Europa: Themen der Woche
(Europäische Union) – Das hat die Politik in Europa, die Europaeische Union, und die EU-Öffentlichkeit vergangene Woche an- und umgetrieben:
- Putin zielt mit Atomraketen seit Langem auf Europa. Siehe unten.
- China wehrt sich mit juristischen Mitteln gegen EU-Strafzölle: Scrolle runter.
- Trump erläutert seine Ukraine-Politik … Details siehe unten.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Es war erwartbar …
… und beunruhigt dennoch. Seit über zehn Jahren trainiert Russland seine Marine offenbar für Atomwaffeneinsätze in ganz Europa. Das könne aus Geheimdokumenten des Kremls geschlossen werden, berichtet die angesehene Zeitung „Financial Times“ (London). Auch Bundeswehrstandorte in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen befänden sich im Visier.

Die Unterlagen stammen den Angaben zufolge aus den Jahren 2008 bis 2014. Das ist lange vor dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Kreml-Armee in die Ukraine. Damals galt Russland als relativ gemäßigt und Moskau gehörte zu den G8-Staaten.
Nun fragen sich Insider: Wie lange schon saß der Westen einer gigantischen Fehleinschätzung auf? t‑online.de twitter.com/FT

Wer wird Frankreich regieren?
Mit Spannung blickt Europa nach Paris: Präsident Emmanuel Macron muss entscheiden, wer Premier an seiner Seite sein soll. Im Fokus sind drei Namen, von denen aber keiner eine Parlamentsmehrheit hätte. politico.eu
- Lucie Castets ist eine unbekannte grüne Pariser Top-Beamtin ohne politische Erfahrung. Sie steht für das Linksbündnis Neue Volksfront (NFP), dem 193 der 577 Sitze zugefallen sind.
- Bernard Cazeneuve ist ein Ex-Sozialdemokrat, der schon unter François Hollande kurz als Regierungschef diente und den die Linke nicht mag.
- Xavier Bertrand als Konservativer könnte eine Koalition mit 213 Sitzen rechts der Mitte unter Beteiligung der liberalen Macronisten bilden. Er war Gesundheits- und Arbeitsminister bei Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy und könnte sich bürgerlich gegen die Rechtsextremen positionieren.
EU ruft Musk zur Ordnung:

Die Europäische Union ist erneut auf Konfrontation mit US-Tech-Milliardär Elon Musk gegangen. Verbraucherkommissar Thierry Breton hat den Eigentümer der SocialMedia-Plattform X (ehemals Twitter) schriftlich vor empfindlichen Strafen gewarnt. Er müsse illegale Inhalte unterbinden. Der Franzose bezog sich unter anderem auf die jüngsten Anti-Ausländer-Gewaltausbrüche in Großbritannien. Sie waren auch durch Falschmeldungen und Hassposts auf X ausgelöst worden.
Breton forderte Musk auf, wirksame Kontrollen sicherzustellen und Brüssel darüber Bericht zu erstatten. Die Europaeische Union könnte eine Geldbuße in Höhe von bis zu sechs Prozent des X‑Weltjahresumsatzes verhängen. Erst kürzlich hatte Breton die Plattform wegen intransparenter Praktiken bei der Nutzergewinnung ermahnt. handelsblatt.com
Geh einen großen Schritt zurück und fick dich buchstäblich ins Gesicht. - Mit diesem Filmzitat antwortet Elon Musk auf Drohungen von EU-Kommissar Thierry Breton, siehe twitter.com/elonmusk
Friedensappell Europas gescheitert:
Das Régime der Mullahs im Iran weist europäische Bitten um Mäßigung im Konflikt mit Israel rüde zurück. Wie jetzt bekannt wurde, waren Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer tätig geworden. Sie hatten den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefonisch aufgefordert, eine weitere Militäreskalation im Nahen Osten zu verhindern.
Die Aufforderungen seien „unlogisch“, sagte ein Sprecher in Teheran. Im Übrigen brauche der Iran weder Rat noch Erlaubnis aus dem Ausland. Damit bleibt eine bange Frage: Ob und wie antwortet der Iran auf die Tötung des Hamas-Anführers Ismail Haniyeh in Teheran. Israel hat sich dazu übrigens nicht bekannt. prosieben.de

China verklagt Europa:

