(Europäische Union) – Europa im Blick­punkt: Was geschah Spannendes in Europa-Woche 2024/51? Was hat die öffent­lichen Diskus­sionen und politi­schen Initia­tiven in Europa angetrieben? Was beschäf­tigte die Europäische Union, das Europäische Parlament und die EU-Kommission? Hier meine Nachrich­ten­auswahl im Europa Blick­punkt – Woche 2024/51 mit Schwer­punkt Syrien

  • Deutschland steht nach dem Misstrau­ens­vorum in der EU im Abseits. Scrolle weiter⤵️.
  • Irland hat sich durch übermäßige Israel-Kritik selbst ins Abseits gestellt. Details: Unten ⤵️.
  • Fluggepäck verlieren ist in Europa eher möglich, als anderswo … Siehe unten ⤵️.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Europa – Woche 2024/51

Ukraine – EU will mitreden:

Die Europäische Union ist besorgt. Die Befürchtung vieler Top-Politiker: Der künftige US-Präsident Donald Trump könnte eine Befrie­dungs­in­itiative für die russisch angegriffene Ukraine ohne EU-Betei­ligung starten. Das war das durch­ge­hende Thema beim Jahres­ab­schluss­gipfel der europäi­schen Staats- und Regie­rungs­chefs in Brüssel. An diesem nahm zeitweise der ukrai­nische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. 

Die Einigkeit des Westens sei sehr wichtig, um Frieden zu erreichen, mahnte Selenskyj. Insider rechnen damit, dass Trump – sollte es zu einer Waffenruhe kommen – die EU zur Kasse bitten wird. Vor allem könnte er die EU auffordern, zehntau­sende Soldaten zu entsenden. Auftrag: Überwa­chung der Militärs aus Kyjiw und Moskau. Die EU-Spitzen tagten erstmals unter ihrem neuen Ratsprä­si­denten António Costa (Portugal). morgenpost.de

Nur die USA und EU gemeinsam können Putin wirklich stoppen und die Ukraine retten. – Davon ist der ukrai­nische Präsident Wolodymyr Selenskyj fest überzeugt


1 Milliarde für die Türkei:

Die EU hilft der türki­schen Regierung mit einer zusätz­lichen Euro-Milliarde. Das Geld ist für Flücht­linge aus Syrien und für die Grenz­si­cherung vorge­sehen. Das hat EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen dem Präsi­denten Recep Tayyip Erdoğan in Ankara zugesagt. Die Verein­barung kam kurz nach dem Sturz des Assad-Regimes in Damaskus. Damit will Europa dazu beitragen, dass es sich besser gegen mögliche neue Flücht­lings­ströme abschotten kann. ardmediathek.de


Deutschland ist inter­na­tional isoliert. Erst Gelbausfall der Ampel, nun Misstrau­ens­votum und Regierung auf Abruf. Wen rufen der Papst, Putin oder Polens Premier in Berlin an, wenn sie Entschei­dungen wollen? Vorschläge von Olaf Scholz verpuffen derzeit bei unseren Partnern. Auch das Auftreten des Bundes­kanzlers steht in der Kritik: für eine lahme Ente zu selbst­be­wusst, heißt es. Übrigens: Friedrich Merz kriegt im Ausland trotz Reise­di­plo­matie ebenfalls keine Bestnoten – zu hölzern, zu wenig visionär.

Die EU schaut längst an Deutschland vorbei und woanders hin. So formen sich neue Kraft­zentren, etwa rund um Polen, aber auch Italien. Donald Tusk und Giorgia Meloni haben Olaf Scholz in der Bedeutung überflügelt. Klar ist: Eine neue Berliner Regierung wird – egal, wer sie nach der Wahl stellt – lange rudern müssen, um die einstige deutsche Führungs­rolle in Europa zurück­zu­holen. +++ Europa im Blickpunkt


Israel und Irland bis aufs Blut zerstritten:

Schwere Verstimmung herrscht zwischen Israel und der Republik Irland. Die “grüne Insel” ist derzeit der einzige EU-Staat ohne diplo­ma­tische Vertretung des jüdischen Staates. Die Regierung in Jerusalem hatte ihre Botschaft Mitte Dezember einseitig geschlossen. Sie erhob den Vorwurf, die Staats- und Regie­rungs­führung in Dublin habe bei ihrer Kritik am Anti-Terror­krieg in Gaza „alle roten Linien“ überschritten.

