Immer wieder donnerstags publiziere ich meine Kurzkolumne “Wiegands Wahl Watch” im Printformat von FORUM – Das Wochenmagazin. Es geht vor allem um den Stimmenfang für die Europawahl am 9. Juni außerhalb der deutschen Grenzen. Weil man davon bei uns wenig hört.
Ab heute können Sie das auch online lesen. Hier Ausgabe 06 / 2024:
Sozialdemokraten in Sorge

Mit Sorgen blicken europäische Sozialdemokraten auf die Europawahl am 9. Juni. In allen 27 EU-Mitgliedsstaaten schwindet ihr Einfluss. Nur noch in vier Hauptstädten führen sie die Regierung: In Deutschland, Spanien, Dänemark, Rumänien. In Portugal haben sie gerade verloren.
Nun soll ein blasser Herausforderer die Traditionsparteien gegen die charismatische EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen positionieren: Nicolas Schmit, Luxemburg. Der ist EU-Kommissar für Arbeit und Soziales. Doch aus der „Brüsseler Blase“ ist der 70-jährige Ex-Beamte nie herausgetreten.
Farblose Nr. 1 für die Europawahl
Im Rennen um das höchste EU-Behördenamt stellt Spitzenkandidat Schmit die soziale Dimension der Klimawende nach vorn. Beim wichtigsten EU-Sozialdemokraten Olaf Scholz hat der Mann aus dem Großherzogtum keine Totalunterstützung. Als er bei der Bewerbungsrede für die Spitzennominierung das Vorgehen Israels in Gaza scharf kritisierte und mit Traumata seines Vaters im Zweiten Weltkrieg verknüpfte, sparte sich der deutsche Kanzler den Applaus.

Auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hilft den Sozialdemokraten wenig. Der hat sein Amt voriges Jahr nur unter politischen Verrenkungen wiedererlangt. Nun muss er in Madrid mit hauchdünner Mehrheit ein brüchiges Bündnis bändigen.
Der Machtverlust der europäischen Sozialdemokratie könnte sich laut Umfragen bei der EU-Wahl widerspiegeln. Tapfer beanspruchen sie schon jetzt die künftigen Kommissarsposten für Klimaschutz, Wirtschaft und Soziales – weil Europas Sozialdemokraten glauben, im EU-Parlament nochmals zweitstärkste Kraft zu werden.
Nächste Woche mehr.
Wolf Achim Wiegand, freier Journalist mit EU-Spezialisierung.
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