Europa Woche 2025/07: Aktuelles über Europäisches Parlament, die Europäische Union und die EU-Kommission sowie Drumherum. Meine Nachrichtenauswahl ⤵️
Europa Woche 2025/07

- Mit einer Salve an Maßnahmen und Ankündigungen hat sich US-Präsident Donald Trump auf Europa eingeschossen. Der Kontinent reagiert verärgert und besorgt. Scrolle⤵️.
- Gaspreise im Steilflug nach oben. EU-Verbraucher müssen künftig noch höhere Energiekosten zahlen. Mehr ⤵️.
- Ganz Europa leidet an Wohnungsmangel. Jetzt greift Brüssel ein. Details: Unten ⤵️.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND (Titel: KI)

Europa Woche 2025/07
Europas Katzenjammer:
Die heute in München beginnende Sicherheitskonferenz MSC ist überschattet von europäischen Sorgen. Sie betreffen den harten Kurswechsel der USA bei den Konfliktthemen Ukraine und Verteidigung. Trump will den Krieg persönlich mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin klären.
- Europa soll den Großteil der Folgekosten tragen.
- Die Ukraine soll aus der NATO herausgehalten werden.
- Es werden keine US-Friedenstruppen stationiert.

EU-Diplomaten sind besorgt, sie könnten von den Verhandlungen ausgeschlossen sein. Präsident Wolodymyr Selenskyj als Hauptbetroffener erhofft zwar tapfer einen “wahren Frieden”. Doch Bundeskanzler Olaf Scholz nennt Trumps Vorschlag “sehr egoistisch”.
NATO-Experten sind zudem entsetzt über die Forderung, die Militärausgaben der Allianz-Mitglieder auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung anzuheben. Etliche Länder haben dazu keine Finanzkraft. zeit.de n‑tv.de/mediathek
Jeder US-Präsident wusste, dass transatlantische Sicherheit sowohl den USA als auch Europa zugutekommt. Trump scheint zu glauben, er wisse es besser. Die Geschichte wird über diese Entscheidung urteilen. – Sir Robert Wallace ist Ex-Verteidigungsminister des UK und schäumt über Trump


Das Europa, das wir bis vor Kurzem kannten, ist Geschichte. Ein Jahrzehnt nach seinem ersten Auftritt hat Donald Trump uns in den Graben getreten. Er kann das, weil die Schlafenszeit Europas genauso lange dauerte. Trotz Weckrufen von Experten und lauten Rufen, der Ukraine massiv beizustehen, haben wir weiter geschlummert.
Nun wachen wir jäh auf im Matsch einer Welt, die sich zwei Oligarchen aufteilen. Putin lacht schon jetzt beim Gedanken an das bevorstehende Zerstückeln der Ukraine. Trump träumt von eigenen Filetstücken. Für uns in Europa bleibt die Rechnung übrig – inklusive einer kalten Dusche aus dem Sektkübel der beiden Dealmaker, die sich bald im Kreml treffen wollen.
Europa wirkt wie ein beißgehemmter begossener Pudel. Im deutschen Wahlkampf streiten wir indessen um Schnickischnacki. Europa, wir haben versagt. (waw)
Transatlantischer Angriff:
Die Trump-Administration greift Europa gezielt in der Informationstechnologie an. Das sagen Experten, nachdem große US-Techkonzerne bestimmte Maßnahmen bei Meinungsplattformen getroffen haben. Außerdem betonen sie die rüde Haltung der USA, die US-Vizepräsident JD Vance in Paris dargelegt hat. Er plädierte für eine weitgehend ungeregelte Künstliche Intelligenz (KI) – Europa könne mitmachen oder draußen bleiben.
Die Befürchtungen Europas betreffen hauptsächlich politische Folgen. Sie drehen sich auch um hierzulande unerwünschte gesellschaftliche Konsequenzen. Dazu gehören der mangelnde Schutz gegen Hassrede und Desinformation auf Plattformen wie Meta, Google oder TikTok. Das berge die Gefahr einer politisch gesteuerten digitalen Öffentlichkeit, die demokratische Prozesse verzerren könnte. Zusätzlicher Druck entsteht durch rechtspopulistische Bewegungen, die das Abschwächen bestehender EU-Regulierungen befürworten. derstandard.at/story

Gaspreise explodieren:

