Europa: Themen der Woche
(Europäische Union) – Das hat die Politik in Europa, die Europaeische Union, und die EU-Öffentlichkeit in der Europawoche 2024/36 an- und umgetrieben:
- Frankreich hat einen neuen Regierungschef – nun fangen die Probleme erst an… Siehe unten.
- Ausland sorgt sich um Deutschland – wegen AfD und BSW: Scrolle runter.
- Autokrise erfasst ganz Europa. Details siehe unten.
Das alles und noch viel mehr: von WOLF ACHIM WIEGAND

Ernennung in Europa-Woche 2024/36 – Der Neue ist ein Alter:
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den ehemaligen EU-Kommissar Michel Barnier (73) aus dem Ruhestand geholt und zum Premierminister ernannt. Damit ist die fast zweimonatige Regierungslosigkeit in Paris vorerst beendet. Die Lähmung entstand, weil nach den Wahlen kein Lager die Mehrheit errungen hatte und niemand koalieren will.

Barnier, ein mehrmaliger Minister, ist als EU-Chefverhandler bei der jahrelangen Abwicklung des Brexits mit Großbritannien bekannt geworden. Nun muss er ein kompliziertes Ministerteam aufstellen und einen Haushalt entwerfen. Macron wünscht sich von dem Konservativen aus der Partei Les Républicains (LR) ein Kabinett „des Zusammenschlusses“. Es heißt, die Rechtsextremen von Marine Le Pen würden ihn tolerieren. Unterdessen schäumt die Linke als größte Fraktion. bnn.de

Ukraine leidet:
Die in Genf sitzende Hilfsorganisation CARE hat mit deutlichen Worten auf die prekäre Lage in Gebieten der Ukraine hingewiesen. Diese Gebiete stehen unter Dauerbeschuss der Invasoren aus Russland. Weit von der Frontlinie entfernt würden Wohngebäude getroffen. Zivilisten würden getötet und verletzt. Der Zugang zu Wärme, Strom und sauberem Wasser würde unterbrochen.
Das russische Bombardement untergrabe „Grundlagen der internationalen Normen zum Schutz menschlichen Lebens im Krieg“. Deshalb sei noch mehr internationale Unterstützung „so dringend wie noch nie“. care.de
CARE verurteilt aufs Schärfste diese ungeheuerlichen Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht, die unsägliches Leid verursachen. – Dramatische Analyse von Franziska Jörns, Vize-Direktorin von CARE Ukraine
Europa-Woche 2024/36
Linke schilt Ex-Kommunistin:

Die Erfolge der AfD bei den ostdeutschen Landtagswahlen sorgen im Ausland immer noch für hohe Wellen. Tschechiens liberalkonservativer Premierminister Petr Fiala etwa meint, das Wiedererstarken der Extreme sei “nicht gut für Deutschland. Es ist aber auch nicht gut für uns.“
Unterdessen kommt scharfe Kritik gleichermaßen an SPD und BSW von der starken französischen Linken. Manon Aubry, Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Europäischen Parlament, beschuldigt die deutschen Sozialdemokraten. Sie meint, sie „verraten ihre Werte und Ambitionen“ in der Ampelregierung. Das habe den AfD-Aufstieg mit ermöglicht. Zugleich warf Aubrey dem Bündnis von Sahra Wagenknecht vor, in Bezug auf die Migration „vor der extremen Rechten zu kapitulieren.“ euractiv.de

Getuschel um EU-Personalien:
Kurz vor dem Ende der Sommerpause ist in Brüssel Gerede um Spitzenpersonal der Europäischen Union ausgebrochen. Parlamentspräsidentin Roberta Metsola steht unter Druck, weil die Christdemokratin aus Malta einen möglichen Interessenkonflikt nicht offengelegt hat. Wie jetzt herauskommt, war ihr Ehemann Ukko der führende EU-Lobbyist für die US-Kreuzfahrtreederei Royal Caribbean. Er agierte gegen Umweltgesetzgebung, die seine Frau unterzeichnen musste.


