(Europäische Union) – Rückblick Europa Woche 2024/46: Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier mein Rückblick:

  • Während antise­mi­tische Attacken Europa erschüttern gibt es EU-Forde­rungen nach Isolierung Israels. Mehr dazu: Scrolle weiter ⤵️.
  • EU-Sorgen nach erneuter Wahl Donald Trumps als US-Präsident. Details: Unten ⤵️.
  • Airbus-Chef für nukleare Bewaffnung Europas. Siehe unten ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Rückblick Europa Woche 2024/46

EU-Diplomat will Israelboykott 

Europa und Israel im Dialog – bald nicht mehr? / Foto: KI

Wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit hat der EU-Außen­be­auf­tragte Josep Borrell vorge­schlagen, den regel­mä­ßigen politi­schen Dialog der Europäi­schen Union mit Israel abzubrechen. Der spanische Sozialist begründet das mit Berichten über mögliche Menschen­rechts­ver­let­zungen beim Antiter­ror­krieg in Gaza und im Libanon.

Die Forderung des Diplo­maten hat wenig Chancen von den EU-Mitglied­staaten angenommen zu werden. Befür­worter wie Spanien und Irland dürften von Garanten des jüdischen Staates ausge­bremst werden. Dazu gehören Ungarn und Deutschland. web.de

Die Forderung des EU-Diplo­ma­tie­chefs Borrell, den politi­schen Dialog Europas mit Israel zu boykot­tieren, ist unsen­sibel und verwerflich. Der Altlinke hat seit dem Massaker der Hamas-Terro­risten vom 7. Oktober 2023 wenig deutliche Worte – oder gar Taten – gegen die Schlächter aus dem Gazastreifen gefunden. Er beklagte von Anfang an weniger die mehr als 1.200 brutalst­möglich Ermor­deten, die rund 5.000 zum Teil Schwer­ver­letzten und die über 200 Gekid­nappten, sondern eher den israe­li­schen Anti-Terror­kampf. Ein Ende des Dialoges wäre ein Sieg der menschen­ver­ach­tenden islamis­ti­schen Antise­mi­tis­mus­ma­schi­nerie. Hoffentlich beißt Borrell auf Granit und geht dann rasch in Pension. waw

Klarer Kompass von FDP-Frakti­onschef Christian Dürr

Nach dem Schluss­pfiff des Nations-League-Spiels Frank­reich-Israel (0:0) war die Lage in Paris gestern nachts weitgehend ruhig. Es gab bis Mitter­nacht keine größeren Zwischen­fälle. Aller­dings zerstörten pro-terro­ris­tische Hooligans ein McDonalds-Restaurant und ein Starbucks-Café, während dort Familien mit Kindern aßen. Insgesamt hat das polizei­liche Massen­auf­gebot offenbar gewirkt. (Stand 00:00 Uhr) faz.net


Deutschland am Katzentisch: 

Berlin hat in Europa an Einfluss verloren / Foto: KI

Während die rotgrüne Bundes­min­der­heits­re­gierung in Europa an die Seite gerückt ist, bilden sich neue Macht­kon­stel­la­tionen. Frank­reichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier­mi­nister Keir Starmer haben sich zusam­men­getan. Sie versuchen, US-Präsident Joe Biden zu drängen. Noch vor Ablauf seiner Amtszeit soll er die Militär­hilfen für die Ukraine festschreiben. Beide Politiker haben sich in Paris beim Gedenken zum „Tag des Waffen­still­stands“ besprochen.

Unter­dessen kündigt Polen an, eine Führungs­rolle in Europa anzustreben. Erste Tat: Auf Initiative von Minis­ter­prä­sident Donald Tusk wird ein EU- und NATO-Treffen die künftige Koope­ration mit Donald Trump bereden. bbc.com euractiv.de


EU schaut auf Trump: 

Skepti­scher Blick Europas auf den gewählten US-Präsi­denten Trump / Foto: KI

Der Sieg von Donald Trump bei der Präsi­den­tenwahl in den USA ist weiterhin das meist­dis­ku­tierte Thema der europäi­schen Politik. Analysten glauben, der EU-Abweichler und ungarische Minis­ter­prä­sident Viktor Orbán könne künftig ein Haupt­an­sprech­partner des Weißen Hauses in Europa sein. Der Natio­nalist hat persön­liche Kontakte zu Trump und bringt sich als eine Art Mittelsmann ins Gespräch. 

