Rotes Meer: Israel hat einen gewaltigen militärischen Vergeltungsschlag gegen den 2.000 Kilometer entfernten Jemen geführt. Damit ist die vor sich hin schwelende Krise vor dem Suezkanal für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar zu einem großen internationalen Konflikt geworden. Die Auswirkungen betreffen schon jetzt mehr als 65 Staaten.
Begonnen hatte alles mit Angriffen der Huthi-Rebellen im Jemen gegen die Schifffahrt im Roten Meer als Maßnahme gegen Israel. Das setzt sich seit dem grausamen Massaker von Palästinensern am 7. Oktober 2023 an Zivilisten in Süd-Israel im Gazastreifen zur Wehr. Wer steckt hinter den Nadelstichen auf die freie Seefahrt?
Hamburg / Sanaa (waw) –
Wir haben die Infrastruktur im Hafen von Al-Hudaida beschädigt, wodurch der Hafen seine Funktion als wirtschaftliche Quelle für den Huthi-Terrorismus und als Quelle für dessen militärische Verstärkung einbüßen wird.
Mit diesen Worten verkündete Regierungschef Benjamin Netanjahu am 20. Juli 2024 ein Husarenstück.
Eine Staffel aus rund 25 israelischen F‑15-Luftüberlegenheitsjägern und F‑35-Tarnkappenjets war mit Tankflugzeugen rund 2.000 Kilometer weit in Richtung Rotes Meer geflogen. Im Jemen löschten sie in acht Angriffswellen einen Großteil der Treibstoff- und Energie-Infrastruktur in der Hafen- und Großstadt-Region Al-Hudaida aus.
Der Angriff war ein Vergeltungsschlag: Rache für einen Drohnenangriff auf ein Wohngebiet in Tel Aviv. Der Flugkörper war am Tag nach 16-stündigem Flug von Südarabien Republik aus autonom geflogen und von Israels Luftabwehr “übersehen” worden. Die Bilanz: ein Toter, mehrere Verletzte.
Es war das erste Mal, dass ein jemenitisches Flugobjekt den israelischen Abwehrschirm durchdrang. Der Flug der nur 15 Kilogramm schweren Drohne führte in geringer Höhe vom Jemen über den Sudan und Ägypten und dann vom Sinai über das Mittelmeer nach Tel Aviv.
In der 400.000-Einwohner-Stadt am Roten Meer wurden unter anderem Öllager und das Kraftwerk zerstört. Auch militärische Aktivitäten der hier herrschenden Huthi-Rebellen sind dadurch eingeschränkt. Die Milizherrscher beziehen 70 Prozent ihrer Waren über den Hafen Al-Hudaida.
Dieser Angriff fand 200 km weiter von Israel entfernt statt als Teheran liegt. - Mit dieser Feststellung droht Netanjahu dem Mullahregime in Iran. Soll heißen: Israel ist in der Lage, dessen Hafen Bandar Abbas und die Ölexportinsel Kharg ins Visier zu nehmen.

Mit dem israelischen Angriff auf die Region Rotes Meer ist ein Konflikt eskaliert, der sich zuvor eher unbeachtet im Schatten des Gaza-Krieges abgespielt hatte.
Rotes Meer ist Seeweg von Weltgeltung

Der Konflikt am und im Roten Meer begann am 19. Oktober 2023. Die vom iranischen Mullah-Régime unterstützte Ansar-Allah-Bewegung (Huthi) schoss vom Jemen aus Raketen und bewaffnete Drohnen auf das ferne Israel.
Erst sah das nach einer regionalen Farce verrückter arabischer Rebellen aus. Doch als die bis dahin öffentlich kaum bekannte Miliz aus Drohungen immer mehr reale Angriffe auf Handelsschiffe vor ihrer Küste durchführte wurde Reedern und Politikern klar: Das ist kein Mückenstich der Weltgeschichte, sondern ein giftiger Hornissenbiss.