Heftige Kritik erntet auch Belgiens Außenministerin Hadja Lahbib, die im Namen ihres Landes zur EU-Kommissarin aufsteigen soll. Die Liberale gilt ihren Kritikern als unerfahren und wenig kompetent. Lahbib wurde vor zwei Jahren von einer öffentlich-rechtlichen Fernsehsprecherin zur Chefdiplomatin hochkatapultiert. Sie leistete sich mehrere Fauxpas. Nun soll sie vom EU-Parlament „gegrillt“ werden. Da könnte sie durchfallen. politico.eu brf.be
Europa-Woche 2024/36

Sorge um Kollision der EU-Autobranche:
Europas Gewerkschaften schlagen wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie laut Alarm. Judith Kirton-Darling, Chefin des Metaller-Dachverbandes in der EU, befürchtet wegen der Kfz-Absatzprobleme „massive Auswirkungen“. Diese betreffen die Jobs verbundener Branchen wie Chemikalien, Grundstoffe oder Basismetalle.
Kritik übt die britische Sozialdemokratin am europäischen Green Deal. Der Wegfall klimaschädlicher Bereiche habe bislang keine neuen, “grünen” Arbeitsstellen geschaffen. Als Rezept gegen die Krise schlägt Kirton-Darling vor, in der EU mit verschiedenen Maßnahmen die Nachfrage nach E‑Autos anzukurbeln. Andernfalls beginne für Europa „eine extrem schwierige und [höchstwahrscheinlich] brutale wirtschaftliche Phase“. euractiv.de
Ich schlafe im Moment nicht sehr gut – Das kann man Judith Kirton-Darling als Europachefin der Metallgewerkschafter nicht verdenken
Migrationsalarm in der Europa-Woche 2024/36:
Europäische Börsen und Verbände der Tech-Branche warnen in einem Brandbrief an die EU-Kommission vor der Abwanderung erfolgreichster Firmen aus Europa in die USA. Der Brief ging auch an die 27 nationalen Finanzminister. Wegen des tieferen und breiteren Kapitalmarktes seien hiesigen Wertpapierhändlern bereits mehr als 400 Milliarden Dollar entgangen.
Zu den Häusern, die beim Börsengang einen Bogen um EU-Börsen gemacht haben, gehören der schwedische Musikstreamer Spotify. Auch der französische Online-Marketingdienst Criteo und der deutsche Impfstofffabrikant BioNTech haben dies getan. „Die Situation ist alarmierend“, heißt es in dem Schreiben, das auch der Deutsche Start-up-Verband unterstützt. handelsblatt.com
Schüsse auf Schiffe:

Die für Hapag-Lloyd (Hamburg) und andere Reedereien übliche Suezkanal-Direktroute zwischen Asien und Europa bleibt für die Schifffahrt praktisch unpassierbar. Am Montag haben Huthi-Terroristen aus dem Jemen erneut das vorgelagerte Rote Meer mit Raketen und Drohnen beschossen. Sie zielten auf die zwei Öltanker „Anjad“ aus Saudi-Arabien und „Blue Lagoon I“ (Panama), die aber ihre Reise fortsetzen konnten.
Unterdessen scheiterte die Bergung des dahintreibenden griechischen Tankers „Sounion“. Seit Tagen steht er mit einer Million Barrel Rohöl an Bord in Flammen. EU-Kriegsschiffe wollten die Schlepperarbeiten abschirmen, dennoch war es den Hilfsteams zu unsicher.
Huthi-Terroristen haben seit Herbst mehr als 80 Handelsschiffe attackiert – „aus Solidarität mit den Palästinensern“. Die deutsche Fregatte „Hamburg“ ist im EU-Auftrag vor Ort, um Geschosse aufzuspüren und abzuschießen. gcaptain.com english.alarabiya.net european.expert (Hintergrund)

9,2 %
Nach neusten Zahlen leben ca. 9,2 Prozent der Weltbevölkerung in Europa. Den größten Anteil mit rund 59 Prozent hat Asien. Rund 18,3 Prozent der Menschen sind Afrikaner, darauf folgen Lateinamerika/Karibik (8,1 Prozent), Nordamerika (4,7 Prozent) und Australien/ Ozeanien (0,6 Prozent). Statista
Europa-Woche 2024/36

Wassernotstand am Berg:

Wegen andauernder Extrem-Hitze hat der Ministaat San Marino große Wasserknappheit. Er musste als erste Nation Europas das gesamte Land in Alarm versetzen. Die Lage für die 34.000 Einwohner der Republik auf dem Berg Monte Titano (Norditalien) ist ernst. fr.de
Europa-Woche 2024/36
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