(Europäische Union) – Europa Woche 2024/45: Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier mein Rückblick:

  • Alles lugt nach Washington – was wird Trump Europa antun? Mehr dazu: Scrolle weiter ⤵️.
  • Scholz schaltet die Ampel­ko­alition ab. Deutschland nun ein Europa-Eunuch. Details: Unten ⤵️.
  • Abenteuer Bahn: Reisen in Europa ist teuer und kompli­ziert. Siehe unten ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa

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2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa – Bild: KI

Berlin bringt Brüssel in Bredouille: 

Die erste deutsche Minder­heits­re­gierung seit 40 Jahren und die vorge­zogene Bundes­tagswahl stellen die Politik in ganz Europa auf eine Nagel­probe. Beobachter weisen darauf hin, dass die stärkste und größte EU-Volks­wirt­schaft ausge­rechnet während der trans­at­lan­ti­schen Zeiten­wende nur schwache Handlungs­spiel­räume hat. 

Auch das zweit­größte EU-Land Frank­reich wird ohne klare Macht­ver­hält­nisse regiert. Die EU könnte dadurch etwa bei Ukraine-Hilfen gegen den russi­schen Angriffs­krieg in Verzö­gerung kommen. Die Wirtschafts­po­litik ist ebenfalls gekniffen. US-Wahlsieger Donald Trump plant zum Amtsan­tritt im Januar Einschnei­dendes – kann Europa darauf ad hoc antworten? Ebenso leiden könnten europäische Initia­tiven oder Reformen, die Einstim­migkeit erfordern. bbc.com

Dies ist eine sehr deutsche Krise, geprägt von internen Konflikten und komplexen Verfas­sungs­fragen. – Der britische Sender BBC erklärt seinem Publikum, dass Berlin nie unkom­pli­ziert ist


Trump-Triumph triggert Europa: 

Die meisten europäi­schen Reaktionen auf Donald Trumps erneuten Wahlsieg in den USA sind von klarer Besorgnis geprägt. Überall rufen Politiker dazu auf, die EU unabhän­giger von den Verei­nigten Staaten zu machen. 

Besondere Unsicherheit herrscht in Polen, wo die liberal­kon­ser­vative Regierung den Trump‘schen Isola­tio­nismus als Gefahr für Europas Sicherheit einstuft. Auch in anderen EU-Haupt­städten wird Trumps Triumph als Schwä­chung der trans­at­lan­ti­schen Partner­schaft und des gemein­samen Einsatzes in der Ukraine gesehen. Dagegen seien russische Inter­essen gestärkt, findet die EU-Spitze. 

Bild: KI

Es gibt auch Jubel. Ungarns natio­na­lis­ti­scher Minis­ter­prä­sident Viktor Orbán nennt den Sieg „wunderbar “. Der Chef der öster­rei­chi­schen Rechts­aus­leger FPÖ, Herbert Kickl, glaubt: „Auch unser Tag wird kommen, das verspreche ich Euch!“ morgenpost.de zeit.de 

Die linke Hetze gegen Trump muss ein Ende haben! – AfD-Politi­kerin Beatrix von Storch meint es nicht sarkas­tisch, ironisch oder als Witz; sie findet wirklich, der gnadenlos populis­tische US-Sieger habe sehr brave Wahlkampf­reden gehalten …

Budapester Beratungen:

Weil er mit den Aufräum­ar­beiten nach dem Ampel-Aus in Berlin beschäftigt war, ist Bundes­kanzler Scholz am Donnerstag nicht nach Budapest gekommen. Er verpasste so den Auftakt des zweitä­gigen Beratungs­forums “Europäische Politische Gemein­schaft (EPG)”. Auch den UN-Klima­gipfel in zehn Tagen in Aserbai­dschan hat Scholz abgesagt. Unter den über 40 nach Budapest gereisten Staats- und Regie­rungs­chefs aus allen Ländern des Konti­nents (außer Russland/Belarus) ist der Deutsche nur ein Kollege auf Zeit.

Eigentlich wollten die angereisten Politiker unmit­telbar nach den US-Wahlen ihre Einigkeit demons­trieren. Doch schon der natio­na­lis­tische Gastgeber Viktor Orbán ging quer und feierte ziemlich allein den Wahlsieg Trumps. Die meisten Gäste – vor allem Wolodymyr Selenskyj – machten sich indessen Sorgen um ihr Verhältnis zu Washington. stern.de theguardian.com consilium.europa.eu


Brüsseler Durchfall:

Olivér Várhelyi soll die EU-Gesundheit überwachen / Foto: EU

Der erste Aspirant für das „Kabinett“ von EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen hat seinen Bewer­bungstest nicht bestanden. Olivér Várhelyi, Ungarns designierter Kommissar für Gesundheit und Tierwohl, muss schriftlich Zusatz­fragen beant­worten. Dies muss innerhalb von 24 Stunden nach der Anhörung im Europa­par­lament geschehen. Dann erfolgt eine neue Bewertung. 