Die Experten weisen aller­dings darauf hin, dass die geplanten höheren US-Zölle auf EU-Waren der ungari­schen Wirtschaft genauso schadeten, wie allen anderen auch. „Sehr besorg­nis­er­regend“ sei die Wiederwahl Trumps indessen für Frank­reich und Deutschland als europäische Schlüs­sel­mächte.
de.euronews.com

Trump wird sicherlich versuchen, die EU-Mitglied­staaten gegen­ein­ander auszu­spielen – Nichts Gutes erwartet Hendrik Vos, Politologe der Univer­sität Gent in Belgien

Rückblick Europa Woche 2024/46

Schwänzen bei Klimakonferenz: 

Europa als Staaten­verbund ist bei der laufenden 29. Weltkli­ma­kon­ferenz (COP29) in Baku, Aserbai­dschan, nur schwach­brüstig vertreten. Obwohl die Europäische Union größter Klima-Geldgeber und selbst­er­nannter Pionier ist, schickt sie kaum promi­nente Entschei­dungs­träger zu dem globalen Meeting. 

Klimakrise
Klima­krisen-Schre­ckens­sze­nario / Foto: KI

Höchst­ran­giger Reprä­sentant ist kurzzeitig der schei­dende EU-Ratsprä­sident Charles Michel. Durch­gehend anwesend ist nur der alte und neue EU-Klima­kom­missar Wopke Hoekstra. Seine Heraus­for­derung in gereizter Atmosphäre ist es, ein neues COP29-Finanzziel für die Jahre nach 2025 festzu­legen. Der Nieder­länder plant, Länder des globalen Südens mit einem „quid pro quo“-Ansatz für die EU-Position zu gewinnen. Zu seinen Gegen­spielern gehören China, Indien und Brasilien. euractiv.de youtube.com (Podcast)


Parteienpoker lähmt EU-Kommission:

Das Europa­par­lament blockiert sich selbst / Foto: KI

Die Unver­mögen des Europa­par­la­ments, sich auf die Perso­nalien der neuen EU-Kommission zu einigen, hat viel Kritik ausgelöst. 

Nach den Kandi­da­ten­hea­rings wollen Christ­de­mo­kraten und Rechte die spanische Sozia­listin Teresa Ribera (Kartellrecht/ Klima­wende) verhindern. Das linke Lager wiederum boykot­tiert den italie­ni­schen Neofa­schisten Raffaele Fitto (Regio­nal­för­derung) und den natio­na­lis­ti­schen Ungarn Olivér Várhelyi (Gesundheit).

Folge: Das 26-köpfige Team von Kommis­si­ons­chefin Ursula von der Leyen kommt wohl erst 2025 ins Amt – ein halbes Jahr nach der Europawahl. Die Zeitung „Luxem­burger Wort“ sieht das als Folge von Macht­spielchen der Parteien: „Die neue EU-Kommission wankt kurz vor dem Ziel.“ euractiv.de

Die Farce bestätigt Kritiker, die das Europa­par­lament als Spiel­wiese für natio­nales Politik­per­sonal aus der zweiten oder dritten Liga kriti­sieren. - Harte Kritik von Öster­reichs Zeitung “Die Presse


Europa – Risikogebiet für Juden: 

Immer öfter: Juden werden öffentlich gedemütigt / Foto: KI

Weite Teile Europas sind zu Gefah­ren­zonen für Juden geworden. Das zeigt eine Übersicht des israe­li­schen Antise­mi­tis­mus­mi­nis­te­riums, die auf frei zugäng­lichen Infor­ma­tionen basiert. Danach verzeichnen Großbri­tannien, Frank­reich und Deutschland die höchsten Anstiege juden­feind­licher Vorfälle. Umgerechnet auf die Einwoh­nerzahl steht aber Irland ganz oben, danach folgt Spanien. 