Außen­mi­nister Gideon Saar nennt den irischen Premier­mi­nister Simon Harris „antise­mi­tisch“. Das Fass zum Überlaufen brachte die Forderung Irlands, der Weltge­richtshof (IGH) solle den Begriff Völkermord neu definieren. Ansonsten könne man Israel mit der bishe­rigen Deutung nicht verur­teilen. Israe­lische Beschäf­tigte in der irischen High-Tech-Branche erwägen angeblich die Kündigung. bbc.com

Irland verein­facht einen hochkom­plexen und tragi­schen Konflikt, isoliert Israel auf unfaire Weise und unter­gräbt die Integrität des Begriffs “Völkermord” – Maurice Cohen, Vorsit­zender der Vertretung Jewish Repre­sen­tative Council, fürchtet um das Wohl jüdischer Menschen in Irland  


Deutscher leitet EU-Mission in Syrien: 

Die Europäische Union (EU) schickt den deutschen Spitzen­di­plo­maten Michael Ohnmacht nach Damaskus. Er ist mit Arabien bewandert. Seine Aufgabe ist es, die Lage Syriens nach dem Umsturz zu sondieren. Das verlautete beim EU-Außen­mi­nis­terrat in Brüssel. Die islamis­ti­schen Macht­haber bleiben aber auf der EU-Terror­liste. br.de/nachrichten tagesschau.de

Für EU-Verhält­nisse waren wir doch ziemlich schnell – EU-Außen­be­auf­tragte Kaja Kallas auf die Frage, warum die EU jetzt erst Diplo­maten nach Syrien schickt

Europa Woche 2024/51

Europa Woche 2024/51

Kampf dem Online-Hass: 

Unter Koordi­nation der EU-Polizei­be­hörde Europol sind 18 europäische Justiz­be­hörden gegen Inter­net­aufrufe zu Hass und Gewalt vorge­gangen. Besonders im Fokus stand Hetze gegen ethno-religiöse Gruppen. Es war die bislang größte Aktion dieser Art. Die Fahnder identi­fi­zierten in Deutschland und anderswo mehr als 6.350 proble­ma­tische Links auf 46 Online-Platt­formen und 20 Webseiten. Im Rahmen der Aktion ging auch ein neuer Bericht über jihadis­tische Online-Propa­ganda an die Öffent­lichkeit. europol.europa.eu

Hilfe, mein Koffer ist weg!

Der Supergau einer Flugreise ist erreicht, wenn der Koffer am Zielort nicht vom Gepäckband rollt und verschwunden ist. Das passiert in Europa häufiger als in anderen Regionen, meldet der Luftver­kehrs­dienst­leisters Sita. Nach seinen Angaben gingen in Europa innerhalb eines Jahres 10,6 Gepäck­stücke pro 1.000 Passa­giere verloren, wurden beschädigt oder verspätet zugestellt. In Asien liegt die Quote nur bei drei Zwischen­fällen und in Nordamerika bei 5,8 pro 1.000 Fluggäste. 

Haupt­ur­sache ist in fast jedem zweiten Fall ein Fehler beim Umladen zwischen Flugzeugen. Fehler­hafte Tickets, Sicher­heits­pro­bleme oder Vertau­schungen spielen eine weitaus geringere Rolle. Da sich die Passa­gier­zahlen bis 2040 verdoppeln soll, sieht die Branche eine enorme Heraus­for­derung voraus. tagesschau.de

Wird unser Essen knapp?

Der Chef des Super­markt-Giganten Metro, Steffen Greubel, hat die sichere Versorgung Europas mit genügend Lebens­mitteln in Zweifel gezogen. Bei einer Presse­kon­ferenz sagte der Vorstands­vor­sit­zende, die langfristige Verfüg­barkeit von Lebens­mitteln sei eine größere Heraus­for­derung als deren Preis. 

Die Ursachen seien der Klima­wandel, politische Regularien und abneh­mende Viehbe­stände, berichtete Greubel. Bei Butter etwa führe das zu nicht kosten­de­ckenden Preisen und damit auf die Dauer zum Rückgang der Produktion. Und Zitrus­früchte müssten zunehmend aus Afrika impor­tiert werden, weil die EU-Produktion nicht ausreiche. Das Problem wirke sich bis in die Gastro­nomie aus. focus.de


Zuckerberg-Konzern muss zahlen: 

Erneut ist die EU-Kommission mit einer saftigen Millio­nen­strafe gegen den Facebook-Mutter­konzern Meta vorge­gangen. Der Social­Media-Betreiber muss 797,72 Millionen Euro Busse bezahlen, weil bestimmte Anzei­gen­ver­knüp­fungen als Verstoß gegen das Kartell­recht gewertet werden. Meta hat angekündigt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. 