Die Abgeord­neten der Umwelt- und Landwirt­schafts­aus­schüsse haben Zweifel an Várhelyis Fachkennt­nissen. Zudem wird der Ungar für seine Loyalität zu EU-Abweichler Viktor Orbán kriti­siert, was die Unabhän­gigkeit gegenüber dem Natio­na­listen fraglich mache. spiegel.de politico.eu


EU atmet auf: 

In Brüssel ist die Erleich­terung groß. Der Sieg der proeu­ro­päi­schen Amtsin­ha­berin Maia Sandu bei der Präsi­den­tenwahl in der kleinen Republik Moldau erfreut viele. Als feststand, dass der kreml­treue Heraus­for­derer und Ex-General­staats­anwalt Alexandr Stoia­noglu die Abstimmung mit 45% : 55% verloren hatte, kamen Glück­wünsche aus europäi­schen Haupt­städten. Diese trafen in der Haupt­stadt Chişinău ein.

Das Land liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Die Ausrichtung des EU-Beitritts­aspi­ranten weg von Moskaus massivem Einfluss ist zunächst einmal gesichert. stern.de

2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa

Kein Anschluss unter dieser Gleisnummer! 

Die europäi­schen Züge sind Schne­cken­bahnen / Bild: KI

Während Europa­po­li­tiker gerne die offenen EU-Grenzen als große Errun­gen­schaft preisen, gilt das für den Schie­nen­verkehr nicht. Bahnen sind noch immer national fragmen­tiert. Es ist mühsam bis unmöglich, durch­gängige Strecken über nationale Hoheits­be­reiche hinweg zu buchen. Außerdem machen Unter­schiede in Technik und Vorschriften EU-Zugreisen kompli­ziert und zeitraubend.

Zudem gibt es keine einheit­liche Betriebs­sprache und sogar rote Signale haben unter­schied­liche Bedeu­tungen. Lösungen wie ein “Eurocontrol for Rail” kommen langsamer als Schne­cken­tempo. Ein Reporter hat das jetzt im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. zeit.de

EU-Korruptionsermittlungen:

Die EU-Staats­an­walt­schaft hat Korrup­ti­ons­er­mitt­lungen gegen den einstigen Leiter der General­di­rektion für Mobilität und Verkehr, Henrik Hololei, einge­leitet. Der Beamte aus Estland soll teure Geschenke und Reisen vom arabi­schen Scheichtum Katar angenommen haben. Dies geschah, während seine Behörde ein Luftfahrt­ab­kommen mit dem Emirat verhandelte.

Die Ermitt­lungen wurden auf Grundlage eines Zeitungs­be­richts initiiert, die sich auf Ergeb­nisse der EU-Antikor­rup­ti­ons­be­hörde Olaf beruft. Hololei war bereits voriges Jahr wegen katar-finan­zierter Reisen in den Fokus geraten. Er wurde daraufhin auf einen EU-Berater­posten versetzt. zeit.de

2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa

Neue China-Taktik im EU-Autokonflikt: 

Die Volks­re­publik China hat den Druck auf Europa im Streit um Im- und Export­regeln für E‑Autos erhöht. Plötzlich drängen die Macht­haber in Peking ihre Kollegen in Paris in eine Vermitt­ler­rolle. Beobachter sehen darin den Versuch, die Europäische Union in der Frage von Straf­zöllen zu spalten. 

Deutschland befür­wortet eher sanfte Maßnahmen gegen die Flut einseitig subven­tio­nierter chine­si­scher E‑Autos. In Frank­reich hingegen will man auf die Tube drücken, obwohl Peking bereits rache­durstig franzö­si­schen Käse und Cognac künstlich verteuert hat. wiwo.de

2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa

Europawoche 2024/35

13 Milli­arden (13.000.000.000)

So viele Euros muss der US-Konzern Apple der EU an Steuer­nach­zah­lungen überweisen. Das oberste EU-Gericht hat das entschieden. Es ging um Erträge von zwei irischen Tochter­firmen. Die wurden in Dublin so niedrig versteuert, dass sie eine verbotene staat­liche Beihilfe darstellten.

2024/45 Rückblick auf die Woche in Europa

Europawoche 2024/35

Ist das ein Schneckisch oder eine Ficke? 

Eine EU-Vorschrift ordnet Schnecken als „Fische“ ein. Aus steuer­lichen Gründen. Um Förde­rungen für deren Zucht zu ermöglichen.

2024/44 Rückblick auf die Woche in Europa

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