(Europäische Union) – Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission in der Europa Woche 2024/43? Ein Haupt­thema: Nordkorea wird mit Truppen für Russland gegen die Ukraine einge­setzt werden. Das und noch viel mehr – hier:

Europa: Die Themen der Woche

  • Korea-“Krieg” auf europäi­schem Boden? Nord und Süd schalten sich in den Ukraine-Konflikt ein. Scrolle weiter.
  • Das EU-Parlament streitet ums liebe Geld – Milli­ar­den­haushalt geht in letzte Verhand­lungs­runde. Details siehe unten.
  • Osteuropa im Umbruch: Fallen Moldau und Georgien an Russland oder bleiben sie pro Westeuropa? Siehe unten.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Europa Woche 2024/43 Russland Nordkorea Ukraine

Demokratie oder Autoritarismus?

Bild: KI

Die Parla­ments­wahlen in der Schwarz­meer­re­publik Georgien an diesem Sonntag könnten eine wegwei­sende Entscheidung für die Zukunft des Landes bedeuten. Die Wahl könnte die Westin­te­gration fördern. Alter­nativ könnte sie das Land in die russische Einfluss­sphäre führen. Nach Moldau stellt auch Georgien eine Schlüs­sel­region dar, die Russland dem Westen entreißen möchte.

Zum ersten Mal wird nach einem vollständig propor­tio­nalen Wahlsystem abgestimmt. Es geht um die Frage, ob die Partei „Georgi­scher Traum“ des pro-russi­schen Premier­mi­nisters Irakli Kobak­hidze an der Macht bleibt. Oder ob die EU-freund­liche Opposition an Boden gewinnt.

Die politische Lage in Georgien ist angespannt, die Gesell­schaft gespalten. Die Regierung bezeichnet die Wahl als Entscheidung zwischen „Frieden oder Krieg“. Opposi­ti­ons­an­hänger sehen sie als Wahl zwischen Demokratie und einem autori­tären Russland. dw.com (Doku) tagesschau.de (Podcast)

Das ist Georgien: Das kleine Land mit 3,8 Millionen Einwohnern liegt an der Schnitt­stelle zwischen Europa und Asien. In Tiflis kommt es seit Jahren regel­mäßig zu pro-europäi­schen Demons­tra­tionen kommt – begleitet von harten Polizei­ein­sätzen. Ein Oligarch ist die mächtigste Figur der touris­tisch inter­es­santen Republik. 


Europas knapper Sieg in Moldau – es bleiben Fragezeichen

Foto: Landbote

Der Westen konnte in der Republik Moldau einen knappen Sieg erringen: In der Republik Moldau gab es ein extrem enges Referendum. Gerade mal rund 50,5 Prozent der Wähler stimmten für den EU-Beitritt. Die Zustimmung erreichte somit Verfas­sungsrang. Doch es war ein hauch­dünner Sieg. Ohne die Stimmen der im Ausland lebenden Moldauer wäre er kaum möglich gewesen.

Die proeu­ro­päische Präsi­dentin Maia Sandu sicherte sich mit 42 Prozent einen klaren Wahlsieg. Dennoch steht sie vor einer Stichwahl gegen den prorus­si­schen Ex-General­staats­anwalt Alexandru Stoia­noglo. Russland hat im Vorfeld massiv versucht, die Wahlen zu beein­flussen, und das macht die Lage weiterhin fragil. tagesspiegel.de


Erdogan scheitert an BRICS – strategische Autonomie in Gefahr

Foto: 12punto

Das hatte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wohl anders vorge­stellt! Sein ambitio­nierter Plan, in das exklusive Bündnis BRICS, dominiert von Russland und China, aufge­nommen zu werden, schei­terte kläglich. Beim Gipfel­treffen in Kasan unter Leitung von Wladimir Putin kam es nicht einmal zur Abstimmung über das Beitritts­gesuch der Türkei.