Zu den Haupt­treibern der Juden­feind­lichkeit gehören laut den israe­li­schen Studien pro-paläs­ti­nen­sische Gruppen und deren Unter­stützer in Politik und Kultur. Namentlich genannt werden unter anderem der franzö­sische Links­so­zialist Jean-Luc Mélenchon sowie der Mitbe­gründer des Pop-Kultgruppe Pink Floyd, Roger Waters (81). jpost.com

Europa sitzt auf einem Pulverfass und muss aufwachen, bevor es zu spät ist – Warnung vom israe­li­schen Minister für Diaspora und Antise­mi­tismus, Amichai Chikli

Rückblick Europa Woche 2024/46

Millio­nen­hammer trifft US-Weltkonzern: 

Die EU-Kommission hat Meta, den Mutter­konzern von Facebook und Instagram, mit einer Geldstrafe von fast 800 Millionen Euro belegt. Laut der zustän­digen Kommis­sarin Margrethe Vestager hat Meta seinen Klein­an­zei­gen­dienst Market­place unfair mit dem sozialen Netzwerk Facebook verknüpft. Dadurch erhalten Facebook-Nutzer automa­tisch Zugriff auf den Market­place, was Wettbe­werber benach­teiligt und deren Chancen auf dem Markt einschränkt. 

Mit dieser Entscheidung setzt die EU-Kommission ein Zeichen gegen monopo­lis­tische Geschäfts­prak­tiken. Sie steht somit für den Schutz des fairen Wettbe­werbs in der digitalen Wirtschaft. Meta will sich juris­tisch wehren. wallstreet-online.de


Top-Manager will EU-Atombewaffnung: 

Foto: KI

Airbus-Aufsichts­ratschef René Obermann hat sich für ein starkes „Europa der Willigen“ einge­setzt. In einem Interview sagte der Chefauf­seher des größten europäi­schen Luft- und Raumfahrt­kon­zerns, die Wahl von Donald Trump als US-Präsident könne auch eine Chance für Europa sein. Er sehe darin eine Möglichkeit für ein Kern-Europa, indem einzelne EU-Mitglieder enger zusam­men­ar­bei­teten, als mit Anderen. Laut Obermann bringt das mehr europäische Souve­rä­nität auch militä­risch wie technologisch.

Europa müsse der Aggression Russlands abschre­ckend begegnen können, sagte der Airbus-Manager weiter, dessen Unter­nehmen auch zweit­größter Rüstungs­konzern des Konti­nents ist. Zum Thema europäische Abwehr meinte Obermann: „Das schließt die nukleare Abschre­ckung mit ein.“ handelsblatt.com

Rückblick Europa Woche 2024/46

EU will Altenpflege aufpeppen:

Die Verbes­serung von Langzeit­pfle­ge­sys­temen in Europa ist das Ziel eines „Werkzeug­kastens“, den das Europabüro der Weltge­sund­heits­or­ga­ni­sation (WHO) vorge­stellt hat. Das sogenannte Toolkit enthält Maßnah­men­vor­schläge für indivi­du­ellere Pflege­an­gebote und einen besseren Dialog zwischen Entschei­dungs­trägern, Familien und der Gesellschaft. 

Parallel führt WHO/Europa Studien in Griechenland, Irland und Litauen durch. Dabei will sie heraus­finden, wie die Branche sich gemäß den jewei­ligen natio­nalen Zielen erneuern kann. who.int/europe

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Europawoche 2024/35

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Die EU-Mitglieds­länder haben seit ihrer Gründung im Jahr 1957 keine Kriege unter­ein­ander geführt. Zählt man die ebenfalls konflikt­freie Zeit ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 dazu, leben wir seit 79 Jahren ohne Krieg. Das ist die längste Friedenszeit in der europäi­schen Geschichte.

Rückblick Europa Woche 2024/46

Europawoche 2024/35

Europas derzeit wärmster Ort ist … 

… auf Island! Jeden­falls zu Anfang der vergan­genen Woche. Auf der Atlan­tik­insel hoch im Norden wurden in der Nacht zum Dienstag rund 23 Grad angezeigt. who.int

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