Europa Raumfahrt: “Im Blick­punkt – Wiegand wills wissen” – Kolumne für FORUM – Das Wochen­ma­gazin. Heute: Die Europäische Union (EU) gibt Gas in Richtung Weltraum. Damit erwacht ein schla­fender Riese – endlich, finde ich! 

Europa Raumfahrt

Europa Europäische Union Flagge

Europa im Blickpunkt
Wiegand wills wissen

Von Wolf Achim Wiegand

Europa Raumfahrt

Europa Raumfahrt

Moin, liebe Mitmen­schen in Europa,

dass Europa unabhän­giger von den USA werden muss, ist eine Binsen­weisheit. Aller­dings richtet sich der Blick meistens auf Handel und Vertei­digung. Dabei ist längst ein Wettbewerb auch hoch über uns entbrannt, jenseits aller irdischen Heraus­for­de­rungen – im Weltraum.

Jahrzehn­telang hat die „Alte Welt“ das All den USA überlassen. Nach Mondlandung und Inter­na­tio­naler Raumstation (ISS) hielt man die Pionier­nation für unein­holbar. Auch die Kommer­zia­li­sierung mit SpaceX & Co. füllte nur das Haben­konto der Verei­nigten Staaten.

Inzwi­schen ist klar: Monopole machen verwundbar. Wer keine konkur­renz­fä­higen Träger­ra­keten bauen kann, um Satel­liten und Menschen in den Himmel zu bringen, verliert an Einfluss. Zu wichtig sind inzwi­schen orbit­ge­stützte Erdsysteme. Dazu gehören Navigation, Wetter­be­ob­achtung oder Banken­dienste, die atomgenaue Zeitstempel aus GPS-Satel­liten für Finanz­trans­ak­tionen nutzen.

Die Europäische Weltraum­or­ga­ni­sation (ESA, 23 Mitglieds­länder) tat sich lange schwer mit innova­tiven Projekten. Die Behörde schei­terte am eigenen Verwal­tungs­wesen. Und der Politik mangelte es an Einsicht für Geldfrei­gaben. Das hat sich gründlich geändert.

Selbst die – ansonsten wenig inspi­rie­rende – neue Deutschland-Koalition aus CDU, CSU und SPD hat die Zeichen der Zeit erkannt. Die künftige Bundes­re­gierung unter Friedrich Merz (CDU) wird ein Forschungs­mi­nis­terium einrichten. Ein Ressort­schwer­punkt: Raumfahrt.

Der Himmel im galak­ti­schen Koordi­na­ten­system / Foto: ESA

Heute, im 50. Jahr des ESA- Bestehens, ist Raumfahrt in Europa als “kritische Infra­struktur” anerkannt (auch militä­risch). Privat­lö­sungen und Start-ups sind Teil des ESA-Programms.

Die politi­schen Entwick­lungen unter US-Präsident Donald Trump begüns­tigen, dass Europa seine Eigen­stän­digkeit in der Raumfahrt stärkt. Die Bundeswehr soll ihre Satel­liten nicht mehr nur mit EU-Gegner Elon Musk ins All bringen können… 

Somit dient Raumfahrt der Resilienz und Unabhän­gigkeit Europas und erfährt endlich die notwendige Wertschätzung.

Eine Kolumne von Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung

Demnächst mehr aus Europa.

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