Die Regierung in Peking hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) Einspruch gegen die EU-Strafzölle auf importierte E‑Autos aus China eingelegt. Damit wolle sie „die Rechte und Interessen der chinesischen Elektrofahrzeugindustrie schützen”. Außerdem wolle China “die globale Zusammenarbeit bei der grünen Transformation fördern”, melden Quellen auf X (vormals Twitter).
Inwiefern es sich noch nur um Drohgebärden in dem schwelenden Handelsstreit handelt, ist unklar. Die EU-Kommission hat Sanktionszahlungen in Höhe von 100 Prozent auf chinesische E‑Fahrzeuge verhängt. Grund: Europa möchte nicht den Abverkauf staatlich subventionierter „Überkapazitäten” zum Schaden der EU-Industrie hinnehmen. Die Maßnahme ist nicht nur in der deutschen Wirtschaft umstritten. derstandard.de twitter.com/zhngzhn
China trickst bei Zollstreit:
Mit Fabriken innerhalb der Europäischen Union will die Volksrepublik China der europäischen Abschottungspolitik entgegenwirken. Die will den ungebremsten Warenstrom aus dem Reich der Mitte entgegenwirken. Damit fielen ihre Produkte nicht mehr unter die EU-Zollsanktionen.
Erste willige EU-Regierungen gibt es schon: So darf E‑Auto-Marktführer BYD eine Produktion im EU-Abweichlerland Ungarn aufbauen. Chery Automobile hat sich in Katalonien, Spanien, eingekauft. Auch Polen steht auf der chinesischen Investitionsliste im Bereich Europaeische Union, überlegt aber noch. merkur.de
EU und Mercosur sind willig:
Seit zwei Jahrzehnten ringen die Europäische Union und die südamerikanische Staatengemeinschaft Mercosur um ein Freihandelsabkommen. Nun soll sich die Blockade bei den Verhandlungen gelockert haben.

Laut Beobachtern ist der Durchbruch möglich, weil Europaeische Union und Mercosur bereit sind, bisherige rote Linien zu überschreiten. So sollen Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay bestimmten EU-Klima- und Umweltschutzforderungen entgegenkommen. Bis der angestrebte Markt von 780 Millionen Menschen entsteht, dürften wohl dennoch einige Wässer den Rhein und den Amazonas hinunterfließen. trans.info

0,1
Das ist die Prozentzahl für den Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) Deutschlands. Schätzungen der EU-Statistikbehörde Eurostat zufolge ist der BIP-Durchschnitt in den 20 Ländern des gemeinsamen Währungsraums um 0,6 Prozent gestiegen. Spitzenreiter ist Spanien mit positiven 0,8 Prozent. wiwo.de

Trump erneuert Geldforderungen:

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat nochmals konkretisiert, dass er von Europa mehr eigene Anstrengungen zur Verteidigung der Ukraine erwartet. In einem Interview vermied es der rechtspopulistische Republikaner aber, Kürzungen der US-Hilfe anzukündigen. Er halte es aber für „unfair“, dass die USA „unverhältnismäßig mehr“ zur Verteidigung Europas ausgeben als die beteiligten Staaten selbst. „Das ergibt keinen Sinn und ist ein angemessener Punkt, den man ansprechen sollte.” politico.eu

Ich sage: ‘Warum gleicht ihr das nicht aus?’ Warum zahlt ihr Europäer nicht das, was wir zahlen?’ - Trumps Ziel ist nicht Abkehr von der Ukraine, sondern eine neue Finanzaufteilung

Bullenhitze wird Routine:

Die Menschheit kann sich offenbar in gewissem Maße an zunehmende Hitze anpassen. Das geht aus einer spanischen Studie hervor, die in der britischen Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht worden ist. Danach sind Menschen heute weniger hitzeanfällig als noch vor wenigen Jahrzehnten. Grund: Sozioökonomischer Fortschritt, verbessertes individuellen Verhalten und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen.
Dennoch verzeichnen die Wissenschaftler verheerende Folgen für 2023, dem weltweit wärmsten je gemessenen Jahr. Allein die Europaeische Union beklagt mehr als 47.000 Hitzetote. Am schlimmsten betroffen waren Griechenland (heute 38°C erwartet), Bulgarien und Italien. Deutschland kam relativ gut weg. tagesschau.de

Kirchenkampf in der Ukraine:
Der mit dem Kreml verbundenen orthodoxen Kirche in der Ukraine könnte das Aus drohen. Das hat Präsident Wolodymyr Selenskyj am Wochenende angedeutet. Er kündigte vage an, „die geistige Unabhängigkeit der Ukraine“ stärken zu wollen.
Nach dem Einmarsch Russlands hatte die bis dahin führende Traditionskirche eine massenhafte Abkehr verzeichnet. Erstarkt ist dagegen eine konkurrierende ukrainische Institution. Sie ist inzwischen in der Minderheit. Die ukrainische Führung beschuldigt die bislang tonangebende Orthodoxie der „Vergiftung öffentlicher Meinung“. Gegen Dutzende Geistliche laufen Strafverfahren, unter anderem wegen Hochverrats. Kritiker befürchten eine Einschränkung der Religionsfreiheit. euractiv.com

Sumpf-Fußball…

… ist ein Grund nach Finnland zu reisen. In Hyrynsalmi wird jedes Jahr im Sommer die Fußball-Sumpf-WM ausgetragen. Für die Spieler ein Schlammbad…
Entdecke mehr von http://www.european.expert
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E‑Mail zu erhalten.