Verant­wortlich dafür: Indiens Premier­mi­nister Narendra Modi, der aufgrund der engen Verbin­dungen Erdogans zu Pakistan sein Veto einlegte. Damit ist Erdoğans Strategie, sowohl in der NATO als auch in BRICS Fuß zu fassen, vorerst gescheitert. 20min.ch


Geld, Geld, Geld – EU-Haushalt vor Schlussverhandlungen

Das Europäische Parlament hat den Weg für die nächste Verhand­lungs­runde zum EU-Haushalt freige­macht. Dabei geht es um fast 201 Milli­arden Euro. Das sind 1,24 Milli­arden mehr, als die EU-Kommission ursprünglich vorge­schlagen hatte. Diese Mittel sollen vor allem in Forschung, Gesundheit, Bildung und Klima­schutz fließen. Sie sollen das Leben der Menschen verbessern. Außerdem soll die Wettbe­werbs­fä­higkeit Europas gestärkt werden.

Das Parlament hat ein Darlehen von 35 Milli­arden Euro für die Ukraine genehmigt. Dieses Darlehen wird durch einge­frorene russische Vermö­gens­werte finan­ziert. Der endgültige Haushalt soll in drei Wochen stehen, doch bis dahin könnte es noch hitzige Diskus­sionen geben. europarl.europa.eu


Migration im Fokus – hitzige Debatten im EU-Parlament

Grafik: EU-Parlament

Das Thema Migration hat erneut für heftige Diskus­sionen im Europäi­schen Parlament gesorgt. Eine rechts­ge­richtete Mehrheit sprach sich für die Errichtung von Migranten-Zentren in Dritt­staaten ab, nach dem Vorbild des umstrit­tenen „Ruanda-Modells“. Dabei koope­rierten erstmals die Christ­de­mo­kraten mit den weiter rechts stehenden Fraktionen bis hin zur AfD.

Konser­vative und rechte Parteien folgten also dem Vorschlag von EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen. Das brachte ihre eigent­lichen Bündnis­partner Sozial­de­mo­kraten, Grüne und Liberale auf die Palme. Sie protes­tierten gegen das Aufweichen der EU-Brand­mauer nach Rechts und lehnten von der Leyens Pläne als unmenschlich und proble­ma­tisch ab. Außerdem warnten sie vor Inhaf­tie­rungen ohne Perspektive und möglicher Erpressung durch Dritt­staaten. Der Druck auf die Kommission durch diverse EU-Regie­rungen in Richtung harter Hand wächst indes. euronews.com


Europa Woche 2024/43 Russland Nordkorea Ukraine

Europa als Schauplatz des Korea-Konfliktes?

“Als Kim Jong Un im Komman­dostab ankam, blickten alle Soldaten und Offiziere voller Begeis­terung zum großen stählernen Heerführer auf.” – Offizielle Presse­mit­teilung vom 18. Oktober 2024

Der langan­hal­tende Konflikt auf der korea­ni­schen Halbinsel weitet sich aus – und erreicht nun sogar Europa. Während Nordkorea Tausende Soldaten entsendet, um Russlands Invasion in die Ukraine zu unter­stützen, reagiert Südkorea als NATO-Partner prompt. Das Land könnte bald zu einem wichtigen Waffen­lie­fe­ranten der Ukraine werden. Kommt es womöglich bald auf europäi­schem Boden zur Konfron­tation zwischen den beiden Koreas?

Bisher hat Seoul zwar militä­rische Ausrüstung bereit­ge­stellt, aber schwere Waffen waren tabu. Doch wie weit wird Südkorea gehen? Die Antwort hängt davon ab, welche Unter­stützung Russland Nordkorea zukommen lässt. Gleich­zeitig bleibt offen, wie Russland die nordko­rea­ni­schen Truppen konkret in der Ukraine einsetzen möchte. tagesschau.de zdf.de t‑online.de (Könnten die USA eingreifen?)


