Europa: Themen der Woche

(Europäische Union) – Die Macher in der Europäi­schen Union (EU) und Europa-Beobachter sind schwer beein­druckt von tausenden “Swifties”, die in Wien trotz abgesagter Konzerte ihres Stars Taylor Swift das Leben gefeiert haben. Und auch das hat die europäische Politik, die Medien und die Öffent­lichkeit vergangene Woche an- und umgetrieben:

  • Sicher­heits­experten besorgt: Zielt islamis­ti­scher Terror gegen Pop-Konzerte? Siehe unten.
  • Was tun die Luftwaffen mehrerer EU-Staaten (auch die deutsche) am Himmel in Indien? Scrolle runter.
  • Bulgarien will LGBTI*-freie Zone werden – Entsetzen in der Gay-Community … Details siehe unten.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Terror gegen Pop-Events?

Nachdem alle drei Konzerte des US-Weltstars Taylor Swift in Wien wegen aufge­deckter Terror­pläne abgesagt worden sind, fragen sich die Fans – Swifties genannt – und Beobachter, wie sicher Pop-Events in Europa sind. Zwei festge­nommene junge Männer mit Wurzeln in den islamisch geprägten Ländern Nord-Mazedonien und Türkei hatten nach inten­siver Vorbe­reitung geplant, in Selbst­mord­ab­sicht mit Spreng­stoff und Stich­waffen mitten unter fröhlichen Konzert­be­su­chern ein Blutbad anzurichten.

Sicher­heits­be­hörden warnen vor radika­li­sierten Einzel­tätern und kleinen Terror­zellen wie in Wien (siehe Meldung unten: “Krimi­na­lität”). Sie könnten sich – wie offen­sichtlich in Öster­reich – als Ordner, Anlie­ferer oder Securi­ty­kraft einschleichen. In der nächsten Swifties-Pilger­stätte London geht die Polizei unter­dessen alle Maßnahmen nochmals durch. Etliche Anhänger riefen auf sozialen Medien dazu auf, trotz Enttäu­schung Party zu machen. Ein Meer von Swifties versam­melte sich daraufhin singend in Wien. n‑tv.de

Islamisten hassen West-Lebensstil—Terror gegen Pop

Ist doch ein großar­tiger Tag, gleich­zeitig mit Taylor Swift am Leben zu sein. – Einer der Swifties in Wien sieht die Lage trotz Enttäu­schung positiv 

Swifties scheinen unendlich optimis­tisch zu sein!

IS-Terroristen wieder aktiv:

Die schon tot geglaubte radikal­mus­li­mische Terror­ver­ei­nigung „Islami­scher Staat“ scheint aufer­standen zu sein. Nach Erkennt­nissen von Sicher­heits­be­hörden – schon vor den Ereig­nissen in Wien, siehe oben – schleust das fanatische Netzwerk erneut anschlag­be­reite Schläfer nach Europa. Auch Deutschland sei ein Ziel, warnt der Bayerische Verfas­sungs­schutz. Der IS wird weltweit des Völker­mords an den Jesiden, der Zerstörung kultu­rellen Erbes der Menschheit und anderer Kriegs­ver­brechen beschuldigt.

Mehrere beken­nende Islamisten stehen als Verdächtige wegen konkreter Anschlags­planung in Düsseldorf vor Gericht. Sie sollen Wohnhäuser und stark belebte Plätze im Visier gehabt haben. Alle stammen aus Ex-Sowjet­re­pu­bliken und – so die Anklage –: Sie tarnten sich als Flüch­tende. br.de/nachrichten

Europas Wirtschaft

Europa hat ein Energieproblem: 

Die Vision eines russland­freien europäi­schen Energie­marktes bleibt bislang Illusion. Trotz der Ankün­digung, sich nach dem Einmarsch der Kreml-Armee in die Ukraine komplett von Kreml-Flüssig­erdgas (LNG) zu trennen, fließt der Brenn­stoff – bei vermin­derter Abhän­gigkeit – grund­sätzlich weiter. Es gibt auch nach wie vor kein Einfuhr­verbot für Gasim­porte aus Russland. 

Das Problem: Ausgleichsim­porte aus Ländern wie den USA werden immer knapper, weil die preis­be­wussten US-Versorger lieber zahlungs­kräftige Kunden in Asien beliefern, als mit Europa zu feilschen. Laut dem Portal Bloomberg könnte Russland in Kürze wieder Europas größter LNG-Lieferant werden. merkur.de

China-Roboter robben heran: 

Der chine­sische Top-Roboter­her­steller Estun (Nanjing) springt jetzt aus dem Reich der Mitte mitten nach Europa. Seit wenigen Tagen betreibt er in der Schweiz eine eigene Tochter­ge­sell­schaft für Vertrieb und Service. Damit kann Estun seine hiesigen Kunden ohne lange Umwege ebenso gut betreuen, wie einhei­mische Firmen. 

