Europa im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kommentar für FORUM – Das Wochen­ma­gazin – Heute geht es um Europa nach der ersten Runde der Parla­mentswahl in Frank­reich, die für ganz Europa eine Heraus­for­derung ist 

Titelbild: KI-generiert

Europa Kommentar

Der Wahlausgang in Frank­reich zeigt: Kein Land in Europa lebt in politi­scher Glück­se­ligkeit. Überall wollen volks­tü­melnde Kräfte die Macht angreifen. Bislang tonan­ge­bende Politiker und Parteien wirken ratlos. Populisten nutzen das aus.

In Paris hat die rechts­extreme Präsi­dent­schafts­aspi­rantin Marine Le Pen ein auf jung gebürs­tetes Natio­na­lismus-Startup aufge­stellt. Hinter der „bürger­lichen“ Fassade geht es knallhart zu. So stellt Le Pen den Amtsin­haber Emmanuel Macron als Armee-Oberkom­man­die­renden in Frage.

Der adrette Premier­an­wärter Jordan Bardella und seine politische Mutter wollen letztlich die Staats­ordnung unseres Nachbar­landes angreifen. Das ist für uns brisant, weil Le Pen pro-russische und anti-deutsche Narrative pflegt.

Die Stich­wahlen am Sonntag werden zeigen, ob der deutsch-franzö­sische Motor abgeschaltet wird. Und so, wie in Frank­reich, sind Klarheiten EU-weit in Gefahr. Dabei bräuchten wir in diesen unruhigen Zeiten Stabilität. 

Frankreich Rassamblement Le Pen Bardella Kommentar
Die politische Mutter und ihr Ziehsohn

Die Wirtschaft mahnt, sich mehr um „Wettbe­werbs­fä­higkeit“ (compe­ti­ti­veness) zu kümmern. EU-Großpro­jekte wie Vertei­digung, Digita­li­sierung oder Klima­schutz sind nur zu meistern, wenn die Wirtschaft tickt und brummt. Das bringt sozial abgefe­derte Jobs, mehr Steuer­ein­nahmen und weniger genera­ti­ons­schäd­liche Staatsverschuldung.

Die anste­hende Präsi­den­tenwahl in den USA könnte alles weiter durch­ein­an­der­wirbeln. Überdies wird uns die Ukraine wegen des unfried­lichen Nachbarn Russland weiter in Atem halten. Dazu kommen Ränke­spiele Chinas und Folgen regio­naler Konflikte wie in Nahost inklusive Migration.

Die EU steckt im „Trilemma“. Sie muss zugleich Sicherheit, Nachhal­tigkeit und Wirtschaftswohl sichern. Je insta­biler die EU ist, desto schwächer sind wir alle. Das bedeutet enorme Kraft­an­stren­gungen. Können wir die packen?

Ein Kommentar von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

Europaflagge


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