Großbritannien und Deutschland – neue militärische Zusammenarbeit

Ein Stück näher an Europa: Großbri­tannien hat mit Deutschland ein neues Militär­ab­kommen unter­zeichnet. Dieses Abkommen soll die europäische Vertei­digung innerhalb der NATO stärken. John Healey als UK-Vertei­di­gungs­mi­nister sprach in London von einem „Meilen­stein“. Er verkündete das Abkommen gemeinsam mit seinem deutschen Amtskol­legen Boris Pistorius. Es umfasst deutsch-britische Rüstungs­pro­jekte zu Lande, in der Luft, auf See und im Cyberraum.

Besonders hervor­zu­heben ist der Bau einer Rhein­metall-Fabrik im Verei­nigten König­reich. Sie soll Artil­le­rie­ge­schütze und Panzer herstellen. Im Hinter­grund steht eine wachsende Sorge. Europa müsse im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump stärker eine eigene Vertei­digung aufbauen. euronews.com
bmvg.de

Scholz attackiert EU – weniger Bürokratie, mehr Wachstum!

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Bundes­kanzler Olaf Scholz hat die EU scharf kriti­siert und weniger bürokra­tische Hürden gefordert. In einer Rede auf dem Deutschen Arbeit­ge­bertag in Bonn bemän­gelte er die Vielzahl an Regulie­rungen, insbe­sondere in Bezug auf Nachhal­tigkeit. Während es wichtig sei, gemeinsame Regeln für den Binnen­markt zu haben, seien einige Vorgaben schlichtweg überzogen, so Scholz.

Der SPD-Politiker forderte einen umfang­reichen Bürokra­tie­abbau. Das könne der schwä­chelnden Wirtschaft auf die Beine helfen. Darüber hinaus kündigte Scholz an, das umstrittene deutsche Liefer­ket­ten­gesetz noch in diesem Jahr zu überar­beiten. marketscreener.com

Da sind irgendwie die Gäule durch­ge­gangen. – So erklärt sich Scholz die EU-Bürokratie beim Thema Nachhaltigkeit


Ostseefischerei am Scheideweg – kleine Erfolge, große Herausforderungen

Bild: KI

Die angeschlagene deutsche Ostsee­fi­scherei hat bei den jüngsten EU-Fische­rei­be­ra­tungen eine kleine Atempause erhalten. Deutsche Fischer dürfen auch im Jahr 2025 weiterhin Hering in der westlichen Ostsee fangen. Sie dürfen dies aller­dings nur in begrenzten Mengen tun und müssen umwelt­scho­nende Fangme­thoden wie Stell­netze verwenden. Gleich­zeitig dürfen die Fischer nur noch 22 Prozent weniger Dorsch fangen, ein Fisch, der einst eine Haupt­nah­rungs­quelle war.

Sorge bereitet die Lage der Sprotten: Die EU hat die Fangquoten um 30 Prozent reduziert. Gleich­zeitig erhöht Russland seine Fangmengen für Tierfutter aus Sprotten. Das verschärft die ökolo­gische Krise weiter. sueddeutsche.de



Europawoche 2024/35

60.000

Das ist die geschätzte Anzahl an Briefen, die jedes Jahr an die EU geschickt werden. Viele davon sind persön­liche Schreiben. Darin drücken Bürger ihren Frust, ihre Hoffnungen oder sogar Verbes­se­rungs­vor­schläge direkt an die Insti­tu­tionen aus. Die EU hat zur Bearbeitung eine spezielle Abteilung, die alles sortiert, bearbeitet und oft persönlich beant­wortet. Manche bitten um ganz ausge­fallene Dinge – wie einen gemein­samen europäi­schen Feiertag für Haustiere oder die Einführung einer EU-weiten Schokoladensteuer!


Europa Woche 2024/43 Russland Nordkorea Ukraine


Europawoche 2024/35

Weltrekord mit Europahymne: 

Über 1360 Musiker aus 43 Staaten spielten zum Europatag 2021. Sie intonierten mit dem weltweit größten Online-Orchester die Europa-Hymne „Ode an die Freude“.

www.klassikradio.de (Video)

Europa Woche 2024/43 Russland Nordkorea Ukraine


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