Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin. Thema heute: Antise­mi­tismus in Europa. Pro-paläs­ti­nen­sische Hooligans haben in Amsterdam gezielt Hatz auf Anhänger des israe­li­schen Fußball-Klubs Maccabi Tel Aviv gemacht. Trotz der brutalen Gewalt blieb die Opferzahl relativ gering. Die israe­lische Regierung schickte Flugzeuge zur Evaku­ierung. Die genauen Umstände werden in den Nieder­landen immer noch aufge­ar­beitet. Das Problem geht aber weit über Amsterdam hinaus.

Europa im Blick­punkt – Antise­mi­tismus in Europa

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Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa im Blick­punkt – Antise­mi­tismus in Europa

Von Wolf Achim Wiegand

Wir haben ein Antise­mi­tismus-Problem, Europa! Im Sport. Was ist geschehen?

Vorige Woche haben pro-arabische Fanatiker in Amsterdam nach einem Fußball­spiel so gewaltsam auf israe­lische Fans einge­prügelt, dass Jerusalem Evaku­ie­rungs­flieger losschickte. Die Stadt von Anne Frank war für Juden stundenlang nicht sicher. Das Wort “Progrom” machte die Runde.

Foto: KI

Das abscheu­liche Geschehen war nicht das erste im Raum Benelux. Seit Jahren stacheln pro-paläs­ti­nen­sische Banden zum Hass und zur Einschüch­terung auf. In Städten wie Brüssel und Antwerpen.

Leider haben die Täter Erfolg. Erst im September musste Belgien sein Nations-League-Heimspiel gegen Israel ins abgelegene Debrecen/Ungarn verlegen. Die Haupt­stadt Brüssel hatte wegen Terror­angst abgewunken. Danach wollte in Belgien niemand ins Risiko gehen: nicht Lüttich, nicht Löwen, nicht Antwerpen, nicht Brügge. Sieg für den organi­sierten Mob!

Wir haben die jüdische Gemeinde der Nieder­lande im Zweiten Weltkrieg im Stich gelassen, und letzte Nacht haben wir erneut versagt.Willem-Alexander, König der Niederlande

Das ist Antisemitismus in Europa

Es ist nicht nur der Fußball, auf den die Anhänger islamis­ti­scher Mörder­mi­lizen wie der verbo­tenen Hamas zielen. Das Terro­ri­sieren soll allen israe­li­schen Sportlern generell die Freude nehmen, an zivili­sierten Turnieren teilzunehmen.

Foto: KI

Es ist ein europa­weites Phänomen. Und es ist nicht neu. Schon 2018 musste in Barcelona ein Wasser­ball­spiel zweimal verlegt werden, weil die ängst­liche Stadt­re­gierung es untersagt hatte. Und Deutschland? Mitglieder jüdischer Vereine werden bespuckt, beleidigt, drangsaliert.

Der Erstliga-Klub Ajax Amsterdam hatte nun den Mut, den zugelosten Verein Maccabi Tel Aviv regel­gemäß zu empfangen. Es ging 5:0 für die Gastgeber aus. Für ihre Gäste aber war nicht die haushohe Niederlage ein Alptraum. Es war die Hetzjagd danach. 

Aktueller Einschub: Heute Abend (14.11.2024) schützen in Paris Tausende von Polizisten das Fußball-Länder­spiel zwischen Frank­reich und Israel. 4.000 Beamte werden patrouil­lieren, 2.500 werden das Stade de France, die Vororte und die Verkehrs­mittel sichern. Zusätzlich werden rund 1.600 private Sicher­heits­leute im Stadion im Einsatz sein. Eine Elite­einheit der Anti-Terror-Polizei schützt die israe­lische Gastmannschaft.

Wir haben wahrlich ein Antise­mi­tismus-Problem, Europa!

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

Paris, Amsterdam und Berlin sind bereits zu Orten geworden, an denen die jüdische Bevöl­kerung, aber auch alle Demokraten, sich fürchten müssen. – Alon Meyer, Präsident des jüdischen Sport­ver­bandes Makkabi Deutschland

Europa im Blick­punkt – Antise­mi­tismus in Europa

Nächste Woche mehr aus Europa.

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