Europa Korruption Huawei: “Im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin. Heute: Tech-Riese Huawei (China) soll im Europa­par­lament versucht haben, EU-Abgeordnete zu bestechen. Das zeigt Mängel im EU-Korrup­ti­ons­schutz. Ich habe dazu eine Meinung .… 

Europa Korruption Huawei

Europa Europäische Union Flagge

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Von Wolf Achim Wiegand

Europa Korruption Huawei

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Moin, liebe Mitmen­schen in Europa,

Seit Wochen erschüttert ein medial unter­schätzter Skandal das Europäische Parlament: Huawei-Gate. Der Fall enthüllt die schamlose Einfluss­nahme des chine­si­schen Techno­lo­gie­riesen Huawei. Zugleich legt er die porösen Schutz­me­cha­nismen der EU-Demokratie schonungslos bloß.

Der Huawei-Europachef persönlich steht unter Anklage. Vorwurf: Er habe ein Netz aus Lobby­isten aufgebaut, um Abgeordnete zu bestechen. Ermitt­lungen, die im März 2025 mit Razzien in Belgien und Portugal begannen, deckten Korruption, Geldwäsche und Dokumen­ten­fäl­schung auf. Bis zu 15 Abgeordnete sollen chine­sische Inter­essen über europäische gestellt haben – ein unver­zeih­licher Verrat an den Wählern.

Die Vorwürfe sind alarmierend und werfen ernst­hafte Fragen über die Integrität unserer Insti­tu­tionen auf. – Daniel Freund, Europa­ab­ge­ord­neter der Grünen

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Huawei-Gate ist kein Einzelfall, sondern ein System­ver­sagen. Ein Konzern, der seit Jahren wegen Spiona­ge­ver­dachts für Peking in der Kritik steht, spaziert ungehindert durch Brüssels Korridore. Schon 2019 warnte die EU vor Huawei als Sicher­heits­risiko für 5G-Netze. Doch dem Unter­nehmen gelang es, politi­schen Einfluss zu erkaufen. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der europäi­schen Integrität.

Die Reaktion des EU-Parla­ments? Eine schwarze Liste für Huawei-Lobby­gruppen, verhängt am 24. April 2025. Doch das ist Augen­wi­scherei. Über Dachver­bände bleibt Huawei aktiv, und seine Technik ist weiter in EU-IT-Systemen verankert, trotz bekannter Sicherheitsbedenken. 

Die EU muss ihre Abhän­gigkeit von chine­si­scher Techno­logie dringend überdenken – es ist ein Armuts­zeugnis für eine Union, die sich als Werte­ge­mein­schaft rühmt. - So sieht es Marga­ritis Schinas, einstiger Vizeprä­sident der EU-Kommission und Ex-Kommissar für die Förderung des europäi­schen Lebensstils.

Das Kernproblem: Das EU-Parlament pflegt ein System, das Korruption geradezu einlädt. Trans­pa­renz­regeln sind lückenhaft, das Ethik­gremium ein zahnloser Papier­tiger. Verstöße bleiben straffrei, wie schon beim Katar-Gate-Skandal 2022, als Parla­ments­vi­ze­prä­si­dentin Eva Kaili inhaf­tiert wurde. Drei Jahre später? Ermitt­lungen schleichen dahin, Verdächtige wie Kaili sind frei, und die Beweislage wird wegen Verfah­rens­fehlern infrage gestellt.

Die EU hat aus Katargate nichts gelernt. Ohne unabhängige Kontrolle wird sich nichts ändern. – Das analy­siert Trans­pa­rency Inter­na­tional in einem Bericht vom März 2025.

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Hintergrund:

Die Anfäl­ligkeit der EU für Korruption wurzelt in ihrer Struktur. Laut Lobby­Control treffen sich Abgeordnete jährlich mit Tausenden Lobby­isten, doch nur ein Bruchteil dieser Kontakte wird offen­gelegt. Das Trans­pa­renz­re­gister, einge­führt 2011, bleibt freiwillig und unzureichend. 

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Dazu kommt die geopo­li­tische Dimension: Chinas wachsende wirtschaft­liche Präsenz in Europa wirkt sich aus. Durch Inves­ti­tionen in kritische Infra­struktur erhöht sich das Risiko auslän­di­scher Einfluss­nahme. Huawei allein beschäf­tigte 2023 über 100 Lobby­isten in Brüssel, wie die Financial Times berichtete.

Fazit:

Huawei-Gate zerstört das Vertrauen in die gesamte EU und zeigt ihre Ohnmacht, Lobby­ismus zu bändigen. Es ist ein Weckruf!

Nur eine unabhängige Ethik­kom­mission kann die Glaub­wür­digkeit des Europäi­schen Parla­ments retten. Scharfe Sanktionen gegen Übeltäter sind notwendig. Ebenso erfor­derlich: Ein Ende der Naivität gegenüber autokra­ti­schen Akteuren wie China. Sonst bleibt Brüssel ein Spielball für die, die am lautesten zahlen.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

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