Dies ist nicht die erste Strafe, die die EU gegen große Techno­lo­gie­un­ter­nehmen verhängt hat. Zuvor wurden bereits Apple und Google mit hohen Geldbußen belegt. Die EU hat erklärt, entschlossen gegen wettbe­werbs­wid­riges Verhalten im digitalen Sektor vorgehen zu wollen. faz.net


Russen-Öl fließt wie geschmiert:

Trotz EU-Sanktionen gelangen weiterhin bedeu­tende Menschen sibiri­sches Öl über europäische Häfen in den Westen. Das deckt eine Recherche der Zeitung „Ukrainska Prawda“ auf. Danach werden die Ladungen durch komplexe Trans­fer­systeme von Schiffen mit Flaggen von Panama und Liberia einge­führt. Diese Systeme passieren etwa über die EU- und NATO-Mitglieder Rumänien und Bulgarien.

Die Herkunft wird verschleiert, indem das russische Öl auf hoher See von Schiff zu Schiff übergeben wird. Auch ein Umweg über die Türkei spielt eine Rolle. Die Enthül­lungen werfen laut Beobachtern ernste Fragen über die Wirksamkeit der Sanktionen und die politi­schen Konse­quenzen auf. euractiv.com


EU will hoch hinaus:

Die Europäische Union hat mit dem Satel­li­ten­projekt Iris2 einen Schritt in Richtung digitaler Unabhän­gigkeit auch im Weltall gemacht. Laut EU-Vertei­di­gungs­kom­missar Andrius Kubilius entsteht ab 2020 eine Alter­native zum monopol­ar­tigen Starlink-Netzwerk des US-Milli­ardärs Elon Musk. Der bietet mit über 7000 Satel­liten weltweiten Internetzugang.

Das elf Milli­arden Euro teure EU-Projekt setzt anders als Starlink auf eine „Multi-Orbit“-Strategie. Dabei werden Satel­liten auf unter­schied­lichen Umlauf­bahnen in 400 bis über 6000 Kilometern Höhe positio­niert. Das ermög­licht hohe Leistung mit weniger Satel­liten. Für den Bau sind Verträge mit der EU-Raumfahrt­agentur ESA sowie den Firmen SES, Eutelsat und Hispasat unter­zeichnet worden. Kritiker beklagen zu viel Staats­ein­fluss in dem Konsortium. winfuture.de defence-industry-space.ec.europa.eu deraktionaer.de

Wir starten eine Vision eines stärkeren, stärker vernetzten und wider­stands­fä­hi­geren Europas – Das hofft EU-Vertei­di­gungs­kom­missar Andrius Kubilius

Europa Woche 2024/51

Einsame Jugend:

Party­machen ohne Ende – von wegen! Laut Bertelsmann-Stiftung ist die Einsamkeit unter jungen Menschen in Europa auf ein alarmie­rendes Niveau gestiegen. Mehr als die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen fühlt sich moderat bis stark allein. Besonders hoch ist der Anteil in Frank­reich mit 63 Prozent. In Deutschland beträgt er 51 Prozent – immerhin jeder zweite Befragte.

Die Konse­quenz des Isola­ti­ons­ge­fühls könne fatal sein, warnt die Stiftung. Einsamkeit verringert das Zugehö­rig­keits­gefühl zur Gesell­schaft. Außerdem fördere sie politische Entfremdung und Misstrauen. bertelsmann-stiftung.de

Maßnahmen zur Förderung sozialer und emotio­naler Kompe­tenzen fehlen besonders für junge Menschen - Bertelsmann-Experte Leander Berner fordert mehr Zuwendung

Europa Woche 2024/51

Europa Woche 2024/51

Europawoche 2024/35

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1 Euro pro EU-Bürger pro Jahr: Das entspricht etwa den jährlichen Kosten für die EU-Insti­tu­tionen und deren Betrieb. Echt? Ja. Und das ist ein Betrag, der überrascht, weil er relativ niedrig erscheint und die Vorur­teile. Auch überra­schend: Die jährlichen Ausgaben der EU entsprechen etwa 1 % des Brutto­na­tio­nal­ein­kommens (BNE) der EU. Dagegen liegen die natio­nalen öffent­lichen Ausgaben der Mitglied­staaten bei rund 50 % des BNE.

Europa Woche 2024/51

Europawoche 2024/35

Schwein gehabt!

Weil 100 Schweine im Frachtraum eines Flugzeugs von Amsterdam nach Mexiko-Stadt unerträglich stanken, musste der KLM-Flieger auf den Bermu­da­inseln zwischen­landen. Flugver­zö­gerung nach dem Lüften: 30 Stunden. Die 259 Passa­giere und die Crew flogen dann weiter – ohne Schweine… welt.de

Europa Woche 2024/51

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