Um Europa aufzu­mi­schen hat sich der chine­sische Automa­ti­sie­rungs­konzern einen weltweit vernetzten Top-Manager als CEO ins Boot geholt: Gerald Mies. Der war beim deutschen und mittler­weile chine­si­schen Roboter­fa­bri­kanten Kuka (Augsburg) führend tätig. vdi-nachrichten.com

EU-Luftwaffen am indischen Himmel aktiv:

Marshal Vivek Ram Chaudhari, Chef der indischen Luftwaffe, mit Amtskollege General­leutnant Ingo Gerhartz

Vor dem Hinter­grund zuneh­mender geopo­li­ti­scher Spannungen führen europäische Luftstreit­kräfte erstmals gemeinsame Manöver mit Indien durch. An der Übung “Tarang Shakti” nehmen die drei EU-Länder Deutschland, Frank­reich und Spanien sowie Großbri­tannien teil. Besondere Heraus­for­derung für die fünf deutschen Eurofighter und einen A400M-Trans­porter: Lange Flugzeiten mit regel­mä­ßiger Luftbe­tankung und ungewohntes Wetter. 

Beobachter sehen in dem einwö­chigen Test eine Reaktion auf das expan­sio­nis­tische Verhalten Chinas, das Grenz­strei­tig­keiten mit seinem Nachbarn Indien hat, um notfalls auch von dort aus starten zu können. web.de/ defence-network.com

Ukraine in Gefahr: 

Der Vertei­di­gungs­kampf der Ukraine gegen das einmar­schierte Russland ist an einigen Abschnitten in eine Abwehr­krise geraten. Das berichtet die opposi­tio­nelle russische Inter­net­zeitung Meduza aus dem Redak­ti­onsexil in Lettland. Danach haben russische Truppen an einer etwa 100 Kilometer langen Linie um die Stadt Awdijiwka ukrai­nische Einheiten zum Rückzug gezwungen. 

Damit ist ein wichtiges Armee-Logis­tik­zentrum in Gefahr. Auch in weiteren Gebieten drohen Einkes­se­lungen. Das Magazin beruft sich auf Satel­li­ten­bilder und hat die Situation auf seiner Website publi­ziert. meduza.io 

Weiter nördlich bei Kursk zeigt sich ein verwirrend anderes Bild: Dort sind rund 1.000 ukrai­nische Soldaten erstmals auf russi­sches Gebiet vorge­drungen. Sie greifen die völlig überraschten Kreml-Truppen auch mit Panzern an, die aus Deutschland geliefert worden sind. Putin reagiert sichtbar verstört und seine Armee erleidet schwere Verluste… Hier das Neuste zur Lage.

Wir sind der Meinung, dass die Ukraine einen recht­mä­ßigen Vertei­di­gungs­krieg gegen eine illegale Aggression führt.Ein Sprecher des EU-Außen­be­auf­tragten Josep Borrell

1,79

So viele Kinder gebären Franzö­sinnen durch­schnittlich in ihrem Leben (Gebur­ten­ziffer). Sie liegen damit im EU-“Medaillenspiegel” vorn vor Rumänien und Bulgarien. Deutschland folgt mit 1,46 Babies pro Frau auf Platz 15 von 27. Details bei Klick.

Entsetzen über LGBTI*-Gesetz: 

Verbände der europäi­schen Gay-Community protes­tieren gegen das Parlament in Bulgarien, weil es das wohl schärfste Anti-Homose­xu­ellen-Gesetz der Europäi­schen Union beschlossen hat. Die Abgeord­neten in Sofia hatten Mittwoch­abend mit großer Mehrheit für eine Änderung des Bildungs­ge­setzes gestimmt. Danach ist jede Infor­mation über LGBTI* staatlich verboten. 

Die inter­na­tionale Schutz­or­ga­ni­sation Forbidden Colours macht darauf aufmerksam, dass die Idee für den Beschluss von der pro-russi­schen Partei Vasrad­schdane (Wieder­geburt) stammt. Die Regelungen seien „ein direkter Angriff auf die grund­le­genden Menschen­rechte“ und erfor­derten ein EU-Vertrags­ver­let­zungs­ver­fahren gegen Bulgarien. schwulissimo.de

Entwöhnung für Suchtmittel TikTok: 

Auf Druck der Europäi­schen Kommission hat die Video­plattform TikTok der dauer­haften Entfernung des umstrit­tenen Beloh­nungs­systems „TikTo­kLite“ im EU-Gebiet zugestimmt. Brüssel hatte wegen mutmaß­licher Sucht­ge­fahren für Minder­jährige gravie­rende Bedenken geäußert und hohe Strafen angedroht. Daraufhin knickte TikTok ein. 

Das Problem: Wer sich bei dem Social­Media-Dienst regis­triert, stundenlang Videos anschaut oder Freunde einge­laden hatte, wurde mit digitalen „Münzen“ belohnt, die im Online­handel eingelöst werden können. Ein weiteres Verfahren gegen TikTok wegen anderer Sucht­ge­fahren läuft noch. web.de

Die heutige Entscheidung ist auch eine klare Botschaft an die gesamte Social-Media-Branche – Wettbe­werbs­kom­mis­sarin Margrethe Vestager gibt nicht nur TikTok einen Schuss vor den Bug

Bier-Medaillen vergeben:

Deutschland, Russland und in weitem Abstand Spanien sind die “Medail­len­ge­winner” beim europäi­schen Bierausstoß. Das zeigen Erhebungen. de.statista.com


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