Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin. Heutiges Stichwort: Biodi­ver­sität. Es geht um den EU-Plan, große Teile in Europa an die Natur zurück­zu­geben. So entstehen Schutz­räume für Flora und Fauna. 

Bilder KI-generiert

Europa Flagge Kommentar EU-Kommission

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Eine der größten europäi­schen Umwelt­auf­gaben der nächsten Jahre ist die Umsetzung der EU-Biodi­ver­si­täts­stra­tegie. Bis 2030 sollen mehr als 30 Prozent unserer Land- und Meeres­flächen sanft bewirt­schaftete Schutz­ge­biete werden. Auf zehn Prozent sollen sich Tier- und Pflan­zen­arten ungestört nach Laune der Natur entwickeln.

Das ist ein ehrgei­ziges Ziel. Das Europäische Parlament hat die Verordnung voriges Jahr erst nach heftigen Kompro­missen und Kämpfen verab­schiedet. Der Argwohn bei Landwirt­schaft und Fischerei hält bis heute an. Sie kriti­sieren unter anderem die Pflicht zur weiteren Reduzierung von Unkraut­ver­nichtern und Einfluss auf Fanggründe.

Biodiversität – wo genau?

Freuen dürfen sich die Baumschulen. EU-weit sollen innerhalb von sechs Jahren drei Milli­arden Bäume in die Erde kommen. So soll Europa grüner werden und zwischen Blättern neuer Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere wachsen.

Europa EU Biodiversität

Spannend wird sein, wo genau solche Natur­re­fugien entstehen sollen. Forscher arbeiten mit Hochdruck an Vorschlägen. Erste Erkennt­nisse zeigen, dass Nordeuropa für mehr Biodi­ver­sität eher in Frage kommt als der Süden. Dort gibt es viele Landstriche und Wälder, die nach der Nutzung durch den Menschen aufge­geben wurden. Oder in denen kaum eine Menschen­seele lebt.

Biodiversität bringt Konflikte

Einige Zonen werden sich leicht renatu­rieren lassen, wie die Meere. Sie kann man einfach sich selbst überlassen. Andere brauchen einen Anstoß, etwa die gezielte Wieder­an­siedlung verschwun­dener Tierarten.

Konflikte kann es dort geben, wo mehr Privat­ei­gentum als Staats­ei­gentum vorhanden ist. Es bleibt abzuwarten, ob örtliche Wider­stände und Existenz­ängste bis 2030 abgebaut werden können. Sollte dies gelingen, wird es spannend zu beobachten sein, wie Europa in weiten Teilen sein Gesicht verändert.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung


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