Europa: Themen der Woche
(Europäische Union) – Was hat die öffentlichen Diskussionen und politischen Initiativen in Europa angetrieben? Was beschäftigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission in der Europa Woche 2024/42? Es ging vorwiegend um Migration. Das und noch viel mehr – hier:
- Das Thema illegaler Einwanderung lässt Europa einfach nicht los… Siehe unten.
- Europa schaut auf Arabien und Arabien schaut auf Europa. Details siehe unten.
- Klingt verrückt: Plant Russland Atom-U-Boote als Frachter?… Scrolle weiter.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND
Europa Woche 2024/42 Migration

Dauerschleife Migration:

Wie fast jedes Treffen ist auch der Gipfel der 27 EU-Staats- und Regierungschefs gestern in Brüssel bis in die Nacht hinein vom Streit um die Regelung von Migration dominiert gewesen. Das Meeting dauerte bei Redaktionsschluss noch an. Beobachter erwarteten kaum eine Einigung, speziell bei der Abschiebepolitik.
Einige Länder wie Polen wollen das EU-Asylrecht aussetzen. Die Niederlande und Ungarn forderten strengere Maßnahmen. Sie wünschen sich Opt-outs wie die Auslagerung Asylwilliger in Drittländer, nach dem Muster von Italiens Rechtsregierung.
Unfriede auch beim Thema Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj präsentierte der EU seinen „Siegesplan“. Die EU sagte weitere Hilfe für das von Russland überfallene Land zu. Aber Ungarn sträubt sich gegen das Nutzen festgefrorener russischer Gelder für Ukraine-Darlehen. consilium.europa.eu
Wir wirken wie Konfetti, international hört uns fast niemand mehr zu. - Bitteres Fazit von Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel zur EU-Außenpolitik
Kooperation Arabien-Europa:

Der erste arabisch-europäische Gipfel in Brüssel hat nach Ansicht von Beobachtern wenig konkrete Substanz erbracht. Dennoch war er laut Beobachtern ein Wendepunkt in den Beziehungen der EU mit dem Golfrat (GCC). Seine Mitglieder sind die wichtigsten EU-Wirtschaftspartner in Arabien: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Fokus der Treffpremiere standen daher Handel, Energie und Klimapolitik. Europa hofft auf ein Freihandelsabkommen.
Auf Granit bissen die EU-Gastgeber hingegen beim Versuch, Russlands Hilfe für die iranisch gelenkte Anti-Israel-Allianz anzuprangern. Für Aufsehen sorgte die kurzfristig verkündete Teilnahme des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, die Bundeskanzler Olaf Scholz „aus Termingründen“ verpasste. Signal des Brüsseler Treffens: Arabien und Europa rücken zusammen – trotz Differenzen. sueddeutsche.de consilium.europa.eu
Wir sind uns einig, dass der Iran niemals Atomwaffen entwickeln oder erwerben darf. – Aus dem Abschlusskommunique des 1. Arabisch-Europäischen Gipfels
Europa schaut auf Moldau:
Das kleine Land steht am Wochenende im Blickpunkt der westlichen Welt. Die zweieinhalb Millionen Einwohner der Republik Moldau nördlich Rumäniens entscheiden über die künftige Besetzung des Präsidentenamtes. Zugleich stimmen sie am Sonntag über den Beitritt zur Europäischen Union (EU) ab.
Massive russische Propaganda aus dem abtrünnigen Landesteil Transnistrien ist ein Problem. Diese Propaganda sorgt dafür, dass die Wiederwahl der proeuropäischen Staatschefin Maia Sandu keineswegs sicher ist. Die liberal-konservative Ökonomin möchte das auch an die Ukraine grenzende Land in die EU führen. Ihre Widersacher streben dagegen mit Deckung lokaler Oligarchen in die Arme des Kremls. Der Ausgang der Wahl hat daher große strategische Bedeutung. zdf.de (kurze TV-Reportage)
Europa Woche 2024/42 Migration