Die Alarmglocken aus Richtung Rotes Meer schrillten nach mehreren gezielten Raketenangriffen und spätestens nach der Entführung des riesigen Autotransporters “Galaxy Leader” und seiner 21-köpfigen Besatzung. Den hatten Huthi-Elitekämpfer auf offener See mit Hubschraubern überfallen (siehe meinen Bericht). Fast alle Reedereien – so auch Hapag-Lloyd aus Hamburg – stoppten aus Rücksicht auf das Leben ihrer Seeleute die Durchfahrt ihrer Tanker, Stückgutfrachter und Containerschiffe.
Rotes Meer: Achtung, Umleitung!
Ein Dreivierteljahr später nehmen immer noch praktisch alle Schiffe den mühsamen Umwegkurs um das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung. Laut der britischen Zeitschrift “Economist” fuhren im vergangenen Jahr noch 99 Prozent der Containerschiffe zwischen Europa und China via Rotes Meer durch den Suezkanal. Im Januar wurde bereits jedes zweite Schiff umgeleitet. Heute bedeutet die Sperre für die gesamte Schifffahrt eine Verlängerung der Reisezeit um rund rund zwei Wochen.
Damit ist es den vom Iran angestifteten, ausgerüsteten und ausgebildeten Milizen gelungen, den internationalen Seehandel südlich des Suezkanals nachhaltig zu stören.
Der entführte Autofrachter “Galaxy Leader” liegt in der Hafenbucht von Hodeida vor Anker
Wer sind die Huthi?
Die schiitisch-islamistisch ausgerichtete politische und militärische Organisation ist im Grunde eine große mafiöse Clanorganisation. Mehrere Familienmitglieder des Anführers Abdulmalik Al-Huthi bekleiden Posten in der weltweit nur vom Iran anerkannten “Regierung”. Sie beherrscht den Nordjemen einschließlich der Hauptstadt Sanaa und den wichtigen Hafen Al-Hudaida. Onkel Abdul-Karim ist Innenminister und wacht über das Wirtschaftsnetzwerk der Huthi, Bruder Yahya ist Bildungsminister und der andere Bruder Abdul-Khaleq ist Armeechef.
Gründer war der Prediger und Politiker Hussein Badreddin Al-Huthi (1959–2004). Nach seinem nicht ganz geklärten Tod übernahm die von ihm initiierte Bewegung “Ansar Allah” seinen Namen und sein heute ca. 45-jähriger Sohn Abdulmalik die Macht. Die Familie gehört zu den Zaiditen, einer mehr als 1.000 Jahre alten frühen Abspaltung der Schiiten, die es nur im Jemen gibt.
Anlass für ihre Gründung war die US-Invasion im Irak 2003. Damals geriet die Bewegung in Konflikt mit der US-orientierten jemenitischen Regierung. Viele Huthi-Anhänger wurden inhaftiert und gefoltert. Das führte zu einem gewalttätigen Aufstand im Norden des Landes. Es entbrannte einer der grausamsten Bürgerkriege der jüngeren Zeit.
Rotes Meer gehört zur “Achse des Widerstands”
Die Huthi mit ihrer Guerillataktik können in ihrer “Volksrevolution á la Rotes Meer” nicht einmal von Saudi-Arabien, das an der Seite der kaum noch einflussreichen Regierung steht, niedergeschlagen werden. Sie sind sehr gut organisiert, bestens bewaffnet und der offiziellen Armee weit überlegen. Zu ihren Erfolgen zählen das Bündnis mit dem Iran, Angriffe tief auf saudischem Territorium, Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate und der Überfall auf ein Öldepot in Abu Dhabi im Januar diesen Jahres.
Die aggressiven Rebellen verstehen sich als Teil der “Achse des Widerstands” gegen Israel. Sozusagen Rotes Meer an der Seite des Iran, Syriens, der libanesischen Hisbollah und der Hamas im Gazastreifen.

