Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin. Heute: Dass Atomkraft in Europa wieder salon­fähig werden könnte – das haben sich Viele vor einigen Jahren nicht gedacht. Doch die Europäische Union (EU) wandelt sich. Und das mit Alter­nativ-Energien planende Deutschland scheint in Europa immer isolierter zu sein.

Europa im Blick­punkt – Atomkraft-Renais­sance- Fotos: KI

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Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Europa im Blick­punkt – Atomkraft-Renaissance

Von Wolf Achim Wiegand

Hamburg / Brüssel (waw) – Die Europäische Union diskri­mi­niert die Atomkraft. Das sagt die Nukleare Allianz. Die Gruppe von 14 EU-Staaten fordert, Kernenergie als saubere Form der Strom­erzeugung gutzu­heißen. Die EU solle die Spalt­tech­no­logie ebenso wie grüne Brenn­stoffe fördern, um „die Dekar­bo­ni­sierung kosten­ef­fi­zient zu beschleunigen“.

Frank­reich ist der Haupt­motor dieser Pro-Bewegung. Das Land erzeugt rund 65 Prozent seines Stroms aus Brenn­stäben. Ihm zur Seite stehen skandi­na­vische und osteu­ro­päische Staaten, aber auch die Niederlande.

Kernkraft­gegner wider­sprechen. Laut ihnen sind Wind- und Solar­energie sicherer und günstiger. Deshalb sollten keine öffent­lichen Gelder in Atome inves­tiert werden. Die bis 2050 angestrebte CO2-Neutra­lität sei auch ohne sie erreichbar.

Doch die ableh­nende Haltung gegenüber Atomenergie wird schwach und schwächer. „Kernenergie ist kein Tabu mehr, auch nicht in der Europäi­schen Kommission“, erklärte der frühere Binnen­markt­kom­missar Thierry Breton.

Schon plant die pro-nukleare Allianz mittel­fristig den Bau von „30 bis 45 neuen großen Reaktoren“. Zudem entwi­ckelt Energie­kom­mis­sarin Kadri Simson ein Konzept für kleine modulare Reaktoren (SMRs). Die könnten vorge­fertigt und kosten­günstig montiert genügend CO2-freie Energie für kleinere Gemeinden und für Betriebe liefern. 

Aber: “Die Konzepte lösen weder die Notwen­digkeit, ein Endlager für die radio­ak­tiven Abfälle zu finden noch die drängenden Fragen des Klima­schutzes,” bemängelt Christian Kühn, Chef des Bundes­amtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE)

Der Wind in der europäi­schen Energie­po­litik hat sich jedoch trotz aller Einwen­dungen gedreht. Er kommt aus der Richtung der kürzlich instal­lierten konser­va­tiven Regierung in Frankreich.

Aus Paris bläst die alte und neue Energie­mi­nis­terin Agnès Pannier-Runacher unermüdlich für Atomkraft – den Gegenwind aus Deutschland pustet sie einfach um.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

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