Europa: Themen der Woche

(Europäische Union) – Was hat die Macher in der EU und die Beobachter von Europa vergangene Woche an- und umgetrieben?

  • Die NATO-Familie ist auf 32 Köpfe angewachsen… Siehe unten.
  • Angst vor Weltkonzern Apple? Nicht in Brüssel… Scrolle runter.
  • Sex ist schön. Aber nicht, wenn man davon krank wird… Details siehe unten.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Välkommen, Sverige!

Aufatmen in Stockholm – Schweden ist NATO-Mitglied: Gestern hat Minis­ter­prä­sident Ulf Krist­ersson nach einer fast zweijäh­rigen Zitter­partie wegen Wider­standes der Türkei und Ungarns in Washington die notwen­digen Dokumente hinterlegt. Nun umfasst der Pakt 32 westliche Staaten. Estlands Regie­rungs­chefin Kaja Kallas sagte in einem Post begeistert: „Jetzt gehört der gesamte Ostseeraum zur NATO.“ Finnlands Botschaft in Berlin ergänzte: „Die nordi­schen Länder sind zum ersten Mal seit 500 Jahren Teil desselben Verteidigungsbündnisses.“ 

Europas Politik

Uschi will’s wissen: 

Ursula von der Leyen hat eine Hürde auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit als EU-Kommis­si­ons­prä­si­dentin übersprungen. Die Delegierten der christ­de­mo­kra­tisch-konser­va­tiven EU-Partei­en­fa­milie wählten sie in geheimer Abstimmung mit 400:89 zur Spitzen­kan­di­datin für die Europa­wahlen am 9. Juni. Bei dem Kongress in Bukarest sagte die 65-jährige CDU-Politi­kerin unter anderem, sie wolle nur mit Kräften koope­rieren, die für Europa, gegen Putin und für den Rechts­staat seien. rnd.de/politik/europawahl

AfD zu radikal: 

Nicht nur Olaf Scholz und Emmanuel Macron liegen in zentralen Europa­fragen über Kreuz, sondern auch das Verhältnis der deutsch-franzö­si­schen Rechts­aus­leger ist getrübt. Nach einem Treffen mit der AfD-Frakti­ons­vor­sit­zenden Alice Weidel in Paris – bei dem keine gemein­samen Fotos gemacht werden durften – bleibt die rechts­extreme Präsi­dent­schafts­aspi­rantin Marine Le Pen bei ihrer Ablehnung der AfD-Migra­ti­ons­po­litik (Stichwort: „Remigration“).

Le Pen droht weiter damit, nach der Europawahl nicht mit Weidels Leuten in einer gemein­samen Fraktion zusam­men­ar­beiten zu wollen. Damit es möglich, dass EU-Abgeordnete der AfD fraktions- und einflusslos bleiben. diepresse.com euractiv.de 

„Dieje­nigen, die mit dem Feuer spielen, werden daran zugrunde gehen.“ 

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping

Ungarn erpresst NATO: 

Nach dem Hickhack um die Aufnahme Schwedens in die NATO macht die russland­affine natio­nal­kon­ser­vative Regierung von Ungarn das westliche Vertei­di­gungs­bündnis erneut kirre. Budapest könne den nieder­län­di­schen Minis­ter­prä­si­denten Mark Rutte als nächsten NATO-General­se­kretär nicht unter­stützen, sagte Außen­mi­nister Péter Szijjártó. 

Das ist proble­ma­tisch, weil der Nachfolger des Norwegers Jens Stoltenberg nur im Konsens aller 31 Paktmit­glieder benannt werden kann. Mehr als 20 Staaten – darunter die USA und Deutschland – haben sich bereits zu Rutte bekannt. Der ist ein scharfer Kritiker des ungari­schen Minis­ter­prä­si­denten Victor Orbán, der nach Ansicht so gut wie aller EU-Partner freiheit­liche Werte missachtet. euractiv.de

„Europe first vs. America first“: 

Die Militärs der EU-Mitglieds­staaten sollen künftig vorrangig Ausrüstung europäi­scher Hersteller ordern und sich von den übermäch­tigen USA unabhän­giger machen. Das sieht die neue Vertei­di­gungs­stra­tegie der EU-Kommission vor. Danach sollen die 27 Länder bis zum Jahr 2030 mindestens 50 Prozent ihrer Vertei­di­gungs­haus­halte innerhalb der EU ausgeben. 

