Europäische Themen dieser Woche

(Europäische Union) – Was hat die europäi­schen Macher und Beobachter bei EU-Kommission, Europäi­schem Rat und Europa­par­lament vergangene Woche an- und umgetrieben? 

  • Das Bild der Nieder­lande von einer liberal-weltoffene Gesell­schaft ist für viele in der Brüsseler Blase so löchrig wie ein hollän­di­scher Käse geworden… Mehr dazu unten.
  • Russland missbraucht Flücht­linge um die Europäer zu desta­bi­li­sieren – schändlich! Scrolle runter.
  • Die Haushalts­sorgen Deutsch­lands sind auch Europas Geldsorgen. Siehe mehr unten.
 aktuell

Der deutliche Wahlsieg des rechts­extremen Geert Wilders in unserem Nachbarland hat europa­weite Schauder ausgelöst. Er „wird kein Freund Brüssels sein,“ prophezeit das Nachrich­ten­portal Politico. Kein Wunder: Sein Plan ist ein Referendum über den EU-Austritt der Nieder­lande. Wilders am Gipfel­tisch der EU-Regie­rungs­chefs? Das schüfe mit Victor Orbàn (Ungarn) und Robert Fico (Slowakei) ein Trio infernale, das alles blockieren könnte – Klima­schutz, Migration, Ukrai­ne­hilfe – alles. 

Das Szenario ist möglich, obwohl dem 60jährigen Abgeord­neten noch eine Mehrheit fehlt: Ausge­rechnet die kurdisch­stämmige Chefin der bislang regie­renden liberalen Partei VVD, Dilan Yeşilgöz, deutet Gesprächs­be­reit­schaft mit dem Islam­gegner an. Flücht­lings­helfer und musli­mische Verbände sind entsetzt, Europas Rechts­po­pu­listen jubeln. euractiv.de politico.eu

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Europäer zu weich gegen Russland? 

In EU-Kreisen wächst Frust über zu wenig Wirkung von Sanktionen der Europäer gegen den illegalen Einmarsch Russlands in die Ukraine. Seit der Invasion im Februar 2022 wurden elf Sankti­ons­pakete und Maßnahmen gegen rund 1.800 Russen und Einrich­tungen auf den Weg gebracht. 

Nun hat die Kommission empfohlen, Russlands Einnah­me­faktor Diamanten wie die USA schritt­weise zu bannen. Das jedoch wünscht Belgien nicht, weil Antwerpen das Weltzentrum des Diaman­ten­handels ist. Mehr Einigkeit bewirken neue Vorschläge für Maßnahmen gegen Öl, Waffen­pro­duk­ti­ons­ma­schinen und weitere Einzel­per­sonen. euractiv.com

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Slowakei tritt in Polens Stiefel: 

Kaum hat sich Polen in Parla­ments­wahlen entschieden, die europa­kri­tische natio­nal­kon­ser­vative Regierung abzuwählen, hat die Slowakei ihre Nachfolge als EU-Alles­blo­ckierer angetreten – aller­dings mit links­po­pu­lis­ti­schem Ansatz. Nach wenigen Wochen Regierung zeigt der prorus­sische Robert Fico, dass es ihm ernst ist mit Konfron­tation gegen die anderen Europäer. So will die Slowakei die bereits beschlos­senen Aufnah­me­quoten für Migranten ebenso nicht umsetzen, wie die ersatz­weise festge­legten Ausgleichs­zah­lungen. Und: Bratislava steht nicht mehr hinter den Sanktionen gegen Russland oder den EU-weiten Geldern für den Ukraine-Wieder­aufbau. www.euractiv.de

Europäer preschen ins All: 

 Raumfahrt Europa ESA Start

Der erste europäische Raumfrachter soll bereits 2028 ins All starten. Das plant die Raumfahrt­agentur ESA. Obwohl die Finan­zierung noch nicht gesichert sei, solle es mit ersten Entwürfen schnell gehen, verrät General­di­rektor Josef Aschbacher. Noch vor Weihnachten solle es eine Ausschreibung geben – die sich ausschließlich an europäische Firmen richtet. 

Der Zeitpunkt für das Projekt der Europäer könnte gut gewählt sein: Für 2030 ist das Ende der inter­na­tio­nalen Raumstation ISS vorge­sehen und ein Neubau benötigt Fracht­ka­pa­zi­täten für Menschen und Material. aero.de

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„Geht es um nationale Inter­essen, ist jede nationale Regierung sich selbst am nächsten“

STERN-Chefre­dakteur Gregor Peter Schmitz seufzt über mangelndes Europa­be­wusstsein

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Labordrogen überschwemmen Europa:

Die EU muss sich dringend darauf vorbe­reiten, dass künstlich fabri­zierte Rausch­gifte wie Fentanyl und Nitazene bald ebenso wie in den USA eine Sucht­krise drama­ti­schen Ausmaßes auslösen können. Darauf machen soziale Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen aufmerksam. Die billig produ­zier­baren illegalen Drogen dienen zum Strecken teuren Heroins. 