Gott ist der Größte, Tod Amerika, Tod Israel, Fluch über die Juden, Sieg dem Islam! – Der Slogan der Huthi-Bewegung (offiziell „Ansar Allah“ genannt)
Inzwischen ist im Roten Meer eine internationale Kriegsarmada unter dem Namen “Operation Prosperity Guardian” aufgefahren. Die Operation ist eine bunte Allianz aus so unterschiedlichen Ländern wie Bahrain, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Norwegen und den Seychellen.
Angeführt vom mächtigen US-Flugzeugträger “USS Dwight D. Eisenhower” samt Kampfverband (demnächst abgelöst von der “USS Theodore Roosevelt”) greifen schwimmende Abschussbasen aus der Luft oder mit Raketen Ziele im Inneren der Huthi-Region an. Seit Beginn der Operation im Dezember 2023 haben die Rebellen mindestens 70 Schiffe mit Raketen und Drohnen beschossen und dabei vier Seeleute getötet. Es gelang ihnen, ein Schiff zu kapern und zwei zu versenken.
Rotes Meer: Deutsches Schiff mischt mit

Mit dabei ist die deutsche Fregatte “Hamburg” mit 236 Frauen und Männern Besatzung - allerdings im Rahmen der separaten Mission “Aspides”. Diese hat ein Mandat der Europäischen Union (EU). Auftrag: Nicht wie “Prosperity Guardian” Ziele angreifen, sondern rein defensiv anfliegende Raketen und Sprengstoffboote der Huthi aufklären und abschießen. Die Deutsche Marine arbeitet dabei im Verbund mit anderen alliierten Schiffen.
Die “Hamburg” ist ein Mehrzweckschiff für Geleitschutz und Seeraumkontrolle und setzt ein Spezialradar ein, das ein Seegebiet von Nordseegröße erfasst.

Die geballten militärischen Anstrengungen schützen die Interessen von 65 Ländern und 29 großen Energie- und Schifffahrtskonzernen, zählt der Washingtoner Geheimdienst DIA.
Israel aus der Ferne geschadet
Erst kürzlich haben die Huthi wieder zwei “Militäroperationen” durchgeführt. Im Golf von Aden beschossen sie mit mehreren ballistischen Raketen und Drohnen die liberianische “MSC Unific”, trafen aber nicht. Außerdem griffen sie “militärische Ziele” in der weit entfernten israelischen Hafen- und Küstenstadt Eilat mit Drohnen an, scheiterten aber an der dortigen Luftabwehr. Trotz der Blindschüsse: Die antiisraelischen Angriffe aus Richtung Rotes Meer haben zwar nichts materiell zerstört, aber pyscho-ökonomisch schon –
Der Israel-Hafen Eilat ist isoliert.
Der seit Jahrzehnten international beliebte Badeort, der bislang ein Viertel der israelischen Tourismuseinnahmen generierte, ist wegen des Dauerbeschusses aus Richtung Rotes Meer verwaist. Trotz verlockender Subventionen für Airlines wie Easyjet und Ryanair fliegen Ausländer kaum noch nach Eilat. Der Handelshafen Eilat – strategisch günstig vor Jordanien und nahe Saudi-Arabien gelegen – hat offiziell Insolvenz angemeldet. Das Business ist tot, weil keine Schiffe mehr auf der Asien-Israel-Route fahren.
Huthi schießen wahllos
Die Huthi rechtfertigen ihre Aktionen immer wieder als Vergeltung für den israelischen Anti-Terror-Krieg im Gazastreifen. Es handele sich um “Solidarität” mit der dort kämpfenden Hamas, die auch vom Iran finanziert werde. Man greife nur Schiffe an, die mit Israel in Verbindung stünden, so die Rebellen, die seit einigen Jahren große Teile des Bürgerkriegslandes Jemen kontrollieren, darunter auch die Hauptstadt Sanaa.
Die Terrorarmee, die vom Mullah-Régime in Teheran offenbar auch mit Geheimdienstinformationen über Schiffsbewegungen gefüttert wird, trifft zwar immer wieder mal ins Schwarze. Aber dabei sind mehrere Schiffe, die nichts mit Israel zu tun haben, unter Beschuss geraten. Das internationale Verteidigungsbündnis geht daher von wahllosen Angriffen aus.
Eine neue Qualität: Rotes Meer ist Gefahrengebiet für US-Flugzeugträgergruppe
Lasst sie kommen – sie werden von Anfang an unter Beschuss stehen!
So heißt es in einem Propagandavideo gegen herankommende US-Kriegsschiffe. Es wird professionell und propagandaträchtig über die Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter, siehe unten) verbreitet. Die wilden Worte sind mehr als nur leere Hülsen. Denn trotz enormer Feuerkraft und gezielter Schläge konnten die massiven Streitkräfte dem Treiben der Huthi bislang keinen Einhalt gebieten. Eine Gurkentruppe ist das nicht!
Jetzt wollen die Huthi auch „Überraschungsraketen“ abfeuern: Hyperschall-Raketen, sagen sie. So ein hochkomplexes modernes Geschoss könnte nur aus dem Iran kommen. Die Mullahs haben im vergangenen Jahr eine “Fattah”-Rakete (Eroberer) vorgestellt und sie als Hyperschall-Rakete bezeichnet. An der Entwicklung könnte Russland beteiligt gewesen sein. Die Huthi reden hingegen von einer Eigenproduktion.
Experten raten der Politik, ihre Verteidigungsstrategie für den gesamten Nahen Osten vorsichtshalber neu auszurichten. Der Krieg in Gaza drohe sich immer weiter auszudehnen – jetzt schon bis zum Roten Meer.
Die US Navy selbst spricht bereits von einer deutlichen Veränderung der Huthi-Taktik. Anfangs noch belächelt, zeigen sich die Terroristen inzwischen kreativ und innovativ, um die Operationen “Aspides” und “Guardian of Prosperity” zu überwinden. So sind die eingesetzten „Kamikaze“-Schnellboote vom Typ „Toofan‑1“, die mit großen Mengen Sprengstoff beladen sind, schwer zu orten. Sie steuern ihre Ziel flach über der Wasseroberfläche rasend an (ähnliche Taktiken wendet die Ukraine gegen die russische Schwarzmeerflotte an).
Der ferngesteuerte „Toofan‑1“ hat schon beträchtlichen Schaden angerichtet. Der griechische Massengutfrachter “Tutor” ist am 12. Juni nach einer Attacke und anschließender Evakuierung der Crew gesunken. Der polnisch-ukrainische Massengutfrachter “Verbena” wurde schwer beschädigt und aufgegeben.

