Europa: Themen der Woche

(Europäische Union) – Was hat die Macher in der EU und die Beobachter von Europa vergangene Woche an- und umgetrieben?

  • Europa straft Extre­misten und Brand­stifter im Nahen Osten ab. Wen genau? Siehe unten.
  • Überall dasselbe: Europas Militärs haben zu wenig Nachwuchs. Warum? Scrolle runter.
  • Eine ganz eklige Masche in Paris – mit Bettwanzen… Details siehe unten.

Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Juden rügen EU-Chefdiplomat Borrell: 

Scharfe Kritik am Verhalten des EU-Außen­be­auf­tragten Josep Borrell hat der Europäische Jüdische Kongress (EJC) geübt. Der Präsident des Dachver­bandes jüdischer Gemeinden, der Öster­reicher Ariel Muzicant, sprach von unfairer Kritik des brutal von paläs­ti­nen­si­schen Terro­risten überfal­lenen Israel. Behaup­tungen des spani­schen Sozia­listen Borrell, das angegriffene Land hungere die Menschen im Gazastreifen gezielt aus, hätten zum jüngsten „enormen“ Anstieg des Antise­mi­tismus in ganz Europa beigetragen. 

Muzicant warf dem aus Öster­reich stammenden UN-Kommissar Volker Türk und Irlands Premier­mi­nister Leo Varadkar vor, Begriffe wie Völkermord „diffa­mierend und eindeutig falsch“ zu verwenden. Zugleich würden israe­lische Geiseln seit dem 7.Oktober 2023 weiter gefangen gehalten. juedische-allgemeine.de

Europas Politik

Neuer Zwist Paris/Berlin:

Völlig konträre Ansichten über die Finan­zierung der enorm steigenden EU-Militär­aus­gaben scheinen sich zu einem weiteren Krach zwischen Frank­reich und Deutschland auszu­wachsen. Während Präsident Emmanuel Macron gemeinsame Schulden über Anleihen am Kapital­markt (Eurobonds) aufnehmen möchte, will Bundes­kanzler Olaf Scholz das auf keinen Fall zulassen. Beide Streit­hähne haben Sekun­danten: msn.com/de-de/finanzen

Europa sanktioniert Nahost-Extremisten: 

Todfeinde: Siedler aus Israel und Terro­risten aus Gaza

Erstmals haben die Außen­mi­nister der Europäi­schen Union Sanktionen gegen radikale israe­lische Siedler beschlossen, die Menschen im Westjor­danland drang­sa­lieren. Eine einstellige Zahl von Personen bekommt EU-Einreise- und Betäti­gungs­verbot, ihr Vermögen wird einge­froren. Beim Ratstreffen in Brüssel forderten die Minister zugleich Maßnahmen gegen die terro­ris­ti­schen Hamas-Islamisten in Gaza.

Öster­reichs Außen­mi­nister Alexander Schal­lenberg sagte, die „syste­ma­tische sexuelle Gewalt“ vom 7. Oktober gegen israe­lische Frauen „lässt einen erschaudern“. Ein drittes EU-Sankti­ons­paket richtet sich gegen 30 russische Personen und Organi­sa­tionen aus der Diplo­maten- und Justiz­szene – als Vergeltung für den Tod des inhaf­tierten Kreml­kri­tikers Alexej Nawalny. tagesschau.de wiwo.de

“Eurofighterin” greift an:

„Wir brauchen eine zweite Lebens­ver­si­cherung neben der Nato – die der EU“

Das ist die Vision der EU-Liberalen in einem intern zirku­lierten Papier

Neuer EU-Abweichler Slowakei:

parliament building in slovakia
Parlament der der Slowa­ki­schen Republik 

Neben Ungarn steht jetzt auch die Slowakei wegen Verletzung gemein­samer europäi­scher Werte unter Beobachtung. Die gestern (Mittwoch) vollzogene Abschaffung der Sonder­staats­an­walt­schaft zur Überwa­chung schwerster Straf­taten wie Korruption, Extre­mismus und Terro­rismus stehe nicht im Einklang mit der EU, ließ die Europäische Kommission erklären. 

Die Behörde in Bratislava hatte unter anderem ein Verfahren gegen Politiker der Smer-Partei geführt, die der links­po­pu­lis­tische Regie­rungs­chefs Robert Fico anführt. euractiv.de

Russland schäumt wg. Europa:

a beautiful shot of saint basil s cathedral
Am Roten Platz in Moskau

Mit aggres­siven Tönen hat die Regierung in Moskau auf Pläne der EU-Kommission reagiert, im Westen einge­frorene Vermö­gens­werte der russi­schen Zentralbank zur Aufrüstung der überfal­lenen Ukraine einzu­setzen. Das Außen­mi­nis­terium des Kreml sprach von „Bandi­tentum“, „Diebstahl“ und „Verstoß gegen das Völker­recht“. Russland werde die EU-Länder jahrzehn­telang straf­ver­folgen, drohte Kreml­sprecher Dmitrij Peskow. 

