Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin – Die terror­be­dingte Absage der drei Taylor-Swift-Konzerte in Wien löst die bange Frage aus: Sind Pop-Events in Europa noch sicher? Eine Kurzbetrachtung.

Titelbild KI-generiert

Europa Flagge Kommentar EU-Kommission

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Es ist knapp eine Woche her, dass fast 200.000 zum Großteil weltweit angereiste Fans des US-Super­stars Taylor Swift wegen eines aufge­deckten Massen­mord­plans nicht ins Stadion konnten. Seit der richtigen Entscheidung der Veran­stalter schwirrt eine bange Frage herum: Sind Popevents in Europa noch sicher?

Fakt ist: Seit über einem Jahrzehnt zielt Islamis­ten­terror auf musika­lische Symbole freien Lifestyles:

2015 Paris, Konzert mit Eagles of Death Metal (EoDM) im Club Bataclan und fünf andere Orte: 130 Tote. 2017 Manchester, Konzert mit Ariana Grande, Manchester Arena, England: 23 Tote. 2023: Reʿim, Israel, Supernova-Festival: 350 Tote. März 2024: Krasno­gorsk bei Moskau, Konzert mit Picnic, Crocus Hall: 133 Tote.

Die destruk­tiven Kräfte lauern mitten unter uns. Sie reisen nicht ein, sondern sind schon da. Besonders anfällig: Teenager aus migran­tisch verwur­zelten Familien, sagen Europas Sicher­heits­be­hörden. Radika­li­sierung durch einhäm­mernde Videos auf Social­Media. Es ist kein weiter Weg von hasserfüllten pro-terro­ris­ti­schen Demos, angeeig­neten Uni-Räumen und Kalifats-Kundge­bungen bis zu Attentatsfantasien.

Als ich ein kleines Mädchen war, habe ich Märchen gelesen. Der Bösewicht trägt immer einen schwarzen Umhang. Dann wirst du erwachsen und stellst fest, dass der Bösewicht keinen schwarzen Umhang trägt und nicht leicht zu erkennen ist.Taylor Swift

Die Swift hat so etwas geahnt: Sie habe „große Angst“ vor ihrer Welttournee gehabt, sagte die 34-jährige Popkünst­lerin in einem Interview. „Weil ich nicht wusste, wie wir drei Millionen Fans sieben Monate lang schützen sollten.” Weltweit schwitzen jetzt Experten genau daran.

Taylor Swift Swifties Person of the year

Auf der anderen Seite sind die Swift-Fans, die „Swifties“, ein Impuls dafür, wie man sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Trotz Tränen und entsetz­licher Enttäu­schung versam­melten sich nach der Absage mehrere Tausend nahe vom Wiener Stephansdom und sangen fröhlich Lieder ihres Idols.

Die Swift , seit heute (Freitag) planmäßig an fünf Abenden im Londoner Wembley-Stadio wieder am Start, trägt nach eigenen Angaben stets einen Armee­verband gegen Schuss- oder Stich­wunden mit sich herum. Sie hat sich – zur Enttäu­schung vieler Fans – vor diesen Shows nicht über das für viele bittere Desaster in Wien geäußert. Das wirft einen Schatten auf ihre bislang gerühmte Sensi­bi­lität gegenüber den Anhängern. 

Aber in einem früheren Interview hatte die Swift eine Richtung vorgegeben: 

Wir müssen mutig leben, um uns wirklich lebendig zu fühlen.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung


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