Außerdem sind Anreize vorge­sehen, Waffen auf Vorrat zu produ­zieren und in Pools auf Abruf zu lagern. Damit reagiert der Staaten­verbund auf Drohungen des US-Präsi­dent­schafts­aspi­ranten Donald Trump, im Falle seines Wahlsieges die Unter­stützung Europas abzubauen. germany.representation.ec rnd.de/politik 

125.000.000

Für 2024 stellt die EU erneut 125 Mio. EUR humanitäre Hilfe für Palästinenser/innen bereit. 

Europas Wirtschaft

EU beißt in den Apfel: 

red and orange apple fruit

Der US-Tech-Gigant Apple muss der EU-Kommission eine Geldbuße in Höhe von 1,8 Milli­arden Euro zahlen. Grund: “Unlautere Handels­be­din­gungen”. Die Strafe folgt Beschwerden des Musik­streaming-Anbieters Spotify über das Ausnutzen der markt­be­herr­schenden Position Apples im Musikstreaming-Geschäft. 

Anbieter würden beim Bezahlen gezwungen, nur Apple-Apps einzu­setzen. Das behindere Nutzer, stellt die EU fest. Apple reagiert wütend und behauptet, die EU habe keine stich­hal­tigen Beweise. computerbase.de

U‑Kabel im Roten Meer gekappt 

Die terro­ris­ti­schen Aktivi­täten gegen die freie Schiff­fahrt im Roten Meer könnten mit einem Anschlag auf Unter­see­kabel eine neue Dimension erreicht haben. Quasi unter den Rümpfen der europäi­schen Marine­mission “Aspides” haben islamis­tische Huthi-Aufstän­dische vor dem Jemen weltweit wichtige Internet- und Telefon­ver­bin­dungen gekappt, vermuten einige Experten. Die reguläre Regierung des Jemen hatte kürzlich vor genau solchen Szenarien gewarnt. 

Andere Fachleute, darunter Netzbe­treiber, halten eine verse­hent­liche Beschä­digung durch Schiffs­anker für möglich. Eine Unter­su­chung ist schwierig und langwierig. Fest steht: 25 Prozent des Daten­ver­kehrs zwischen Europa und Asien sind von Störungen betroffen, solange keine Umleitung möglich ist. fr.de/politik/unterseekabel

man and woman kissing on sea shore

Immer mehr Sex-Kranke: Die Zahl von Menschen mit sexuell übertrag­baren Krank­reiten wie Tripper, Syphilis und Chlamydien steigt in Europa „besorg­nis­er­regend“ an. Das meldet die EU-Gesund­heits­be­hörde ECDC. Allein die als Tripper bekannten Gonorrhö-Fälle hätte sich mit rund 71.000 Fällen fast verdoppelt – „sehr wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges“ dar, so ECDC-Direk­torin Andrea Ammon

Die Infek­tionen sind heilbar, können aber bei Nicht­be­handlung zu ernst­haften Kompli­ka­tionen führen. tagesschau.de/ausland

Schneckentempo:

Die weltweit langsamste Stadt für Autofahrer ist keine exotische Mega-City, sondern eine Metropole mitten in Europa – nämlich die britische Haupt­stadt London. Das ist das überra­schende Index-Ergebnis eines Herstellers nach der Auswertung von Daten in über 600 Millionen Naviga­ti­ons­ge­räten. Danach beträgt die Durch­schnitts­ge­schwin­digkeit im Londoner Berufs­verkehr morgens und abends 14 km/h.

Die erste deutsche Stadt im Ranking ist Hamburg auf dem Weltrang­platz 26. Verglichen mit London geht es an der Elbe mit 22 km/h „hurtig“ zu. Da fragt sich, wie sinnvoll Diskus­sionen um stadtweit Tempo 30 sind. motorradonline.de

white snail crawling on brown tree branch


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