China guckt zu – wirklich nur?
Interessant ist das Verhalten Chinas, dessen politische Führung mit dem Iran verbunden ist. Die wirtschaftlich angeschlagene Volksrepublik ist eigentlich auf freie Fahrt zu ihrem nach wie vor wichtigen Handelspartner Europa angewiesen. Rund 60 Prozent ihrer Lieferungen in den Westen gingen vor der Krise über das Rote Meer und den Suezkanal. Andererseits hat die Führung in Peking ein strategisches Interesse an der Destabilisierung regionaler Gegner des Verbündeten Iran.
Dennoch verhält sich China in der Krise “weitgehend passiv”, analysiert die Londoner Risikoagentur Dryad Global. Pekings Außenpolitik bleibe auf Nicht-Interventionismus ausgerichtet. Außenamtssprecher Wang Wenbin äußerte sich kürzlich milde “besorgt” über den Konflikt. hinter den Kulissen sollen chinesische Beamte laut Experten einigen Druck auf den verbündeten Iran ausüben, um die Huthi-Schutzmacht zur Eindämmung der Angriffe anzuhalten. Es ist ja selbst ein Opfer verzögerter Lieferungen und erhöhter Frachtraten.
In der Praxis – so Dryad Global – habe China hinter den Kulissen aber sehr deutlich Schutzmaßnahmen für die eigenen maritimen Interessen ergriffen. So eskortiert die Marine seit Januar eigene Frachter durch die Gefahrenzone. Die Huthi wollen zwar ausdrücklich Schiffe der Israel-Gegner China und Russland vom Beschuss ausnehmen – aber sicher ist sicher.
Rotes Meer: Geraten USA und China aneinander?
In einem Forschungspapier des Egyptian Center for Strategic Studies (ECSS, Kairo) wird die Vermutung geäußert, in Wirklichkeit wolle China durch die Präsenz seine Einflusskraft zeigen. Die Führung in Peking glaube, die USA wollten mit ihrer Navy im Roten Meer hinterrücks das Projekt einer “Neuen Seidenstraße” behindern und den chinesischen Militärstützpunkt in Dschibuti isolieren.