Die Maßnahmen sind freilich noch gar nicht beschlossen. Gedacht ist daran, jährlich bis zu drei Milli­arden Euro aus Zinser­lösen der festge­setzten Werte für Kyjiw zu nutzen. deutschlandfunk.de

EU-Maßnahmen gegen Russland:

Die Europäische Union hat als Reaktion auf Putins Angriffs­krieg gegen die Ukraine massive und beispiellose Sanktionen verhängt. Außerdem hat sie russische Vermö­gens­werte beschlag­nahmt. Wie das genau funktio­niert beschreibt das Portal des Europäi­schen Rates. consilium.europa.eu

Aderlass bei EU-Militärs: 

a sweet couple standing near the christmas tree while smiling at the camera
Ungarn bietet Soldaten ein Anfangs­gehalt von monatlich 1,920 Euro brutto

Europas Armeen haben Nachwuchs­sorgen, berichtet die Nachrich­ten­plattform Politico. Vor allem Länder ohne Wehrpflicht litten ausge­rechnet in Zeiten von Kriegs­be­dro­hungen an Rekru­tie­rungs­pro­blemen. So bleiben Militär­an­ge­hörige in Frank­reich ein Jahr weniger in Uniform als früher. In Großbri­tannien fehlen jährlich 1.100 Soldaten. Haupt­ur­sache seien unattraktive Arbeitsbedingungen. 

Die Maßnahmen zur Gegen­steuerung sind unter­schiedlich. Kroatien erwägt die Wieder­ein­führung der Wehrpflicht. Dänemark will sie ausweiten und auch Frauen einziehen. Polen kündigt Solder­hö­hungen an. Frank­reich will bei Wohnungs­suche, Arztver­sorgung und Kinder­be­treuung helfen. https://www.politico.eu/article/nato-russia-ukraine-war-defense-france-germany-soldiers-army

„Es geht nicht mehr so sehr darum, neue Soldaten zu rekru­tieren, sondern vielmehr darum, die vorhan­denen Soldaten davon zu überzeugen, nicht aufzugeben.“

Frank­reichs Vertei­di­gungs­mi­nister Sébastien Lecornu will neue Anreize für die Bindung geeig­neter Arbeits­kräfte schaffen

4,7%

Nur 4,7% der Einwohner in der Europäi­schen Union sind Mitglied einer Partei. political.party

Europas Wirtschaft

Atomkraft? Ja bitte, sagt Europa:

power plant near the grass field Europa

Pirates of the Caribbean Strait of Malakka: 

 Europa Piraten
Piraten-Schnellboot an der Bordwand eines Großfrachters

Der Filmfluch der Karibik ist in unserer modernen Welt durchaus Realität – wenn auch nicht mehr vor den Westin­di­schen Inseln, sondern in Asien. Europäische Schiff­fahrts­kreise sind beunruhigt über schwere Vorfälle mit Seeräubern vor Bangla­desch und in der berüch­tigten Straße von Malakka nahe von Singapur. Seit Jahres­beginn sind dort bereits sechs bewaffnete Raubüber­fälle bekannt geworden. 

Die örtlichen Sicher­heits­be­hörden warnen die Schiff­fahrt eindringlich und fordern zu erhöhter Wachsamkeit auf. Schiffs­be­sat­zungen sollten verdächtige Aktivi­täten auf dem Meer sofort an die Küsten­staaten und ihre Flaggen­staaten melden. channel16.dryadglobal.com

Europa-Bank EIB öffnet sich für Rüstungsfinanzierung: 

 Europa EIB

Die Europäische Inves­ti­ti­onsbank (EIB) als Geldin­stitut der EU erwägt unter ihrer neuen spani­schen Präsi­dentin Nadia Calviño (Foto) eine Lockerung ihrer Kredit­ver­ga­be­kri­terien, um Rüstungs­aus­gaben der 27 EU-Mitglied­staaten fördern zu können. Das verlautet in Brüssel.

Eine Voraus­setzung wäre, die EIB-Definition von Dual-Use-Gütern zu ändern, also von Produkten, die sowohl zivil wie militä­risch genutzt werden können. Dazu scheinen die EU-Staats- und Regie­rungs­chefs sowie ihre Finanz­mi­nister bereit zu sein. Die technische Umsetzung ist aber noch unklar. Langes Gezerre würde es wohl dennoch nicht geben, weil die Änderungen mit einfacher Mehrheit beschlossen werden könnten. https://www.euractiv.de 

 Europa

“Wer glaubt, man könne Europa wieder in seine Einzel­teile zerlegen, hat nichts verstanden. Es wird einen 100. Geburtstag der Europäi­schen Union geben“

Der damalige EU-Kommis­si­ons­prä­sident Jean-Claude Juncker heute vor fünf Jahren zum 60. Geburtstag der Römischen Verträge, dem Grund­stein der europäi­schen Integration
 Europa

Potemkinsche Wanzen:

Europawahl Bettwanzen Frankreich Europa

Russland steckt offenbar hinter eine Kampagne zur Diskre­di­tierung der Olympi­schen Sommer­spiele in Paris. Das hat Frank­reichs Europa­mi­nister Jean-Noël Barrot bekanntgegeben. 

In Social­Media war berichtet worden, in der Stadt an der Seine habe sich eine Bettwan­zen­plage breit­ge­macht, die ukrai­nische Flücht­linge einge­schleppt hätten. Danach war unter Touristen eine regel­rechte Ekelhys­terie ausge­brochen. Kinos und Hotels fühlten sich dazu veran­lasst, Räume mit spezi­ellen Schnüf­fel­hunden auf die juckenden Parasiten zu überprüfen. welt.de


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