Europäische Händler erwarten einen Gaspreisanstieg von fast 50 Prozent bis zum Sommer, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Laut Berliner Zeitung könnte ein Grund dafür die geplante Subventionierung durch Wirtschaftsminister Robert Habeck sein. Sie ist für Importeure zur Befüllung der Gasspeicher vorgesehen. Das ist unrentabel, aber nötig, weil die Gasvorräte in Europa in diesem Winter rapide zur Neige gehen.
Mit der Umlage verbunden seien finanzielle Belastungen für Verbraucher, heißt es in der Analyse. Für einen durchschnittlichen deutschen Vier-Personen-Haushalt könne das noch dieses Jahr einen Betrag bis zu einem halben Euro-Tausender bedeuten. Dies kommt zusätzlich zu den explodierenden Gaspreisen. Die Umlage ist ab dem 1. Oktober geplant. berliner-zeitung.de institutional-money.com
Europa steht am Rande einer neuen Energiekrise. – Ein Experte des Fachmagazins Institutional Money
Nicht so schüchtern, Europa!
US-Vizepräsident JD Vance und der chinesisch-amerikanische Informatik-Unternehmer Andrew Ng haben europäische Unternehmen kritisiert. Sie bemängeln deren zu große Zurückhaltung beim Teilen und Nutzen von Daten. Nq, der 48-jährige Start-up-Gründer, warnte gemeinsam mit dem Stellvertreter von Donald Trump. Europa beeinträchtige seine eigene Wettbewerbsfähigkeit.
Die Warnung erfolgte zum Abschluss des internationalen KI-Aktionsgipfels in Paris. Bei dem Treffen mit 1.500 Teilnehmern wurde deutlich, dass Europa das Risikokapital und eine einheitliche KI-Strategie mangelt. Die hochkarätige Konferenz hatte der französische Präsident Emmanuel Macron initiiert.
Zu Beginn hatten verschiedene Seiten Hunderte Milliarden Euro für die europäische KI-Entwicklung angekündigt. Das reicht aber in Summe noch nicht an die entsprechende US-Förderung heran. deutschlandfunk.de handelsblatt.com sueddeutsche.de tagesschau.de
Trumps KI-Pläne sind ein Elektroschock für Europa – Patrice Caine, Chef des französischen Technologieriesen Thales, findet, dass Europa bei KI endlich aufwachen müsse.
Gegenliebe für Trump (gibt’s auch):
US-Präsident Donald Trump hat gefordert, dass Europa mehr Flüssiggas (LNG) aus den USA kaufen soll. Diese Forderung, die zunächst harsch vorgebracht wurde, ist in der EU auf positives Interesse gestoßen. Mehrere europäische Energiekonzerne wollen verstärkt mit den USA zusammenarbeiten. Sie zielen darauf ab, die Energieversorgung ohne Russland zu sichern. Zudem möchten sie potenzielle Handelskonflikte vermeiden.
Patrick Pouyanné, CEO von TotalEnergies, fordert Brüssel auf, ein langfristiges transatlantisches LNG-Abkommen abzuschließen. Ein solches Abkommen würde den US-Interessen entsprechen und zugleich Europas Bedarf an stabilen und günstigen Energiepreisen decken, sagte er. Allerdings gibt es politische Bedenken hinsichtlich einer möglichen Abhängigkeit von US-Energie. fr.de/wirtschaft
Première für EU-Wohnungsbau:

Erstmals spielt der Wohnungsbau eine herausragende Rolle in der europäischen Politik. Das Europäische Parlament hat vergangene Woche einen Sonderausschuss zur Wohnraumkrise (kurz: HOUS) eingerichtet. Die 33 Abgeordneten unter dem Vorsitz der italienischen Sozialdemokratin Irene Tinagli flankieren die Arbeit des neuen Wohnungsbaukommissars Dan Jørgensen.
Ziel des Ausschusses ist es, praktische Lösungen zur Verbesserung der Wohnsituation in Europa zu erarbeiten. Zudem begleiten die Mitglieder die Vorbereitung eines EU-Plans für bezahlbaren Wohnraum.
Zwar liegt Wohnraumpolitik primär in der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten. Jedoch kann Europa Einfluss nehmen, etwa durch Vorgaben für Energieeffizienz, staatliche Beihilfen oder Förderprogramme. hanse-office.de haufe.de/immobilien eib.org/sustainable-housing
Europa Woche 2025/07
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4,2 %
Das ist der Anteil der Fläche der Europäischen Union, der aus Binnengewässern (Seen, Flüsse, Stauseen) besteht. Fast niemand denkt daran, aber ja – über vier Prozent der EU sind einfach nur Wasser! 🌊

Kirchturm-Rekord gebrochen:

Die Sagrada Família in Barcelona hat einen neuen Anbau mit 172,5 m. Sie hat damit den bisherigen Rekord des Ulmer Münsters mit 161,5 m übertroffen. Nun ist sie der höchste Kirchturm der Welt. (Foto: Enrico Perini, pexels)
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