Die Weigerung Chinas, der US-geführten Koalition zum Schutz des Roten Meeres beizutreten, regional stationierte Marineschiffe in seinem Militärhafen Dschibuti zu belassen und nur kriminelle Piraten am Horn von Afrika abzuwehren, passt in die Gratwanderung, eigene Interessen zu schützen, ohne sich als aufstrebende Weltmacht zu sehr in die regionale geopolitische Krisenlandschaft hineinziehen zu lassen. Dieses quasi Zuschauen frustriert viele betroffene Staaten.
Auch die regionale Großmacht und wichtigste Gegnerin des iranischen Mullah-Regimes, Saudi-Arabien, hält sich in dem Konflikt zurück. Für Riad ist ein stabiles Rotes Meer Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Die Sicherheitsbedrohungen sind für die im Umbruch zu mehr Moderne befindlichen Saudis ein Problem.

Irans Erzrivale Saudi-Arabien ist militärisch noch nicht in der Lage, den Sicherheitsbedrohungen in der Region zu begegnen. Allerdings zeigen sich verbesserte Fähigkeiten der königlichen Marine bei multinationalen Übungen unter US-Führung. Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Marine des Wüstenstaates an einer komplexen Evakuierung von Zivilisten aus dem krisengeschüttelten Sudan, an der auch die deutsche Luftwaffe beteiligt war.
Auswirkungen auf Reedereien und Logistik
Die zivile europäische Schifffahrt kämpft derweil mit gravierenden Folgen der anhaltenden Blockade einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Nachdem die Raketenangriffe der Islamisten die lebenswichtige Route zwischen Asien und Europa in eine Geisterpassage verwandelt haben, zwingt der lange Umweg von bis zu zwölf Tagen um das afrikanische Kap der Guten Hoffnung die Schiffe zu höheren Geschwindigkeiten, mehr CO2-Ausstoß und verdreifachten Frachtraten. Das eine schadet dem Klima, das andere den Importeuren und Verbrauchern, auf die die Mehrkosten abgewälzt werden.
Konkret: Die Spotraten (Kosten für kurzfristige Stellplätze auf Containerschiffen) liegen bei rund 7.000 US-Dollar – vor der Corona-Pandemie waren maximal 2.000 US-Dollar fällig.

Die europäischen Häfen trifft die Krise mit voller Wucht. Wie Hamburg klagen sie über Schiffsstaus, verspätete Abfahrten und Ankünfte sowie stockende Abfertigungen. Jeder zwölfte Container weltweit steht derzeit im Stau, so eine Analyse der Commerzbank.
So schnell keine Lösung für Rotes Meer
Ironie des Schicksals: Ausgerechnet die Reeder profitieren von den gestiegenen Frachtkosten – auch die Anleger deutscher Schiffsfonds. Die Krise spült ihnen Geld in die Kassen.
Insgesamt zeigt die Krise im Roten Meer, welche enormen Auswirkungen terroristische Aktivitäten haben können. Die traditionellen Seestreitkräfte haben die Huthi bisher jedenfalls nicht abschrecken können. Politiker, Diplomaten und Militärstrategen sind gefordert, Lösungen zu finden und die Kollateralschäden zu beheben.
Die Krise am Roten Meer ist einzigartig kompliziert. - Sarah Morgan, Direktor der Fakultät für internationale Wirtschaftsforschung an der Georgetown University, Washington
Unterdessen bleibt Israel wachsam – MUSS wachsam bleiben. Das Land kämpft an seinen südlichen und nördlichen Grenzen ums Überleben, muss sich mit unruhigen Situationen im besetzten Westjordanland auseinandersetzen und hat die Huthi im fernen Jemen im Nacken.

Wie jede Regierung in Jerusalem wird Netanyahu hart bleiben. Israel ist umgeben von feindlichen Staaten und extremistischen Gruppen, die seine Vernichtung fordern und seinen Lebensstil bekämpfen. Deshalb wird Israel keine Kompromisse gegenüber den Huthi eingehen, sondern lieber einmal zu viel bombardieren als einmal zu wenig.
Ich habe eine Botschaft an Israels Feinde. Wir werden uns auf jede erdenkliche Weise verteidigen, an jeder Front. Jeder, der uns schadet, wird einen hohen Preis dafür zahlen.- Benjamin Netanjahu, Premierminister Israels

Das Titelbild wurde mit KI erstellt.
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