Die Warnungen sind real: Allein die irische Haupt­stadt Dublin hat kürzlich 54 Notfälle innerhalb von vier Tagen gemeldet. Auch in England, Wales und Estland sowie in Deutschland sind die extrem wirksamen Sucht­mittel im Umlauf. aidshilfe.de welt.de (Video)

Migrantenpush aus Russland: 

Europa muss an unerwar­teter Stelle neue Kraft für die Grenz­si­cherung aufbringen. Weil täglich mehr Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika mit tätiger Hilfe des Kremls ins Land kommen, erwägt Finnland eine komplette Schließung seiner 1340 Kilometer langen Süd- und Ostgrenze. 

Moskau demen­tiert die Betei­ligung. Aber der Regie­rungschef des skandi­na­vi­schen NATO- und EU-Landes, Petteri Orpo, spricht von Desta­bi­li­sie­rungs­ver­suchen Putins. Vertei­di­gungs­mi­nister Antti Hakkanen sieht „hybride Kriegs­führung“. EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin Ursula von der Leyen findet, „Russlands Instru­men­ta­li­sierung von Migranten ist beschämend“. Auch die NATO ist einge­schaltet. morgenpost.de

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Europäer-Sorgen wegen klammen Deutschlands: 

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In den Haupt­städten Europas geht die Angst um, das bislang stets solvente Deutschland könne wegen seiner Haushalts­pro­bleme als Finanzier ausfallen. Der Indus­trie­staa­tenklub OECD warnt bereits vor „Auswir­kungen auf die EU-Wirtschaft.“ Es bestehe die Gefahr, dass Europas größte Volks­wirt­schaft weniger Güter und Dienst­leis­tungen impor­tieren werde. 

Die OECD befür­wortet eine Reform der Schul­den­bremse, damit Deutschland seine Zukunfts­auf­gaben bewäl­tigen könne – von der Alterung der Gesell­schaft über Digita­li­sierung bis hin zur grünen Trans­for­mation. tagesspiegel.de

Schiffskidnapping stört EU-Handel:

Weil die Entführung eines Frachters im Roten Meer eine der weltweit wichtigsten Seerouten getroffen hat, sind Europas Gaspreise am Wochen­beginn angestiegen. Der Handel fürchtet um die Freiheit der Handelspassage. 

Seit dem Wioche­nende liegt der gewaltsam auf offener See umdiri­gierte Autotrans­porter „Galaxy Leader“ (Flagge: Bahamas) mit 25 Crewmit­gliedern im Jemen fest. Schwer bewaffnete islamis­tische Huthi-Rebellen hatten den leeren Frachter mit Heliko­pter­hilfe auf dem Weg nach Indien überfallen, weil er israe­lische Verbin­dungen habe. 

Reede­reien sind geschockt: So profes­sio­nelle und politisch motivierte Überfälle sind in der Seefahrt bisher unbekannt. Die Miliz bekommt Iran-Hilfe und kontrol­liert den größten Teil des Jemen. Die Region südlich des Suezkanals ist Europas zentralste Treib­stoff­quelle. Mehrere Schiffe sind bereits umgedreht. faz.net youtu.be (Tatvideo) vesselfinder.com (Schiffs­radar)

Schiff auf hoher See

EU schützt Kreditnehmer: 

Zwei Jahre nach einem bedeu­tenden Urteil des Europäi­schen Gerichts­hofes (EuGH) zu Gunsten der Verbraucher sind europaweit neue Schutz­vor­schriften für Kredit­nehmer in Kraft getreten. So müssen Geldlei­h­an­gebote auch online klar und verständlich darge­stellt werden. Ziel ist es, sicher­zu­stellen, dass jeder vor dem Abschluss weiß, worauf er sich einlässt und wie hoch der Rückzah­lungs­betrag letzt­endlich sein wird. Das soll vor allem Haushalte mit geringen Einkommen abschirmen. Kredit­geber wiederum müssen sorgfältig prüfen, ob Kunden wirklich in der Lage sind, entste­hende Summen aufzu­bringen. tagesschau.de

Zahl der Woche Europäische Union Europäer

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Europas neue Wasser­stoffbank vergibt bei einer ersten Auktion bis zu 800 Millionen Euro Förder­mittel an Produ­zenten von “grünem” Wasser­stoff. tagesschau.de

Das Letzte  Europäische Union  Europäer

Europäer-Schnack: Grob, aber selten böse

Europäer Europa

Die Europäer erzählen sich gerne Witze über ihre Nachbarn. Die Portu­giesen machen sich über die hochmü­tigen Spanier lustig, die Mazedonier bemit­leiden die sexuellen Fähig­keiten griechi­scher Männer, und alle machen sich über die Belgier und ihre Fritten lustig… und wir Deutschen sind für manche Europäer schlichte “Krauts”. Da braucht man Humor, oder? theguardian.com lingua-world.de/blog (so werden wir Deutsche anderswo genannt) 


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