Flugprobleme Europa-Asien:
Die Routen von EU-Fluglinien nach und von Asien führen derzeit über recht exotische Gegenden. Laut Eurocontrol, der europäischen Luftverkehrskontrolle, nutzen die Gesellschaften zunehmend Georgien, Armenien und Aserbaidschan für den Passagier- und Frachttransport.
Der verwinkelte Weg ist nötig, weil westliche Regierungen nach dem Kreml-Einmarsch in die Ukraine jegliche Nutzung russischen Luftraums verboten haben. Auch der Weg über arabische Regionen wird gemieden, weil er wegen des israelischen Antiterrorkrieges unsicher ist. Die Umwege bedeuten längere Flüge und mehr Treibstoff für EU-Carrier, was z. B. sanktionsfreie China-Airlines mit Billigangeboten ausnutzen. aerotelegraph.com

Tesla-Truck zu schwer, zu scharf, zu riskant?

Europäische Lobbygruppen machen mobil gegen die Zulassung des Tesla-Cybertrucks. Ein modifiziertes Modell des vollelektrischen Pickup-Truck mit 800 km Reichweite war kürzlich im EU-Mitgliedsland Tschechien genehmigt worden. Nun gibt es Kritik am hohen Gewicht des Fahrzeugs über das EU-Maß von 3,5 Tonnen hinaus. Außerdem wird das kantige Design als gefährlich für Fußgänger und Radfahrer angesehen.
Experten verlangen vor der EU-weiten Zulassung weitere Abänderungen. Die tschechische Genehmigung fr die Autoinnovation aus den USA könne ein Einfallstor sein. Sie öffne den Weg für weitere Fahrzeuge dieser Art. derstandard.de
Atom-U-Boote als Frachter?
Einen abenteuerlich klingenden Plan melden Schifffahrtsexperten aus Russland. Der Kreml plane den Bau atomgetriebener U‑Boote zum Transport von Flüssigerdgas (LNG) aus der Arktis nach Asien. So heißt es unter Berufung auf den Leiter des physikalisch-technischen Korschakow-Instituts in Moskau. Damit könne die Reisezeit über die Nordostpassage (NSR) fast halbiert werden.
Derzeit mangelt es an geeigneten Schiffen für die eisbedeckte russische Arktisküste. U‑Boote könnten die Route einfach unterfahren und somit die Strecke durch den Suezkanal überflüssig machen. Experten sind sich uneinig darüber. Einige glauben, dass Russland tatsächlich in der Lage ist, den komplexen Plan umzusetzen. Andere sehen es nur als Wunschtraum.

43 %
Rund 43 Prozent des in Europa erzeugten Stroms stammen aus Erneuerbaren Energien. Nach Windenergie an Land ist Wasserkraft in Europa die bedeutendste Quelle für erneuerbaren Strom.

Europas Kampf der Sterne:
Die europäische Raumsonde „Hera“ (Foto unten) ist ohne erkennbare Probleme auf einer epischen Mission ins All unterwegs. Vorige Woche startete sie von Florida aus. Nun fliegt sie auf den Doppelasteroiden Didymos und Dimorphos zu. Ankunft von Hera: In zwei Jahren.
Ziel der Mission: Asteroidenabwehr. Die in Bremen gebaute Sonde soll untersuchen, wie man Himmelskörper von der Erde weglenken kann, um künftige Katastrophen zu verhindern. Die ESA testet zudem neue Technologien für autonome Raumfahrt. Hera fliegt unter Beteiligung von rund 100 europäischen Unternehmen und Instituten aus 18 Ländern. faz.net

Europa Woche 2024/42 Migration

Zeitumstellung – das war’s dann…

Die Ukraine verabschiedet sich als erstes europäisches Land von der Zeitumstellung. Dort stellen sie die Uhren am übernächsten Wochenende LETZTMALS um eine Stunde von Sommer- auf Winterzeit zurück. Es gebe Gesundheitsbedenken und Energieerwägungen. fr.de
Europa Woche 2024/42
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