogs: US-Natio­na­lis­tena­po­loget Steve Bannon will die Europäische Union zerhacken. Sein Plan, die bevor­ste­hende Europawahl für eine “Revolution” zu nutzen, muss durch­kreuzt werden. #BanBannon!

von Wolf Achim Wiegand

USA-Steve BANNON-TimeCover

Hamburg / Brüssel (waw) - Im Wilden Westen war Gesetz­lo­sigkeit das Gesetz. Der Stärkere hatte recht. Daraus formt sich bis heute das Weltbild vieler US-Amerikaner.

Nun findet die Cowboy-Menta­lität aus dem Blick­winkel einiger US-Aktivisten im “Wilden Osten” ihren Ausfluss, in Europa. Steve Bannon jeden­falls hat sich vorge­nommen, uns Europäern den Rechtsum-Marsch zu blasen. Mit Millionen Dollars im Rücken will der “Prophet der Revolte”, wie ihn die Frank­furter Allge­meine Zeitung nennt, ganz offen die Europawahl beeinflussen.

Dazu baut Bannon sich in Brüssel ein Haupt­quartier auf. Von dort aus soll mit allerlei Hexenwerk aus PR und Daten­ver­ar­beitung auf das Europa­par­lament geschossen werden. Ziel: so viele antieu­ro­päisch denkende Abgeordnete wie möglich hinein­zu­be­kommen, um die Europäische Union bewegungs­un­fähig zu schießen.

Damit zielt Bannon ausge­rechnet auf die einzige direkt­de­mo­kra­tisch gewählte Insti­tution der EU. Und das Vorhaben des Mannes vom anderen Ufer des Atlantiks ist ernst zu nehmen. Seit Monaten schon streift der von US-Präsident Donald Trump gefeuerte einstige Chefstratege des Weißen Hauses durch seine neuen Jagdgründe:

  • In London traf Bannon wichtige Vertreter der Crème de la Crème der europäi­schen Nationalistenszene.
  • In Italien freute er sich über den Wahlsieg der Populisten: “Sie zeigen der Welt den Weg.”
  • In Zürich lobt er den umstrit­tenen und autori­tären Ungarn-Premier Victor Orbán auf Einladung einer Tages­zeitung als “großen Patrioten und großen Helden”.

Tatsächlich findet Bannon in Europa Gehör. Die Vorträge des einstigen Chefre­dak­teurs des extrem rechts stehenden Newsportals Breitbart sind in der Regel überfüllt. Wenn Bannon gegen ein angeblich verschwo­renes “Estab­lishment” hetzt oder die Zerstörung der EU prognos­ti­ziert – frene­ti­scher Beifall ist ihm bei noch so banalen scheren­schnitt­ar­tigen Worten sicher. Es spricht ein missio­na­ri­scher Mann, der sein Geld jetzt mit dem Versuch verdient, die EU zu begraben: “Ich freue mich sagen zu können, dass das Projekt Europa zum Tode verur­teilt ist.”

So etwas, wie diesen offen vorge­tra­genen Angriff auf Europa, hat es bislang nicht gegeben. Außer von Russland-Präsident Wladimir Putin. Doch aus dem Kreml kommt Desta­bi­li­sierung subtiler und verschla­gener (was noch gefähr­licher ist). Etwa via Hacker­an­griffen, Schüren ethni­scher Konflikte oder indirekte Hilfen an Parteien vom äußersten rechten Rand. Bannon dagegen arbeitet frontal.

Verhofstadt-ALDE-Steve Bannon Tweet

Muss Europa sich das gefallen lassen? Nein. Meint jeden­falls Guy Verhof­stadt, der Frakti­onschef der Liberalen im Europäi­schen Parlament. “Bannon ist Putins Pudel,” wetterte der wortge­waltige Belgier kürzlich. Auf Twitter rief Verhof­stadt die “anstän­digen Europäer” dazu auf, “den Import von Trumps hasserfüllter Politik” mit Blick auf den “Alptraum Natio­na­lismus” zurück­zu­weisen: ! Staats­mi­nister Michael Roth MdB (SPD): “Unsere Werte sind stärker als Bannons Hass und seine Lügen.” 

In der Tat ist es Sache aller europäi­schen Demokraten, der Einmi­schung aus dem wildge­wor­denen Westen jenseits des Atlantiks entschieden entge­gen­zu­treten. Die histo­risch einzig­artig lange Friedenszeit in überwiegend wohlha­benden Rechts­staaten, die wir genießen, ist eine der größten Leistungen aus der Schaffung einer europäi­schen Union. Lasst uns das bewahren und uns nicht in leicht manipu­lierbare Klein- und Kleinst­staaten auseinanderreißen!

Klar, die “alte Welt” braucht zweifellos viel Erneuerung. Aber eine großspurig uns Europäern vom US-Ameri­kaner Bannon aufge­drückte natio­na­lis­tische „Revolution“? So eine Erweckung durch einen Polit-Cowboy brauchen wir ganz gewiss nicht.


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